Fußball

Dominik Sorge wirbt um Verständnis: "Einfach nur doof gelaufen"

Dominik Sorge hat sich nach einer Zusage in Bönen doch noch für den TuS Wiescherhöfen entschieden.
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Dominik Sorge hat sich nach einer Zusage in Bönen doch noch für den TuS Wiescherhöfen entschieden.

Dominik Sorge ist ein Urgestein der SpVg Bönen. Und der offensive Rechtsverteidiger ist dem Verein eng verbunden. Jetzt aber wechselt er.

Bönen - Dominik Sorge fing den Sport in Bönen an, wurde von der E- bis zur B-Jugend bei der Hammer SpVg ausgebildet. Vor sechs Jahren spielte Sorge schon einmal in Wiescherhöfen Bezirksliga, wechselte wieder zu seinem Heimatverein. Nach dem Abstieg der SpVg aus der Bezirksliga kickte er ein Jahr in Königsborn, bevor er erneut zurückkehrte. Mit seinem aktuellen Wechsel zum Landesligisten TuS Wiescherhöfen schreckte der 27-Jährige Mitspieler und Mannschaftsverantwortliche auf. Niclas Arenz, Sportlicher Leiter der SpVg, empfand die Absage Sorges an weiteres Jahr Kreisliga als „Schlag ins Gesicht“. Im Gespräch erklärt der Fußballer die Beweggründe für seinen Gang nach Hamm.

Herr Sorge, Sie haben bei der SpVg Bönen das Fußballspielen gelernt, sind dem Verein unheimlich lange treu gewesen. Ihr Abgang hat viele Ihrer langjährigen Weggefährten überrascht und auch verärgert.

Ja. Das hab ich mitbekommen. Ich hab ja auch am Anfang gesagt, dass ich bleibe. Und ich habe dann zumindest versucht zu erklären, warum ich das doch mache, einfach um die Chance Landesliga für mich noch einmal wahrzunehmen. Ich hatte so ein bisschen auf Verständnis gehofft, so unter dem Motto: Man gönnt mir das. Es ist, die Situation betrachtet, natürlich doof gelaufen. Wer mich kennt, weiß aber auch, dass ich zu meinem Wort immer gestanden habe. Und so etwas wie jetzt auch grundsätzlich nicht gemacht habe. Aber für mich war dies eben die letzte Chance, Landesliga zu spielen. Als Fußballer ist man mit 27 oder jetzt Ende des Jahres 28 nicht mehr ganz so der Jüngste. Da hab ich halt für mich noch einmal die Chance wahrnehmen wollen, zwei Ligen höher spielen zu können. Um mir selber zu beweisen, ob ich das packen kann oder nicht.

Haben Sie sich angeboten oder kam die Anfrage?

Ich wurde vom Trainer Thorsten Heinze angesprochen.

War eigentlich auch Königsborn ein Thema? Da spielt ja ihr alter Weggefährte Tobias Wittwer, und die sind ja jetzt in die Bezirksliga aufgestiegen.

Ich war mit Königsborn im Gespräch. Aber da war es ein Kreisliga A-Verein, und innerhalb der Liga wollte ich nicht wechseln. Wenn Kreisliga, dann ist Bönen mein Verein – aus ganz tiefer Verbundenheit.

Warum haben Sie denn Wiescherhöfen beim ersten Mal wieder verlassen, was passte damals nicht?

Das war eine ganz andere Situation. Ich war relativ jung, hatte gerade meine Ausbildung angefangen. Da hat das ganze nicht so gut gepasst, auch weil ich mit dem damaligen Trainer (Anm. der Red.: Marc Bördeling) nicht so gut klar kam. Da hab ich gesagt, in Bönen weiß ich, was ich habe.

Was erwarten Sie denn diesmal in Wiescherhöfen?

Erst mal eine ganz neue Saison, eine ganz neue Situation, aufgrund dieser ganzen Coronasache auch. Keiner weiß ja so richtig, wann es losgeht, und wie es losgeht. Ich meine, in Wiescherhöfen hat ja jetzt auch ein großer Umbruch stattgefunden. Das ist natürlich eine Chance für alle, auch für den Verein, der ja die letzten Jahre eher unten mitgespielt hat und, hätte es Corona nicht gegeben, vielleicht auch abgestiegen wäre. Aber es herrscht Aufbruchstimmung, es sind ja auch einige junge Leute dazugekommen. Und ich sehe mich da eher als Routinier, spiele ja schon zehn oder elf Jahre bei den Senioren.

Kennen Sie jemanden aus der Mannschaft?

Dominik Degelmann, den Co-Trainer der Wiescherhöfener, kenne ich auch privat, Toto Heinze ja auch. Jonas Große-Allermann aus Spielen der SpVg gegen den Hammer SC – als Fußballer kennt man sich hier im Kreis halt irgendwie.

TuS-Torwart Marco Behrend kennen Sie auch privat. Aber der geht ja jetzt zum Kreisligisten SVF Herringen. Wollten Sie mit ihm nochmal zusammenspielen?

Ich wusste von vornherein, dass er gehen will. Er hat zwar überlegt, nicht zu wechseln, wollte aber sein Wort nicht brechen, was ich absolut respektvoll finde. Ich habe meinen Wechsel aber unabhängig von irgendwelchen Personen gemacht. Für mich ging es darum, meine Chance wahrzunehmen. Die Überlegung war, spielst du jetzt noch drei, vier Jahre Kreisliga A in Bönen, oder beweist du es dir.

Wie halten Sie sich momentan fit?

Laufen, und ich habe mir von Sercan Engin (Anm. der Red.: Personaltrainer) einen Fitnessplan erstellen lassen. Es heißt ja, die Bundesliga startet erst im September, da fangen die Kleinen bestimmt nicht früher an. Wenn wir also Pech haben, fängt die Sommervorbereitung ja erst im August an.

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