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Die IG Bönen im siebten Aufstiegs-Himmel

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Von: Patrick Droste

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Aufstiegparty in Ahaus: Die IG Bönen spielt kommende Saison in der Westfalenliga.
Aufstiegparty in Ahaus: Die IG Bönen spielt kommende Saison in der Westfalenliga. © Droste

Die IG Bönen hat durch einen 4:2-Sieg bei Eintracht Ahaus die Meisterschaft in der Landesliga gewonnen und wird in der kommenden Saison als Westfalenligist an den Start gehen

Ahaus - Yasin Acar hatte gerade das 3:1 für die IG Bönen erzielt, da schnappte sich der zuvor ausgewechselte Adem Cabuk eines der mitgebrachten Aufstiegs-T-Shirts und sagte zu den anderen Teamkollegen auf der Bank: „Komm, lass uns die anziehen.“ Doch kaum hatte er es über den Kopf gestreift, zog er es schon wieder aus und ließ es in der Hand verschwinden. Denn Cihan Bolat hatte für den SV Eintracht Ahaus in der 90. Minute auf 2:3 verkürzt und noch einmal für Spannung gesorgt. Als aber Zübeyir Kaya in der zweiten Minute der Nachspielzeit das 4:2 (2:0) erzielte und der Sieg der IG endgültig feststand, gab es auf der Bank und auf dem Platz bei den Bönenern kein Halten mehr.

Denn fünf Spieltage vor dem Saisonende hatten sie die Meisterschaft in der Fußball-Landesliga und damit den Aufstieg in die Westfalenliga perfekt gemacht. „Ich bin einfach nur glücklich und stolz“, sagte Trainer Ferhat Cerci, nachdem er genauso wie alle anderen unmittelbar Beteiligten das Meistershirt übergestreift hatte.

Viel zu früh das Fußballspielen eingestellt

Dass es ein nicht unbedingt leichtes Unterfangen gewesen war, ehe der entscheidende Dreier eingefahren war, hatten sich die Gäste selbst zuzuschreiben – doch das interessierte sie nach dem Schlusspfiff, der im lauten Jubel unterging, überhaupt nicht mehr. Nach den frühen Toren von Ilker Algan (13.) und Cabuk (23.) stellte die IG im Gefühl des sicheren Sieges und der Vorfreude auf die Aufstiegsparty viel zu früh das Fußballspielen ein und beschränkte sich auf ein lockeres Meister--Schaulaufen. Dies wurde in der 73. Minute durch den Anschlusstreffer von Lennart Varwick bestraft. Und hätte Muhammed Bulut nur eine Minute später nicht kurz vor der Linie in höchster Not gegen gegen den einschussbereiten Jan Kröger gerettet, hätte der Nachmittag vielleicht noch ein ganz anderes, nämlich ein bitterböses Ende für den Meister nehmen können. Doch am Ende wussten die Bönener im Stile eines souveränen Aufsteigers den Hebel noch umzulegen und durften zurecht ausgelassen auf dem Platz, dann in der Kabine und später bei einem gemeinsamen Essen den Titelgewinn feiern.

Nach dem Sieg in Ahaus ließen die Spieler der IG Bönen ihren Meistertrainer Ferhat Cerci hochleben.
Nach dem Sieg in Ahaus ließen die Spieler der IG Bönen ihren Meistertrainer Ferhat Cerci hochleben. © Droste

„Zum Schluss wurde es noch mal ein bisschen interessant, aber letztlich haben wir es vernünftig runtergespielt“, sagte Damir Kurtovic, der die Meisterschaft an drei Dingen festmachte: „Wir waren individuell einfach sehr stark besetzt, haben aber auch als Mannschaft richtig gut funktioniert. Und wir haben unser Ziel sehr diszipliniert verfolgt und umgesetzt.“

Das Kollektiv funktioniert

Auch Hüseyin Kücük, in Personalunion Spieler und Sportlicher Leiter der IG, machte das perfekt harmonierende Kollektiv als Erfolgsgaranten aus. „Wir sind ja schon vor der Saison von vielen als großer Favorit abgestempelt worden. Aber die große Herausforderung war es, dass wir gemeinsam eine Truppe werden. Und das haben wir geschafft“, sagte er – und wurde von Erfolgscoach Cerci bestätigt: „Wir sind eine richtig tolle Einheit geworden. Jeder hat sein Ego hinten angestellt, hat sich untergeordnet, so dass wir einen überragenden Teamgeist hatten.“

Als die ersten Jubelfeiern auf dem Platz vorbei waren, machten sich Kücük und Cerci auch schon erste Gedanken darüber, wie es in der kommenden Saison in der Westfalenliga weiter gehen soll. Die Mannschaft wird nicht groß verändert, soll nur ein ganz leicht verändertes Gesicht bekommen. „Wir brauchen nicht viel ändern, wir haben da nicht viel Bedarf“, sagte Kücük, der davon ausgeht, dass die IG auch in der neuen Umgebung eine gute Rolle spielen wird: „Einen Durchmarsch haben wir nicht geplant, wir wollen gut mitmischen.“ Etwas deutlicher wurde da schon Cerci: „Wir wollen den maximalen Erfolg erreichen und gucken, dass wir oben dabei sind.“

Cakir: „Manchmal unterfordert“

Auf jeden Fall wird die Mannschaft dann wohl auf deutlich stärkere Gegner treffen als in dieser Spielzeit. „Ohne überheblich zu sein, manchmal waren die Jungs schon unterfordert“, sagte Präsident Kemal Cakir, der genauso wie allen anderen auch voller Stolz das Meister-T-Shirt trug.

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