Handball

Dominik Warias ist zurück beim RSV

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Wie wichtig routinierte Spieler wie Dominik Warias für den RSV Altenbögge sind, bewies dieser mit sieben Toren beim Kurzeinsatz gegen Coesfeld. Nach über vier Monaten Auszeit hat der Rückraumspieler wieder „Blut geleckt“ und will auf die Zähne beißen.

Von „Wunderheilung“ sprechen speziell Fußballreporter gerne, wenn ein eigentlich „Schwerverletzter“ nach recht kurzer Genesungszeit überraschend wieder aufläuft. Dominik Warias ist aber weder Fußballer, noch war seine Genesungszeit kurz.

Dennoch: Der Altenbögger Handballer trat im Spiel gegen den Tabellenletzten DJK Coesfeld überraschend auf die Platte. „Ich hatte die Woche über schon mittrainiert“, sagt der Spielmacher des RSV nach dem 33:28 (17:13)-Erfolg beim DJK. „Das mit dem Fuß ging schon einigermaßen.“ 

Er saß beim Abstiegsduell im Münsterland zunächst aber auf der Auswechselbank. „Geplant waren auch nur fünf Minuten“, wusste der Rückraumspieler, dass es an diesem Tag tatsächlich Ernst werden sollte. „Ich sollte als Entlastung für meinen angeschlagenen Bruder Felix auflaufen.“ Aber eben nur für besagte fünf Minuten. Dominik Warias verschaffte dem „Kleinen“ in der ersten Hälfte eine Verschnaufpause. In der Pause signalisierte Felix Warias, dass es nicht mehr ginge. Er blieb wegen seiner entzündeten Ferse auf der Bank. Der Ältere übernahm anschließend den Part in der Altenbögger Rückraummitte. 

"Es hat super geklappt"

Warias wunderte sich selbst ein wenig. „Es hat super geklappt“, freute er sich. „Mir fehlte zwar Luft, aber von der Kraft her passte es.“ Sieben Feldtore standen schließlich in der Statistik. Spitze. Überragend angesichts der kurzen Einsatzzeit. Lukas Florian traf ebenfalls sieben Mal, aber dreimal vom Siebenmeterpunkt. „Es hat Spaß gemacht“, begründete Warias den starken Auftritt. Außerdem müsse der RSV endlich da unten raus. Er wird offensichtlich gebraucht.

Die Therapie ist: Geduld haben

Schon seit September plagt sich Dominik Warias mit einem Gelenködem herum. Eine unspezifische Diagnose, die er selbst mit einem Pferdekuss im Fuß beschreibt. Wasser sammelt sich im Gelenkspalt, drückt bei Belastung auf Blutgefäße und Nerven. Das schmerzt dann. Die Therapie ist, Geduld zu haben. Und für Entlastung zu sorgen. Warias trägt tagsüber einen Spezialschuh mit Karboneinlage, die für ein weniger belastendes Abrollen des Fußes sorgt. Nach dem Einsatz in Coesfeld spürte er die Verletzung schon. Dienstag bekam er deshalb trainingsfrei. 

„Am Donnerstag schnüre ich wieder die Schuhe“, sagt Warias mit Blick auf die zweite der wöchendlichen Einheiten. „Ein paar Spiele werde ich wohl schon noch machen“, hat der Mittelmann Blut geleckt. Heimlich! „Denn eigentlich hätte ich nicht spielen dürfen“, flüstert er. Ärzte, Mutter und Freundin waren dagegen. „Aber die geplanten fünf Minuten konnte ich ihnen noch verkaufen“, ergänzt er schmunzelnd.

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