Frühere Handballer hat den Kraft- und Ausdauer-Wettkampf Hyrox entdeckt

Neue Sportart, gleich erfolgreich: Geckert fährt zur WM

Vor unterschiedlichen Herausforderungen stehen die Teilnehmer bei den acht Übungen.
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Vor unterschiedlichen Herausforderungen stehen die Teilnehmer bei den acht Übungen.

Dennis Geckert war viele Jahre lang ein Gesicht der Handballer des RSV Altenbögge, war Kapitän und feierte Aufstiege, doch der 30-Jährige hat eine neue Sportart gefunden – und ist darin überaus erfolgreich. Bei seinem ersten Wettkampf im sogenannten Hyrox, einem Kraft- und Ausdauer-Wettbewerb, hat er sich in Leipzig gleich für die Weltmeisterschaft platziert.

Leipzig – Hyrox ist noch ziemlich neu, dafür aber gleich vom Start weg ziemlich professionell aufgezogen und findet bereits viele Fans. Im Wechsel müssen die Athleten achtmal einen Kilometer laufen und eine von acht verschiedenen Übungen absolvieren. Dabei geht es zum Beispiel aufs Rudergerät, auf einen Ski-Ergometer, ein Gewichtsschlitten ist zu ziehen, weite Sprünge sind zu schaffen und Ausfallschritte mit Gewichten zu bewältigen.

Fortlaufend tickt die Uhr, die Gesamtzeit bestimmt letztlich die Rangfolge. „Die Renneinteilung ist das Wichtigste“, sagt Geckert, der in Leipzig 1:13,45 Stunden benötigte und damit Platz elf der Männerwertung ohne Zusatzgewichte (Es gibt auch eine Pro-Variante mit Gewichten) belegte.

Unter der angestrebten Zeit geblieben

„Ich hatte mir eine Zeit unter 1:15 Stunden vorgenommen, aber ich konnte das nicht einschätzen, ob das realistisch ist“, so der Bönener: „Als ich dann am Ende auf die Uhr geguckt haben, dachte ich ‘Cool, ich bin wirklich so schnell gewesen’“.

In Leipzig absolvierte Geckert seinen ersten Einzelwettkampf, zuvor war er nur mit einem Freund bei einem sogenannten Double gestartet. Da laufen beide Teilnehmer zusammen, teilen sich die Übungen aber auf.

Platz fünf bei über 100 Konkurrenten

In seiner Altersklasse 30 bis 34 Jahre wurde Geckert Fünfter von 110 Teilnehmern und schaffte mit dieser Platzierung die Qualifikation zur World Championchip der besten Hyrox-Athleten, die im Mai 2022 in Las Vegas stattfinden wird. „Da versuche ich meine Zeit deutlich zu unterbieten“, sagt der 31-Jährige. Die Weltspitze sei allerdings für ihn nicht in Reichweite. „Das sind viele ehemalige Triathleten, Ironmen dabei“, sagt Geckert. Die Topathleten legen Zeiten von unter einer Stunde hin.

Der Bönener ist dagegen gerade erst dabei, die richtige Balance zu finden, wie schnell er den Kilometer läuft und wie viel Körner er bei den einzelnen Übungen lässt. „Ich laufe derzeit um die 4:30 Minuten. Das geht schneller, aber die Workouts sind anstrengend. Wenn man überpowert, sind die Beine schnell schwer“, sagt der 30-Jährige: „Man muss auch mal Pausen machen, um durchzuatmen.“

Achtmal müssen die Teilnehmer die 1-km-Runde laufen. Dabei laufen sich auch an den verschiedenen Workout-Stationen vorbei.

„Die Events sind cool“

Zu Hyrox gekommen ist Geckert vor etwa einem Jahr. „Ich fand das ziemlich cool, habe es dann aber wieder aus den Augen verloren“, erzählt er. Doch los ließ ihn die Sportart nicht mehr. „Ich finde diesen Mix aus Kraft und Ausdauer gut. Es ist anstrengend und gleichzeitig ein gesundes Training“, sagt er: „Und die Events sind cool.“

Rund 1000 Athleten machen derzeit bei einem Wettkampf der erst 2017 erfundenen Sportart mit. „Das wird rasend schnell groß. Immer größere Firmen wie Puma und Red Bull sponsern das. Und ohne Corona wäre das noch schneller gegangen.“

Im Frühjahr fand Geckert zu Hyrox zurück, doch wegen der Pandemie gab es lange keine Wettkämpfe. In Leipzig fand jetzt der erste in Deutschland statt. Mit den Schritten in die Alltagsnormalität soll nun wieder eine höhere Regelmäßigkeit bei den Events einkehren. Geckert möchte vor der WM noch ein oder zwei Wettbewerbe absolvieren. Auch das Training will er von nun an systematischer und athletischer gestalten. Den Startplatz für die WM hat er bei den Veranstaltern bereits zugesagt. „Da hatte man 48 Stunden Zeit für, sonst wäre der Nächste drangewesen.“

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