TVG sucht ein neues Zuhause für seine Fußballer

+
Bald nur noch Geschichte? Der Vorstand des TVG Flierich-Lenningsen sucht nach einer Alternative für den Sportplatz am Butterwinkel.

Bönen - Der Rasenplatz des TVG Flierich-Lenningsen am Butterwinkel zählt seit Jahren zu den schlechtesten im Fußballkreis Unna-Hamm, die Infrastruktur lässt ebenfalls zu wünschen übrig. Deshalb strebt der Verein nun den Umzug an die Ermelingschule an, um dort einen neuen Platz zu bauen. Noch sind aber viele Gespräche zu führen.

Ruhig und idyllisch liegt der Sportplatz am Butterwinkel derzeit da. Auf der Heimstätte der Fußballer des TVG Flierich-Lenningsen könnten sich Fuchs und Hase momentan gute Nacht sagen, wie es so schön heißt. Auf jeden Fall aber die Maulwürfe, die den Rasen in der spielfreien Zeit mit ihren Hügeln längst wieder für sich erobert haben. Vielleicht können sie bald das ganze Jahr über ungestört bleiben, denn der Verein sucht nach einem neuen Ort für seine Spielstätte. „Der Butterwinkel hat auf Dauer keine Perspektive“, erklärt der 2. Vorsitzende Sebastian Schlieper.

„Der Platz hat keine ordentliche Drainage mehr. Und um es langfristig hinzukriegen, müsste er wohl komplett abgezogen werden und eine neue Drainage verlegt werden.“ Das kostet nicht nur immens viel Geld, es würde zudem an den Standortnachteilen des TVG nichts ändern. Umziehmöglichkeiten, Duschen, Sanitäranlagen, et cetera: Alles ist nicht oder nur rudimentär vorhanden. Dazu ist die Bausubstanz nicht gut. Selbst beim Vereinsheim, das die Fliericher erst 2017 grundsanierten. „Wir verwalten hier eine Baustelle. Alles ist sehr alt, und du reparierst im Grunde immer nur so weiter“, erklärt Schlieper. Das Gesamtpaket am Butterwinkel ist „nicht sonderlich gut“, weiß er – und seine Vorstandskollegen sowie die Mitglieder schätzen die Lage ähnlich ein.

Mitglieder geben positives Feedback

Darüber vergewisserten sich die Vereinsoberen bereits im November, als sie die Mitglieder zu einer Versammlung unter Ausschluss der Öffentlichkeit in die Gaststätte Böinghoff einluden, um ihre Pläne vorzustellen, an denen sie seit etwa einem Jahr bastelten. „Das Feedback war sehr gut“, berichtet Schlieper. Aufgrund eines bei dem Termin eingeholten, einstimmigen Beschlusses setzten er und seine Vorstandskollegen ihre Arbeit fort.

Der Platz am Butterwinkel hat auf Dauer keine Perspektive", sagt der 2. TVG-Vorsitzende Sebastian Schlieper.

Noch wollen sich die Fliericher allerdings nicht in die Karten schauen lassen. „Ich glaube, dass ist ein Thema, dass sehr emotional diskutiert wird“, begründet Schlieper die Zurückhaltung. Fest steht, dass der TVG einen Platz in unmittelbarer Nähe zur Ermelingschule bauen möchte. „Ein Großteil unseres Vereins ist dort schon in der Halle aktiv, deshalb sollen konsequenterweise auch die Fußballer dahin“, sagt der 2. Vorsitzende. Auf dem Ascheplatz trainieren die Germania-Kicker ohnehin schon ab Herbst bis ins Frühjahr. „Wir wollen ein neues Zentrum schaffen“, so Schlieper weiter.

Kunstrasen ist keine Option

Fest steht auch, dass ein Naturrasenplatz entstehen soll. Kunstrasen sei um das Vierfache teurer und für den Verein nicht zu stemmen, erklärt der 2. Vorsitzende. Überhaupt ein Spielfeld mit grünem Gras darauf zu bauen, sei für den TVG eine Herkulesaufgabe. „Wir sind bereit einen Großteil des Neubaus aus eigenen Mitteln zu stemmen, aber ganz alleine schaffen wir es nicht“, sagt Schlieper. Der Verein trägt schon die Ermelinghalle zu großen Teilen gemeinsam mit der Gemeinde. Noch seien die Gespräche aber ganz am Anfang, betont Schlieper. Über Finanzierung, Konditionen und auch ein verfügbares Flurstück müssten noch Verhandlungen begonnen oder weitergeführt werden.

Mit dem neuen Platz wollen sich die Fliericher wieder besser aufstellen. „Mit dem Seniorenbereich sind wir zufrieden. Drei Mannschaften, das ist super für uns als kleiner Verein. Aber die Jugendabteilung ist nicht existent. Da wollen wir angreifen“, erklärt Schlieper die langfristigen Pläne, wenn alles wie gewünscht realisiert werden kann. „Wir haben sehr viele Kinder im Verein, aber keine beim Fußball.“ Besonders nervt den Stürmer der B-Liga-Mannschaft, dass der Nachwuchs außerhalb der Gemeinde in Hemmerde, Lünern oder Rhynern gegen den Ball tritt und dafür durch die Gegend gefahren wird. „Der Bedarf ist da, die Kids hier wollen Fußball spielen“, sagt Schlieper. Und der TVG will ihnen wieder eine echte Heimat geben.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare