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Ersatzlauf am Zechenturm ohne Tempomacher

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Von: Markus Liesegang

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Startschuss am Förderturm: Die Lauffreunde absolvierten die zehn Kilometer als Ersatz für die abgesagte Laufveranstaltung.
Startschuss am Förderturm: Die Lauffreunde absolvierten die zehn Kilometer als Ersatz für die abgesagte Laufveranstaltung. © Liesegang

Am Zechenturm gingen nicht wie sonst im Januar üblich hunderte Aktive, sondern lediglich 14 Mitglieder der Lauffreunde, die sonst für einen reibungslosen Ablauf des 10-km-Volkslaufs sorgen, ohne Zeitmessung an den Start. Sie trotzten damit der Absage der beliebten Veranstaltung, die im Sommer in anderer Form nachgeholt werden soll.

Bönen - Es war nahezu genauso wie im Januar vor zwei Jahren. Am Bönener Zechenturm war es windig und kühl. An der am Sonntag imaginären Start-/Ziellinie des Laufs am Förderturm standen diesmal nicht Hunderte. Vereinsvorsitzender Jochen von Glahn schickte um 13 Uhr 14 Lauffreunde auf die Tour über den Sesekeradweg. Es waren die, die sonst hinter den sprichwörtlichen Kulissen für einen reibungslosen, organisatorischen Ablauf des 10-km-Volkslaufs sorgen.

Die Zeit stoppte am Sonntag niemand. Mit Thorsten Buchholz lief aber einer der offiziellen Zeitnehmer mit. Im Coronajahr 2021 wurde er vom Experten Jan-Philipp Struck in die Geheimnisse der Zeitnahme und Auswertung per RaceResult eingeführt.

Eigentlich sollte dieser sechste Volkslauf in Bönens Mitte seine Premiere an der Stoppuhr werden. „Den Lauf selbst bin ich noch nicht mitgelaufen, 2019 und 2020 war ich als Streckenposten im Einsatz“, sagte Buchholz.

Gemütlicher Charakter der Ersatzveranstaltung

„Wir haben aber auch keinen Tempomacher“, betonte Markus Meier den gemütlichen Charakter der Ersatzveranstaltung. Ansonsten ist der zweite Vorsitzende an diesem Tag für die Einteilung der bis zu 70 Helfer zuständig. „Ich habe mir zuhause Erbsensuppe gekocht“, will er zumindest auf den kullinarischen Teil des Tages nicht ganz verzichten.

Grill, Suppenausgabe sowie die Tee-Schenke waren nicht aufgebaut. Ohne das Zusammensein wollten die Läufer nach den zehn Kilometern dennoch nicht auskommen müssen.

Sabine Hermann hatte einen „Kastenkuchen mit Haselnuss“ mitgebracht. Ihre „Kollegin“ vom Kuchenbüffet, Rebecca Vieregge, sorgte für Kaffee und Tee. „2016 bin ich beim ersten Lauf am Förderturm noch selbst an den Start gegangen, damals noch nicht als Vereinsmitglied“, erzählte Vieregge.

Ab 2018 war sie an der Kuchentheke voll eingespannt. 70 Kuchen setzten die Frauen um. „In 2019 hatten wir mit 45 leider deutlich weniger Kuchen und waren noch vor der Siegerehrung restlos ausverkauft.“ Vor Ort frische Waffeln anzubieten sei die erfolgreiche Lösung während des letzten Laufes gewesen. Der Verein schaffte extra Waffeleisen an.

Holger Truchel und Nadine Bieletzki, die am Sonntag ebenfalls mitliefen, sind ganz neu im Verein und haben noch keine Helferfunktion beim Turmlauf. „Ich wäre heute aber sowieso gelaufen“, sagte Truchel. Er kenne die Strecke auch. Bieletzki kannte die Route zwar nicht. Die sportliche junge Frau meinte mit Blick auf die zehn Kilometer aber lediglich lapidar: „Ich denke, das kriege ich hin.“

Lachendes und weinendes Auge

„Man trifft sich hier heute mit einem weinenden und einem lachenden Auge“, sagte Meier. Der richtige Lauf wäre zwar abgesagt worden, dafür könne man aber wieder Zeit miteinander verbringen. „Und wir holen den Lauf ja im Sommer nach.“

„Ich hoffe, dass in diesem Jahr überhaupt ein paar Wettkämpfe stattfinden werden. Die Leute sind hochmotiviert“, erklärte von Glahn. Er selbst pausiert weiterhin wegen eines Meniskusschadens. „Deswegen bin ich auch heute nicht aktiv dabei.“

Nachholtermin im Sommer – Zukunft noch ungeklärt

Den Turmlauf werden die Lauffreunde Bönen im Sommer in gänzlich anderer Form nachholen. „Es wird ein Spaßlauf auf dem Gelände hier“, sagt Lauffreunde-Vorsitzender Jochen von Glahn, „ähnlich dem Fun-Biathlon in Hilbeck.“ Das Event mit Laufen und Werfen soll am 26. Juni stattfinden. Außerdem richten die Lauffreunde am ersten Samstag im Juli wieder einen Sechsstundenlauf aus. Wie es mit dem Lauf am Förderturm weitergehen wird, sei noch nicht ganz klar. Die Lauffreunde wollen im März eine Klausurtagung veranstalten. „Dort wird es auch Thema sein, ob der Lauf weiter im Januar stattfindet oder vielleicht ganz in den Sommer verlegt wird.“ Eine rasche Anmeldung im Laufkalender sei angesagt, um sich einen Termin zu sichern. Bezüglich des abgesagten Laufes 2022 bedankt sich von Glahn bei den Sponsoren. Die Förderung würde bestehen bleiben. „Und für diesen Lauf hatten wir erstmals eine Teilnehmermedaille mit dem Zechenturm ausgelobt, nicht ganz billig“, so der Lauffreunde-Vorsitzende, „wir konnten zum Glück noch rechtzeitig verhindern, dass das Jahr geprägt wurde. Sie bleibt jetzt ohne Datum.“

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