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Erneute Absage: Auch 2022 kein Lauf am Förderturm

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Von: Boris Baur

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Höchstens vereinzelt werden die Ausdauersportler am 9. Januar 2022 rund um den Förderturm laufen. Die Lauffreunde haben die Veranstaltung wegen Entwicklung der Corona-Pandemie abgesagt.
Höchstens vereinzelt werden die Ausdauersportler am 9. Januar 2022 rund um den Förderturm laufen. Die Lauffreunde haben die Veranstaltung wegen Entwicklung der Corona-Pandemie abgesagt. © Markus Liesegang

Auch im Januar des Jahres 2022 wird es keinen „Lauf am Förderturm“ geben. Aufgrund der vierten Welle der Corona-Pandemie haben sich die Lauffreunde Bönen am Mittwochabend schweren Herzens dazu entschlossen, die Veranstaltung wie bereits im Vorjahr abzusagen. Überlegt wird nun sogar, den Lauf in Zukunft in eine wärmere Jahreszeit zu verschieben.

Bönen – Normalerweise hätte am 1. Dezember bereits das Anmeldeportal für den Turmlauf öffnen sollen, doch die Bönener hielten sich wegen der unsicheren Pandemielage zurück. Nun sagten sie die Veranstaltung nach einer Vorstandssitzung komplett ab. „Das war sehr traurig gestern“, sagte der 1. Vorsitzende Jochen von Glahn am Donnerstag.

Zunächst hätten die Anwesenden über Für und Wider einer Durchführung diskutiert, doch am Ende sei allen die Notwendigkeit einer Absage klar gewesen. Schon 2021 hatte der erste Lauf des Jahres in der Umgebung nicht stattgefunden. Damals gab es wegen des Lockdowns keine Alternative, diesmal war es eine Abwägung, die den Lauffreunden aufgrund der Tradition ihrer Veranstaltung nicht leicht fiel. Am Sonntag, 9. Januar, hätte die sechste Auflage am Turm nach zuvor 30 Mal „Rund um Flierich“ stattfinden sollen.

Gesundheit, Aufwand und das Finanzielle

Die Gesundheit der Läufer und der ehrenamtlichen Helfer, die unter den strengen Corona-Schutzmaßnahmen leidende Atmosphäre und nicht zuletzt auch finanzielle Aspekte waren letztlich die Gründe für die Absage. „Den Charme des Turmes können wir nicht abbilden“, erklärte von Glahn. Bei Vielstarter Todt G. Willingmann hatten sich die Lauffreunde noch einmal erkundigt, wie es sich bei anderen Veranstaltungen derzeit anfühlt. „Ein Lauffeeling kommt nicht auf“, habe das Vereinsmitglied mitgeteilt.

Außerdem dürfen Zuschauer, Helfer und Aktive aller Wahrscheinlichkeit nach auch im neuen Jahr nur geimpft oder genesen zum Turm kommen. „Das Gelände ist sehr weitläufig, da müsste man alle erfassen oder den Bereich absperren“, spricht von Glahn von einem erheblichen zusätzlichen Arbeitsaufwand. Zudem können die Lauffreunde kein Catering im Inneren des Turmes anbieten, maximal draußen in deutlich reduziertem Maßstab. „Das ist ja auch ein Teil unseres Umsatzes“, so der 1. Vorsitzende.

FLVW sagt alle Läufe im Dezember ab

Dass der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen (FLVW) am Mittwoch sämtliche Laufveranstaltungen im Dezember absagte, habe auch in die Entscheidung, abzusagen, hineingespielt. Zumal die Lauffreunde laut von Glahn befürchten, dass die Läufe, die ab Januar durchgeführt werden, das besondere Interesse der Ausdauersportler anziehen könnten. „Wenn einer der Läufe stattfindet, wird der vielleicht überlaufen. Da kommen wir dann mit den Startzeiten nicht mehr nach.“ Außerdem gäbe es womöglich viel Trubel, der wiederum aufgrund der Ansteckungsgefahr aktuell vermieden werden soll.

Bis zur Absage haben die Lauffreunde schon einiges in die Planung und die Vorarbeiten investiert, das Gros wäre aber erst kurz vor dem Start auf sie zugekommen. Neben den ganzen Anmeldeformalien war auch die Ausschreibung schon gedruckt und zumindest teilweise verteilt. „Wir bitten die Sponsoren um Verständnis und hoffen, dass sie ihre Rechnung dennoch begleichen. Wenn nicht, wären wir aber auch nicht böse“, sagt von Glahn.

Wird der Turmlauf in den Sommer verlegt?

Als Ersatz denkt der Vorstand derzeit über eine Veranstaltung später im Jahr neben dem geplanten Sechs-Stunden-Lauf am Turm im Sommer nach. Dann könnte ein Lauf mit etwas anderem kombiniert werden, zum Beispiel als Duathlon, lässt der Vorsitzende die Gedanken kreisen. „Wir wollen den Namen der Lauffreunde im Gespräch halten“, erläutert er.

Eine Klausurtagung ist im kommenden Jahr ebenfalls angedacht. Ein Thema ist laut von Glahn eine Verlegung des Turmlaufs weg aus dem Winter. Die Lauffreunde hatten die Termine im Januar einst unter anderem deshalb gewählt, weil im Sommer kaum etwas frei war im Laufkalender. Einige andere Veranstaltungen in der Umgebung finden mittlerweile allerdings nicht mehr statt, ohne das Corona der Grund dafür ist. „Wir wären dann nicht ganz so wetterabhängig“, nennt er einen Vorteil. Spruchreif ist in dieser Hinsicht allerdings noch längst nichts.

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