Auf dem Rad durch die Mojawe-Wüste zur WM

Der Weg führt Franz-Josef Hürmann  von San Diego aus durch die Mojave-Wüste.

SAN DIEGO - Franz-Josef Hürmann nimmt Kurs auf Las Vegas. Der Altmeister der TTF Bönen ist auf seiner Reise zu den Senioren-Weltmeisterschaften im Tischtennis per Schiff und Fahrrad in diesen Tagen bei „meiner größten Herausforderung“ angekommen, wie er sie nennt: der Durchquerung der Mojave-Wüste auf der historischen Route 66.

Sie führt ihn über 700 Kilometer nach Las Vegas, wo vom 18. bis 24. Juni die World Veteran Championships (WVC) stattfinden – das größte Tischtennis-Turnier der Welt.

Nachdem Hürmann mit dem Rad bis ins italienische Genua gefahren war und von dort über einen Monat auf dem Containerschiff Cap Jackson nach San Francisco an der US-amerikanischen Westküste gereist war, hat der sich der ehemalige Bundesliga-Spieler auf dem Festland erst einmal ein paar Tischtenniseinheiten organisiert. „Ich habe genug Training bekommen“, sagt Hürmann mit einem Lachen.

In Santa Clara im Silicon Valley besuchte er die Tischtennisschule ehemaligen deutschen Bundesliga-Spielers Stefan Feth. Dann ging es mit dem Rad entlang des Pacific Coast Highway 1 nach San Diego. „Dort habe ich eine Woche jeden Tag trainiert“, sagt Hürmann. Nicht mit irgendwem – sondern unter anderem mit einem ehemaligen Weltmeister.

Über die berühmte Route 66 radelt Franz-Josef Hürmann zur Senioren-WM nach Las Vegas. 

Hürmann besuchte in San Diego seinen ehemaligen Vereinskameraden beim TTC GW Bad Hamm, den Schweden Stellan Bengtsson. Der Champion von 1971, der sich seinerzeit in Japan zum jüngsten Titelträger der Tischtennis-Geschichte machte, wohnt seit vielen Jahren mit seiner Frau Angie Rosal, einer ehemaligen amerikanischen Weltklasse-Spielerin, in den USA. „Stellan und Angie kenne ich noch aus den 70er Jahren, als ich hier in der Nähe gelebt habe“, erzählt Hürmann, der selbst mehrere Jahre in Amerika verbrachte. „Es war spannend, sie wiederzusehen.“

Doch Hürmann spielte nicht nur in Bengtsons Club, sondern auch im Balboa Park, als größter Park der Stadt eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten San Diegos. „Mein härtester Gegner hieß Mustafa – und woher kam der? Aus Deutschland natürlich“, sagt Hürmann. „Wir haben uns heiße Matches geliefert. Er hatte früher mal in der alten Oberliga im Norden gespielt. Mittlerweile lebt er seit 20 Jahren hier.“

Dann tauschte Hürmann heiße Matches gegen die heiße Mojave-Wüste. „Da gibt’s nicht so viel zwischendurch“, erzählt der TTF-Altmeister über die Wüstenregion, die sich auf 35 000 Quadratkilometern über vier US-Bundesstaaten erstreckt. Hektik soll keine aufkommen: „Die Zeit ist auf meiner Seite. 14 Tage gebe ich mir dafür“, sagt Hürmann. „Dann habe ich immer noch genügend Zeit, mich zu erholen.“ Es gibt ja noch eine WM zu spielen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare