Fußball

Die erste TVG-Einheit nach der Corona-Pause

Training mit Abstand: 14 Spieler erschienen zur ersten Einheit des TVG Flierich-Lenningsen nach der Corona-Pause.
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Training mit Abstand: 14 Spieler erschienen zur ersten Einheit des TVG Flierich-Lenningsen nach der Corona-Pause.

Endlich wieder die Fußballschuhe schnüren und eine Runde mit den Kumpels kicken. Doch noch lange ist nicht alles beim Alten.

Bönen - Die Hürden für die Vereine sind hoch, wenn sie wieder Übungseinheiten anbieten wollen. Beim B-Kreisligisten TV Germania Flierich-Lenningsen hatte man sich gewissenhaft auf den Trainingsauftakt am „Butterwinkel“ vorbereitet. Alle Spieler wurden im Vorfeld schriftlich über die Hygienemaßnahmen informiert, erschienen einzeln am Sportplatz, desinfizierten sich mehrfach und trugen sich in eine Anwesenheitsliste ein. „Der Kontakt mit der Gemeinde Bönen war sehr gut“, lobte TVG-Vorsitzender Nils Böckmann die konstruktive Zusammenarbeit. „Die Gemeinde wollte ein Hygienekonzept vorgelegt bekommen, wobei wir problemlos grünes Licht erhalten haben. Wichtig ist, dass die Übungen genauso wie geplant eingehalten werden.“

Beinahe wäre der Auftakt beim TVG 1891 nicht wegen der Corona-Pandemie oder des schlechten Wetters ins Wasser gefallen, sondern wegen des Eichenprozessionsspinners. „Noch am Tag unseres ersten Trainings wurden die Tiere vom Gemeindebauhof abgesaugt und auch der Platz ist in einem guten Zustand. Alle haben Lust, sich darauf zu bewegen“, so Nils Böckmann.

Für Müller sind die Maßnahmen kein Problem

Für TVG-Coach Thorsten Müller ging es bei der ersten Einheit vor allem darum, dass seine Schützlinge ihren Bewegungsdrang in geordneten Bahnen wieder ausleben können, wobei er die Maßnahmen nicht als großes Problem sieht. „Wir sind froh, überhaupt etwas tun zu dürfen. Andere Vereine machen schon Zweikämpfe im fünf-gegen-fünf, aber wir haben uns dazu entschlossen, sämtliche Lockerungen erst mit Zeitverzögerung umzusetzen.“ Bei den Germanen wird vorerst mit Abstand trainiert, wobei Müller das Feld bereits vor Trainingsbeginn mit Hütchen in viele verschiedene Zonen eingeteilt hatte. Passformen und die Arbeit an der individuellen Technik stehen in den nächsten Einheiten im Mittelpunkt.

Da man in Flierich-Lenningsen keine Sommerpause mehr einlegen und stattdessen bis zum Saisonstart durchtrainieren will, sieht man die aktuelle Situation auch als Chance. „Wir können in aller Ruhe an Dingen trainieren, die sonst zu kurz kommen. Neben der Technik werden wir viel im Bereich Antritt und Sprintschnelligkeit arbeiten“, erklärte Müller.

Die körperliche Verfassung stimmt

Zufrieden ist der Coach mit der körperlichen Verfassung seines Teams und auch mit der Beteiligung bei der ersten Einheit, zu der 14 Spieler erschienen. Über ihre WhatsApp-Gruppe hatten die Germanen in den vergangenen Wochen Kontakt gehalten und sich über viele Challenges immer wieder gegenseitig zum Einzeltraining motiviert (der WA berichtete).

„Da waren Sachen dabei wie bestimmte Distanzen zu laufen, oder mit dem Rad zu fahren“, berichtete Böckmann. „Aber auch viele witzige Dinge. Aktuell läuft noch eine Challenge, möglichst viele Klopapierrollen in einer Minute in einen Mülleimer zu schießen. Da ist die Bandbreite groß, zwischen einem und 15 Treffern. Aber die ganze Aktion wurde von der Mannschaft sehr gut angenommen.“

Zweimal wöchentlich bittet Thorsten Müller seine Jungs nun zum Training und will bei Interesse eventuell noch den Sonntag als dritten Tag hinzunehmen. Die Vorbereitung der Übungseinheiten war für den Trainer kein großes Problem. „Ich habe ein bisschen im Internet geschaut und mir sonst Übungen ausgedacht, die jetzt möglich sind. Da muss man halt in kleinen Gruppen arbeiten und zur Not auch mal das Training stoppen, um dann die Bereiche zu wechseln.“

Um den A-Liga-Aufstieg kämpfen

In sportlicher Sicht will der Turnverein Germania, der zuletzt mit den Rängen sechs und sieben im guten Mittelfeld der Liga landete, in der kommenden Spielzeit um den Aufstieg in die Kreisliga A kämpfen. „Wir wollen ganz nach oben“, gibt Müller die Marschroute vor. „Aber mit der IG Bönen II kommt wohl ein übermächtiger Gegner.“ Auf jeden Fall kann der TVG auf ein eingespieltes Team zurückgreifen, denn Abgänge hat der Klub nicht zu verkraften. „Bei den Zugängen bahnt sich bei ein bis zwei Stellen etwas an. Mittwoch findet ein Gespräch statt, aber da können wir noch keine Namen nennen.“

Nachdem die Fußballer als erste Gruppe des Vereins wieder ins Training eingestiegen sind, arbeitet der Vorstand mit Hochdruck daran, dass auch wieder Sport in der selbst verwalteten Ermelinghalle möglich gemacht wird. „Wir schauen, wie die Hygiene in der Halle gewährleistet werden kann“, sagte Böckmann. „Besonders beim Reha-Sport ist eine große Notwendigkeit vorhanden und wir suchen Lösungen, wie das gehen kann. Es geht dabei vor allem um Verantwortung und Haftung.“

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