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Entscheidung in der Nachspielzeit: IG setzt sich gegen Borken durch

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Von: Rainer Gudra

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Die IG Bönen - hier mit Cabuk (vorne) und Et - vergab gegen Borken viele gute Chancen.
Die IG Bönen - hier mit Cabuk (vorne) und Et - vergab gegen Borken viele gute Chancen. © Rainer Gudra

Die IG Bönen hat ihre Pflichtaufgabe daheim gegen die SG Borken mit einem 3:1-Erfolg (0:1) gelöst und den Vorsprung von acht Punkten an der Spitze der Fußball-Landesliga (4) verteidigt.

Hamm - Das Team von Ferhat Cerci überzeugte allerdings nicht in allen Phasen des Spiels und traf erst in der Nachspielzeit durch den Doppeltorschützen Emir Demir zur Entscheidung (90.+2). Nach 0:1-Rückstand durch Jannik Bone (20.) drehten Demir (57.) und Yasin Acar (68.) das Spiel.

Cerci fordert frühere Entscheidung

Cerci reagierte durchaus mit Verdruss auf die Darbietung seiner Mannschaft: „Es ist Fastenzeit, da müssen wir solche Spiele deutlich früher entscheiden. Die Jungs haben seit heute morgen um 5.30 Uhr nichts gegessen, nichts getrunken, und irgendwo ab der 65., 70. Minute lässt dann einfach auch die Konzentration nach“, meinte er, und: „Das ist dann anstrengend für einen Trainer, zumal die Chancen ja da waren.“

Die Gastgeber kamen auf dem holprigen und tiefen Rassengeläuf nur schwer ins Spiel, wirkten hektisch, leisteten sich viele technische Fehler und Missverständnisse im Passspiel. Die besseren Chancen besaßen die abstiegsbedrohten Gäste auch ohne ihren verletzten Torjäger Bastian Bone: Zunächst vergab Durin Feta nach Flanke von Frederik Arnold-Hallbauer freistehend, dann traf Abwehrchef Jannik Bone überraschend zur Führung, als er einen Feistoß aus dem rechten Halbfeld aus kurzer Distanz über die Linie drückte (19.).

Rudolph ärgert IG-Angreifer

In der Folge schossen die Bönener Gästekeeper Jason Rudolph warm, der Semih Yigit, Adem Cabuk, Arif Et, Ersin Kusakci und zuletzt Emre Demir mit seiner Reaktionsschnelligkeit zur Verzweiflung brachte. „Machst du nur drei von den richtig guten Dingern, dann steht es zur Pause 3:1 und du bist auf der sicheren Seite“, ärgerte sich Cerci.

Trugen die Gastgeber in der ersten Halbzeit vornehmlich über rechts und Kusakci ihre Angriffe nach vorne, spielten sich in den zweiten 45 Minuten viele Szenen auf der linken Seite ab, wo Semih Yigit das Kommando übernahm – und mit einem Solo über mehr als das halbe Feld den Ausgleich vorbereitete. Demir traf nach dessen Zuspiel von halbrechts mit einem Flachschuss ins lange Eck.

Demir und Acar drehen das Spiel

Genau zehn Minuten später machte der Tabellenführer die zwischenzeitliche Überlegenheit erstmals in Zahlen deutlich: Nach Vorarbeit von Cabuk traf Acar aus ähnlicher Position wie zuvor Demir zur Führung (67.). „Da hatten wir eine gute Phase, haben das Tempo angezogen und unsere Tore gemacht, Aber nach dem 2:1 haben wir wieder aufgehört, Fußball zu spielen“, ärgerte sich Cerci, der vom 3-4-3 auf eine Vierer-Abwehr umstellte und für die Schlussphase auf viele erfolgreiche Umschaltmomente hoffte – wobei der eingewechselte Serhad Gün nach Querpass von Cabuk das dritte Tor zwingend erzielen musste. So erfüllte sich die Hoffnung des Trainers erst in der zweiten Minute der Nachspielzeit. Nach einem lang gespielten Ball aus der eigenen Hälfte lief Demir alleine auf Rudolph zu. Borkens Keeper wehrte den Ball im Eins-gegen-eins ab, und erst im zweiten Anlauf – nach Zuspiel des mitgelaufenen Gün – war für Demir das Tor verwaist genug, um zur Entscheidung zu treffen.

Am Sonntag nach Werne

Bis dahin musste der klare Favorit allerdings um seinen Dreier bangen, denn die Borkener riskierten alles und sorgten mit einigen Eckbällen und Freistößen für erhebliche Unruhe. „Ich wusste um ihre Stärke bei Standards“, sagte Ferhat Cerci, und: „Insgesamt war es aber ein verdienter Sieg.“

Sein Blick ging gleich weiter auf den kommenden Sonntag, an dem sein Team auf dem allseits ungeliebten Kunstrasen des Tabellendritten Werner SC antreten muss. „Das wird natürlich noch einmal ein Stück schwerer und härter. An der Chancenverwertung müssen wir arbeiten. Gerade bei einer Mannschaft wie Werne, die eine höhere Qualität im Offensivbereich hat, wird das entscheidend sein.“

IG Bönen: Klemmer – Kuhn (58. Acar), Bulut, Spahic (58. Kurtovic) – Kusakci, Algan, Demir, Elmoueden – Cabuk, Et (72. Gün), Yigit

Tore: 0:1 J. Bone (19.), 1:1 Demir (57.), 2:1 Acar (67.), 3:1 Demir (90.+2)

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