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Frauen des TuS Kamen finden beim RSV Altenbögge eine neue Heimat

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Von: Markus Liesegang

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Stefan Bierkemper und Andrea Schimmel kümmern sich beim RSV um die Handball-Frauen.
Stefan Bierkemper und Andrea Schimmel kümmern sich beim RSV um die Handball-Frauen. © Markus Liesegang

Angenehm war es am Mittwochabend in der Halle de Marie-Curie-Gymnasiums. „Viel besser als in Kamen“, sagt Stefan Bierkemper. Von dort, vom TuS Westfalia, kommt der neue Trainer der Damen des RSV Altenbögge nämlich. 

Bönen - Und der 48-Jährige brachte ein Gros der Mannschaft gleich mit. „Die Mädels wollten zusammenbleiben“, erklärt Bierkemper.

Nach dem Meistertitel der Kamener Reserve in der Kreisligasaison 2021/22 sollten die stärksten Spielerinnen hoch in das Bezirksligateam der Westfalia. „Außerdem gab es Hickhack um meine Person, sodass ich beschloss, nach der Saison aufzuhören“, begründet der neue RSV-Coach den Wechsel der kompletten Mannschaft ans Bönener Schulzentrum.

Nicht nur räumlich ein logischer Schritt, denn der RSV vermisst seit 2019 eine Frauenmannschaft. Außerdem kehren so die Reste der letzten weiblichen Vertretung in die MCG-Halle zurück. Svenja und Lena Heinemann, Anna und Nina Rosenthal sowie Lara Schimmel und Leonie Müller trugen einst das Trikot der Roten Teufelinnen. Co-Trainerin Andrea Schimmel ist ebenfalls Ex-Spielerin und Bönenerin. So gesehen also ein logischer Schritt der Mannschaft.

„Sie haben mich hier rübergeholt“, stellt Bierkemper in Bezug auf seine Person und den Wechsel der kompletten Mannschaft klar. Er ist Kamener, in Bönen „nur“ bei der Post beschäftigt. Bei der Westfalia trainierte er die Mädchen seit der D-Jugend. Andrea Schimmel holte er später dazu, da es ihm als Mann alleine unter Mädchen zu heikel war, wie er sagt. „Die Kabine ist für mich tabu“, erklärt Bierkemper.

Theoretisch hätte die Mannschaft das Zeug zur Bezirksliga. Souverän holte Westfalia den Meistertitel in der auf vier Mannschaften reduzierten Kreisligastaffel. Von Aufstieg mag er nicht reden. „Aber wir wollen schon oben mitspielen“, gibt er die Ambitionen preis. „Es ist eine schöne Liga mit zehn Vereinen und einigen Derbys“, so der Coach. „Der VfL Kamen ist dabei, die haben einige ältere Spielerinnen aktiviert. Overberge und die Hammer Mannschaften HSC und ASV. Bei denen weiß man nie, wer runterkommt.“ Favorit ist für ihn der Kamener Nachbar.

Die „schnellen Beine“ als Plus

Als Plus in seiner Mannschaft sieht Bierkemper „die schnellen Beine“. Körperlich seien andere Teams sicher stärker. Der Coach setzt zudem auf den Zusammenhalt im großen Kader. Zu den Bönenerinnen kommen die Kamenerinnen Amelie Bierkemper, Annika und Sabrina Müller, Vivienne Rothenpieler, Solveig Treinis, Jacqueline Matusch, Lisa Kassing, Viviane Aschnedorf, Danilea Alewelt und die beiden Torfrauen Charleen Lindemann und Larissa Bartusch. Letztere ist mit 33 Jahren die älteste Spielerin und mit Ober- und Verbandsligavergangenheit (ASV Süchteln, HSG Düsseldorf) auch die erfahrenste in der jungen Mannschaft.

„Wir müssen an unserer Abwehr arbeiten, denn wir fangen uns zu viele Tempogegenstöße“, erkannte Bierkemper nach den beiden verlorenen Testspielen gegen die Bezirksligisten Werler TV und TVG Kaiserau. „Das Angriffsspiel funktioniert schon gut, die Torschützinnen verteilen sich ordentlich. Wir haben immer vier, fünf Spielerinnen mit mindestens vier Treffern.“

Den Trockenübungen in der MCG-Halle würde Bierkemper gerne noch einige Testspiele folgen lassen. Bis zum Saisonstart am 18. September in eigener Halle gegen die HSG Soest (12 Uhr) sucht der RSV-Trainer noch Gegner.

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