Großmeisterin verliert keines von 29 Spielen in Bönen

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Elisabeth Pähtz zieht am Brett von Marco Nielinger. Ingo Specht (dahinter) überlegt seinen nächsten Zug.

BÖNEN -  Allein gegen 29: Die internationalen Meisterin und Frauengroßmeisterin Elisabeth Pähtz stellte sich im Awo-Seniorenheim eine großer Herausforderung. Ausrichter SV Bönen 49 hatte Pähtz zu einer Simultan-Schachveranstaltung eingeladen.

Die Altersspanne reichte dabei von zwölf bis 70 Jahren und den Löwenanteil der Spieler stellte der heimische SV 49. Auch Bönens Bürgermeister und Schirmherr Reiner Eßkuchen ließ es sich nicht nehmen, als einziger „Nichtvereinsspieler“ gegen die deutsche Nummer eins anzutreten und verteidigte sich sogar länger als zwei der Vereinsspieler. Er regte in seiner Begrüßung an, dass junge Spieler das AWO-Seniorenheim besuchen könnten, da Schach gegen Demenz helfe.

Während die Ersten bereits nach einer knappen Stunde die Waffen strecken mussten, entwickelten sich an einer Vielzahl von Brettern interessante Partien. Nach zweieinhalb Stunden waren immer noch die Hälfte der Akteure im Rennen. Fast zeitgleich gab es dann nach fast drei Stunden Matchdauer zumindest die ersten Teilerfolge für die heimischen Schachspieler. Altmeister Waldemar Rak spielte eine fehlerfreie Partie und hatte zwischenzeitlich sogar Gewinnaussichten. Am Ende reichte ihm Elisabeth Pähtz in einem für sie eher leicht schlechteren Damenendspiel die Hand zum verdienten Unentschieden. Das schaffte wenige Sekunden vorher auch Klaus Menne, der sich aus einer zwischenzeitlich brenzligen Situation befreite.

Viel mehr ließ die Schachmeisterin aber nicht zu. Lediglich gegen Holger Reinert vom SV49 erlaubte sie noch ein drittes Unentschieden, nachdem der Bönener eine sichere Verteidigungsposition aufgebaut hatte. Alle anderen Begegnungen beendete Pähtz siegreich.

Hervorzuheben sind noch die Leistungen von fünf Jugendlichen: Stephan Wegner, Leonardo Bednik vom SV Bönen, Tim Lipske (SV Ahlen) sowie Lando Korten (SV Unna) und Jan Schulte (SV Kamen) leisteten zwischen drei und dreieinhalb Stunden Gegenwehr und gehörten damit zu den letzten zehn Verbliebenen. Kurz danach streckten dann Peter Leisen, Marco Nielinger, Guntram Lenz und Henryk Bednik die Waffen. Nach fast vier Stunden Spielzeit beendete Ralf Schütz schließlich als Letzter der 29 angetretenen Schachspieler nach über 60 Zügen sein Match.

Nach dem Wettkampf stand die Großmeisterin noch für ein Pläuschchen bereit, verteilte Autogrammkarten und diskutierte über ein paar der Partien. „Eine sehr starke Schachspielerin und eine äußerst angenehme Persönlichkeit, ich denke das hat sich für alle Teilnehmer gelohnt“, resümierte der SV49-Spielleiter Gernot Medger. - gm

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