Kontaktsport in Coronazeiten

Auch auswärts kein Fußball für die Kreisteams mehr

Das Pokalspiel der IG in Holzwickede wird zumindest bis zum 25. Oktober das letzte der Bönener bleiben. Der FLVW untersagte den Teams aus den Kreis Unna bis dahin nun auch sämtliche Auswärtsspiele.
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Das Pokalspiel der IG in Holzwickede wird zumindest bis zum 25. Oktober das letzte der Bönener bleiben. Der FLVW untersagte den Teams aus den Kreis Unna bis dahin nun auch sämtliche Auswärtsspiele.

Bönen – Der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen (FLVW) hat auf die Allgemeinverfügung des Kreises Unna reagiert und bis zum 25. Oktober alle Partien der Jugend- und Senioren-Mannschaften aus diesem Gebiet abgesetzt. Damit dürfen die Teams nicht nur auf den heimischen Plätzen nicht mehr antreten, sondern selbst in überkreislichen Ligen nicht mehr außerhalb des Kreises spielen.

Das war trotz des Verwaltungserlasses am vergangenen Wochenende noch geschehen, da die Staffelleiter bei Nichtantritt Wertungen vorgenommen hätten, wie es bei der Begegnung der IG Bönen gegen Borussia Münster am Sonntag passiert ist, als sich die Gäste weigerten im Risikogebiet anzutreten.

Da der Fußballkreis Unna-Hamm schon am Dienstag den kommenden Spieltag abgesetzt hatte, betrifft die Regelung des FLVW an diesem Sonntag aus der Gemeinde nur den Landesligisten IG Bönen, der bei Westfalia Gemen hätte auflaufen sollen. Doch auch am Wochenende darauf werden die Partien aller Teams aus der Gemeinde nicht stattfinden, egal ob heim oder auswärts.

Das Verlegen von Trainingseinheiten außerhalb des Kreises untersagte der FLVW übrigens ebenfalls.

Kontaktloses Training wieder erlaubt

Stattdessen dürfen die Fußballer ihre Einheiten wieder auf den heimischen Plätzen abhalten – zumindest kontaktlos im sogenannten Social-Distance-Training. Das erlaubte die Kreisverwaltung allen Mannschaften in ihrer neuen Verordnung am Mittwoch und nahm damit auch für andere Kontaktsportarten Teile seiner erst im Sonntag in Kraft getretenen Allgemeinverfügung wieder zurück. Während der Kreis angesichts der steigenden Coronafallzahlen weitere Einschränkungen im öffentlichen Leben vorgenommen hat, gab es für die Sportler also Erleichterungen.

Handballer und Basketballer beispielsweise dürfen nun sogar wieder unter den maßgeblichen Corona-Maßnahmen, was Abstand und Hygiene angeht, trainieren und auch spielen. Im Handball ruht der Spielbetrieb in den Herbstferien allerdings sowieso weitgehend. Zudem hat der Handballkreis Hellweg trotz des Entgegenkommens der Verwaltung in Unna bereits auf seiner Homepage mitgeteilt, dass das Spielverbot, das er am vergangenen Freitag ausgesprochen hat, weiter bis zum 25. Oktober vorgesehen ist. Bis zu diesem Datum gilt die Allgemeinverfügung der Kreisverwaltung für den Sport aktuell.

Kreis sieht beim Fußball hohes Risikopotenzial

Nach langer Überlegung und intensiven Gesprächen mit Verbandsvertretern sei der Kreis von der ursprünglichen Regelung wieder abgewichen, erklärte Sprecherin Constanze Rauert die Entscheidung. Man wolle sich mit den strengeren Vorschriften auf den Fußball konzentrieren, „weil diese Sportart ein hohes Risikopotenzial aufweist“, heißt es in der Verfügung des Kreises. „Es hängt an jedem Einzelnen und jedem einzelnen Verein, ob es klappt oder wir nachsteuern müssen“, appelliert Rauert an die Eigenverantwortung. Im Kreis Unna waren die Neuansteckungen nicht nur über den Inzidenzwert 50 gestiegen, am Mittwoch lagen sie nach Angaben des Robert-Koch-Instituts bei 63.

Der FLVW teilte mit, dass ab dem 31. Oktober die Mannschaften aus dem Kreis wieder in den Meisterschaftsbetrieb einsteigen sollen, falls die Kreisverwaltung die Allgemeinverfügung nicht über den 25. Oktober verlängert. Wie der Verband bei einer Ausweitung über dieses Datum hinaus verfahren wird, teilte er nicht mit.

In einer ersten Version hatten wir berichtet, dass die IG Bönen beim SSV Hamm Trainingseinheiten absolviert hat. Das ist nicht korrekt.

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