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Erfahrungsbericht zum neuen TVG-Kurs „Man(n) bewegt sich“

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Von: Markus Liesegang

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Mit Spaß dabei: Christoph Rademacher (weißes Shirt) und die Teilnehmer der Männergymnastik.
Mit Spaß dabei: Christoph Rademacher (weißes Shirt) und die Teilnehmer der Männergymnastik. © Markus Liesegang

Früher sei der TVG Flierich-Lenningsen ja ein reiner Kickerverein gewesen, blickt Christoph Rademacher zurück. Seit einigen Jahren jedoch entwickelt sich der Klub immer mehr in die Breite.

Bönen - Neben dem schon traditionellen Kinderturnen mit Anke „Sport“ Rademacher bietet die Ermelinghalle eine Heimat für Gymnastik vornehmlich für Frauen, Volleyball, Basketball oder die beiden Radfahrgruppen.

„Dieses Angebot für Männer, die mit den klassischen Sportarten nicht so viel anfangen können, fehlte einfach“, meint Rademacher über das neueste Angebot des Vereins, nämlich „Man(n) bewegt sich“, das regelmäßig jeden Donnerstag von 20 bis 21.30 Uhr angeboten wird.

Auch wenn Übungsleiter Rademacher ausdrücklich betont, dass diese Männergymnastik in erster Linie Spaß machen soll, schmerzhaft wird es an diesem schwülwarmen Abend für alle der sieben Teilnehmer um die 60 Jahre auch. Besonders beim „Gelenkspalt öffnen“, einer Einheit für die Schulter.

Es geht richtig zur Sache

Nach dem klassischen Rundenlaufen mit Schwierigkeitsgrad Kreuzschritt zum Warmmachen, geht es richtig zur Sache. „Wer sich die Übungen nicht zutraut oder einfach nicht machen kann, setzt aus“, stellte Rademacher schon bei der Begrüßung klar. Ein einziger setzt an diesem Abend wegen körperlicher Einschränkungen am Stepbrett kurz aus. Auch der Autor dieser Zeilen erledigt eine Aufgabe aus einem ähnlichen Grund nicht ganz korrekt. Der persönliche Ehrgeiz – und vielleicht ein wenig der Gruppenzwang – lässt durchhalten. Zudem die Neugier auf das, was noch geht.

„Wir sind ja alle hier, weil wir uns im Alltag zu wenig bewegen, vor allem nicht auf die Art und Weise“, beschreibt Rademacher den Hintergrund des Angebots. Curlen und Butterfly seien uns doch fremd. „Und an Koordination fehlt es uns zudem“, beobachtet er die etwas krampfhafte Vereinigung von Arm- und Beinbewegungen beim Versuch, die Stepbrett-Stufe im Rhythmus zu nehmem.

Die Beweglichkeit wird besser

„In der Gruppe macht es einfach mehr Spaß“, erklärt Jörg Grünewald sein Engagement. „Und die Beweglichkeit wird tatsächlich besser mit der Zeit. Beim Fahrradfahren, das ich ja regelmäßig mache, funktioniert der Schulterblick jetzt leichter.“ Er ist von Beginn an, also zum vierten Mal, dabei.

„Was machst du, wenn die Reha ausläuft?“, fragt Ralf Willbrand zu Recht. Zuhause verhindere der „innere Schweinhund“ regelmäßiges Training. „Und keiner guckt drauf, wie man die Übung ausführen würde.“ Da rutsche man schnell in die Schonhaltung. „Das ‘Warum wir diese Übung so und nicht anders machen’, ist ja entscheidend“, bestätigt der Übungsleiter.

Anke „Sport“ Rademacher unterstützt

„Der Verein wusste, dass ich in jungen Jahren vor über 35 Jahren mal Sport studiert habe und hat mich überzeugt, die Gruppe anzuleiten“, erzählt Rademacher, wie er zu seinem Engagement kam. Den Übungsleiterschein hofft der EDV-Fachmann aufgrund seiner Vorbildung schnell auffrischen zu können. Der unschätzbare Vorteil für ihn und letztlich den Verein: Seine Frau ist Anke „Sport“ Rademacher. Sie hat nicht nur eine Liste der Übungen erstellt, sie probt diese auch mit ihrem Mann. „Und sie lacht mich aus, wenn ich diese eklige Übung mache (eine Brücke).“

Rademacher blickt auf seinen Zettel, auf dem von Woche zu Woche neue Aufgaben auftauchen. „Oh, wir müssen uns jetzt ein wenig sputen. Noch eine Übung und dann spielen wir.“

Die zehn Minuten Hockey mit Stab und Gummiring machen allen dann tatsächlich Spaß, auch wenn der Schweiß dabei richtig fließt. „Jetzt brauch ich auch zwei Wochen Erholung“, meint einer der Teilnehmer. Glück gehabt: Der nächste Übungsabend ist Feiertag. „Und außerdem Vatertags-Turnier mit Hobbymannschaften am Butterwinkel. Da könnt ihr mitkicken, ich geb auch ein Bier aus“, motiviert der Übungsleiter zu einem weiteren neuen Bewegungsformat.

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