Handball

Beharrlichkeit zahlt sich aus: RSV-Neuzugang Weigel

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Erster Einsatz im RSV-Trikot: Dominik Weigel wird in der Vorbereitung am Zusammenspiel und der Abstimmung mit seinen neuen Teamkollegen feilen.

Bönen - Eigentlich hatte Dominik Weigel mit dem Kapitel Handball schon abgeschlossen. Mit dem Ende seines Lehramtsstudiums wollte er andere Prioritäten setzen. Doch seine früheren Mitspieler waren „ziemlich beharrlich“, weswegen er ihnen jetzt vom ASV Hamm-Westfalen zum RSV Altenbögge folgt.

Bei der Oberliga-Reserve des ASV hatte der Kreisläufer keinen neuen Vertrag erhalten, zudem wollte er mehr Zeit für die Freundin und die Freunde haben, doch die Hammer Fraktion in Bönen überzeugte ihn, weiterzumachen. „Das war der hauptentscheidende Grund für den Wechsel zum RSV“, erklärt Dominik Weigel. „Ich wollte mit den Jungs nochmal zusammenspielen. Da weiß ich, dass ich Spaß am Sport haben werde“, so der 27-Jährige, der Angebote aus der Oberliga ablehnte, und sich auch gerne mit Marius Schrage wieder die Bälle zugeworfen hätte. Doch der Rückraumakteur packt bekanntlich höherklassig an.

Noch nicht viel mit dem Ball gemacht

Mittlerweile hat Weigel, der nach den Ferien in sein Referendariat startet, sein erstes Testspiel mit der neuen Mannschaft absolviert. „So viele handballerische Eindrücke habe ich aber noch gar nicht, denn wir hatten, seit ich da bin, erst einmal den Ball in der Hand“, sagt er. Konditions- und Krafttraining stand auf dem Programm. Wovon der Neuzugang zudem drei Wochen urlaubsbedingt verpasste.

Ganz böse war er darüber nicht: „Die Vorbereitung ist immer eine Quälerei. Egal, in welcher Liga man spielt, es ist immer anstrengend und immer warm.“ Dass er einen großen Rückstand aufgebaut hat, glaubt Weigel nicht. Und leichter werde es in der zweiten Phase mit mehr Ball ebenfalls nicht. „Das kann auch schlimm werden“, weiß er aus Erfahrung.

Am Kreis und in der Deckung wartet viel Arbeit

Fit sein muss der neue Mann am Kreis, wenn die Landesliga-Saison am 14. September losgeht. Umso mehr, wo sein Positionskollege Florian Warias mit Verdacht auf einen Bandscheibenvorfall lange auszufallen droht. Weigel könnte so nur wenige Verschnaufspausen erhalten. „Schade, dass er sich verletzt hat. Mit ihm hatte ich einen sehr guten Gespannpartner. Aber das ist für mich eine bekannte Situation, meine Partner sind schon öfters verletzt ausgefallen. Das wird dann deutlich mehr Belastung für mich, doch damit muss ich leben.“

In der Defensive wird Weigel im Innenblock oder auf den Halbpositionen eingesetzt werden. Dort verhilft er dem RSV zu mehr Körperlichkeit, die die Altenbögger nach den Abgängen von Schrage und Timo Weber, aber auch dem endgültigen Rücktritt von Tino Stracke sowie dem möglichen Ausfall von Warias gut gebrauchen können. In der Art, wie die Spieler ihren Körper einsetzen, sieht der Neuzugang einen der größten Unterschiede zwischen seiner neuen und der alten Spielklasse. „In der Oberliga sind die Gegner körperlich präsenter“, sagt er. Außerdem sei er mit dem ASV auf viele Akteure getroffen, die noch höher gespielt haben, teilweise vorher Profis waren. „Das ist ein ganz anderes Niveau“, betont er die Differenz im Spielverständnis. Die Geschwindigkeit sei dagegen in beiden Ligen ähnlich.

Kein Springer, aber jemand mit Körper

Wobei Weigel nicht derjenige sein wird, der bei Umschalten von Abwehr auf Angriff vorneweglaufen wird. „Mit meiner Größe und meinem Gewicht habe ich da gegenüber den kleinen Spielern Nachteile. Das schnelle Spiel gehört nicht zwangsläufig zu meinen Stärken“, sagt er und lacht. Immerhin habe er sich in der vergangenen Saison in diesem Punkt verbessert, weil die ASV-Reserve viel über Tempo gekommen sei. Beim RSV wird er sich da nicht groß umstellen müssen. Auch Altenbögge möchte schnell spielen und die Chance zu leichten Toren nutzen. Die erste und zweite Welle haben Weigel im Test gegen den TV Werne am vergangenen Sonntag (32:21) schon gut gefallen.

Im gebundenen Spiel müssen die Abläufe noch besser werden. Gerade für ihn am Kreis sei das wichtig, zumal er nur mit wenigen der Bönener Rückraumakteure schon zusammen auf der Platte stand. „Das braucht eine gewisse Eingewöhnungszeit“, setzt der Neuzugang auf die Vorbereitung. Wenn dann alles funktioniert, traut er seiner neuen Mannschaft einiges zu. „Wenn alle fit sind, können wir eine gute Rolle spielen“, peilt er das obere Tabellendrittel an. Genaueres könne er jedoch erst im Verlauf der Saison sagen: „Die fünf Aufsteiger können eine Chance sein, aber auch schnell eine Gefahr werden. Wir kennen die Mannschaften nicht. Das wird ein Drahtseilakt“.

Einer, den Weigel mit seinem neuen Team meistern möchte, schließlich will er Spaß an seiner weiteren Handball-Karriere haben. Viele Siege würden da nicht schaden.

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