Germanen sind auf Sporthalle der Ermelingschule angewiesen

+
TVG-Vorsitzender Dirk Stratmann erläuterte den Status Quo und unterstrich die Bedeutung der Sporthalle für den Verein.

BÖNEN -  Was passiert mit der Sporthalle der Ermelingschule? Wird die Heimat des TV Germania Flierich-Lenningsen wie die Schule nach der Schließung am 1. Juli 2015 abgerissen? Kann der Verein es finanziell stemmen, sie zu übernehmen? Viele Fragen standen am Dienstagabend im Raum, dem Saal der Gaststätte Böinghoff. Konkrete Antworten, ob und wie die Germanen überleben könnten, gab es keine.

Der TVG-Vorstand um Dirk Stratmann hatte zur Infoveranstaltung geladen, um über den Status quo aufzuklären. „Seit Anfang des Jahres gibt es konspirative Treffen von Vertretern aller Vereine hier vor Ort, teils auch in Anwesenheit von Verwaltungsmitarbeitern wie Fachbereichsleiter Robert Eisler, um Möglichkeiten zu suchen, den Gebäudekomplex zu erhalten“, begann Stratmann. „Die hohen Unterhaltungskosten für alles packen wir finanziell nicht“, erklärte Stratmann, „deswegen haben wir uns auf die Sporthalle konzentriert, denn ohne diese können wir auch den Verein schließen.“

Definitiv nötig seien nicht 8 000, sondern 16 000 Euro. Mit Abstand größter Batzen sind, mit der Hälfte der Summe, die Energiekosten. „Wir können die Unterhaltungskosten durch Eigeninitiative vielleicht auf 13000 Euro drücken, vielleicht kommt uns auch die Gemeinde noch entgegen“, erläuterte Stratmann. Greifbar ist die Summe nicht, die überbleibt. Die Frage, ob der Verein „das finanziell stemmen kann?“, war also rhetorisch.

„Wir sind der mit Abstand günstigste Verein in der Region“, regte Trainer Thorsten Müller eine spürbare Beitragserhöhung an. „Wenn alle 20 Euro mehr und die Aktiven für die Hallenutzung nochmal 10 Euro draufzahlen, haben wir doch schon 8 000 Euro pro Jahr – wenn wir dadurch nicht zuviele Mitglieder verlieren.“ Alle Lenningser und Fliericher Vereine könnten ähnlich verfahren, hieß es, sich finanziell beteiligen. Eventuelle Verluste müssten dementsprechend aufgeschlüsselt werden. Eine andere, „alte“ Form der Finanzierung, brachte Stefan Gustafson wieder in Erinnerung: Um die Grundschule zu erhalten, hatte die Bürgerinitiative „Pro Ermelingschule“ das Projekt „500x100 Euro“ ins Leben gerufen. Mit Erfolg: „Am Ende standen Willenserklärungen über die Summe von 23 000 Euro“, so der damalige BI-Sprecher Jens Hoffmann.

„Aber sollen wir die Halle denn, so versifft wie sie ist, übernehmen oder saniert die Gemeinde erst?“, kam die Frage auf, ob der Verein die Halle komplett übernimmt oder die Gemeinde weiter Eigentümer bleibt und nur das Nutzungsrecht überträgt.

„Es sind in der Tat eine Menge Fragen offen. Wir müssen alles in weiteren Gesprächen abklären“, bat Stratmann um Geduld. Und er unterstrich nochmals, dass die Halle für den Fortbestand des Vereins existenziell ist. „Und Germania besteht doch nicht nur aus zwei Fußballmannschaften wie viele denken. Da hängt doch ein ganzer Rattenschwanz an anderen Gruppen wie zum Beispiel ‘Anke Sport´ dran“, bekam er Unterstützung aus dem Publikum. Das müsse ins breite Bewusstsein.

„Das euch der TVG am Herzen liegt, sieht man ja“, freute sich Stratmann über mehr als 100 Besucher, „vielleicht hat ja auch jemand von euch eine neue Idee wie es weitergehen könnte, eine, die wir bisher gar nicht auf dem Schirm hatten.“ Die Vorstandsmitglieder hatten Zettel ausgelegt, eine „Box der Möglichkeiten“ aufgestellt.

Die Veranstaltung war eher eine erneute Demonstration der Geschlossenheit im Bönener Süden, denn die Germanen verließen den Saal so, wie sie ihn betraten, mit einem dicken Fragezeichen auf der Stirn. - ml

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare