Leichtathletik

Die ganz persönlichen Silvesterläufe der Bönener Lauffreunde

Die Lauffreunde Bönen virtuell unterwegs: Viele beendeten das Jahr mit einem persönlichen Silvesterlauf.
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Die Lauffreunde Bönen virtuell unterwegs: Viele beendeten das Jahr mit einem persönlichen Silvesterlauf.

Ganz von ihrem Jahresendprogramm verabschieden wollten sich die Lauffreunde Bönen auch im verflixten Jahr 2020 nicht. 

Bönen - Den „Charterbus“ zum Start des Silvesterlaufs Werl-Soest an der Stadthalle bestellten sie natürlich nicht. Das Angebot des Veranstalters, den 39. Silvesterlauf virtuell mitzulaufen, nutzten aber einige der Bönener Läufer.

Die meisten Starter suchten sich Strecken nah ihres Zuhauses, andere kürzere oder auch längere Distanzen als die 15 Kilometer über die B1. Todt G. Willingmann hingegen wählte das Original. „Ich bin den Lauf über zehn Mal angegangen, mein Kumpel Mike Behrend dreimal“, erzählt er.

Für ihn wäre nur die Strecke an der B1 in Frage gekommen. „Auf virtuelle Läufe habe ich, ehrlich gesagt, keine Lust mehr. Woanders zu laufen hätte also keinen Spaß gemacht.“ Auf Zeit liefen die beiden auch nicht. Angesichts roter Ampeln auf der nicht gesperrten Bundesstraße nachvollziehbar. „Wir mussten zudem einige Male die Seite wechseln, weil wir ja nicht auf, sondern neben der Straße gelaufen sind“, sagt Willingmann. Nach einem Kaffee im Ziel kehrten die beiden per Pedes nach Werl zurück, liefen also auch die doppelte Strecke. „Da sind uns einige entgegengekommen“, so Willingmann. Ihm sei vorher klar gewesen, dass sie nicht als einzige diese Idee verfolgten. „Deswegen und wegen des zu erwartenden Verkehrs Richtung Winterberg sind wir schon vor 9 Uhr gestartet.“

Er und Behrend sahen zum ersten Mal nicht nur auf des Vorläufers Rücken, sondern auch die Umgebung. Und sie stellten fest, dass der Blick zurück ein anderer ist. „Wir haben uns tatsächlich in Soest verfranzt“, erklärt Willingmann.

Klein läuft einen Marathon-Rundkurs

Weiter als gefordert lief auch Lauffreunde-Trainer Michael Klein am 31. Dezember. Er folgte der Laufstreckenempfehlung von Kerstin und Frank Pachura und lief einen Marathon-Rundkurs von Werl nach Soest und über Welver zurück nach Werl.

„Wir wollten nicht fahren, virtuell kann man ja auch vor der Haustür starten“, erklärte Thorsten Buchholz. Er lief mit Katharina Krähling von Nordbögge Richtung Kamener Kreuz und zurück. Buchholz registrierte Zeit: 1:46, 28 Stunden. In Hamm liefen Barbara Baur und Tanja Wengorz (beide 1:51,15) einen 15-km-Rundkurs, Markus Münstermann folgte ebenfalls dort seinem Sohn.

Manuela Maletz und Dirk Grabbe blieben in ihrer Heimatgemeinde. Sie liefen 1:18,47 Stunden rund um Bönen. Martin Munk, Sven Moye und HaukeDeutschmann bevorzugten Flierich (1:16,45).

Daniel Werner hat die weiteste Anreise

Langsam angehen ließen es Manuela und Steffen Blank bei einer Wanderung durch Bönen. Touristische Ziele suchten sich Stefan Deimann und Laura Merlo mit dem Hengsteysee, den sie zweimal umrundeten.

Die weiteste Anreise hatte Daniel Werner. Er lief eine 15-km-Runde durch Berlin im Schlosspark Charlottenburg und die Spree entlang. Lauffreunde-Trainerin Birte Gillmann nutzte die „Freizeit“ des nicht real stattfindenden Silvesterlaufs auf andere Art. Sie lief zum Jahresende die virtuelle Ausgabe in ihrer Heimatstadt Bremen über zehn Kilometer. „Es war klar, dass ich das Jahr mit einem Lauf abschließen würde. Eigentlich mag ich virtuelle Läufe aber nicht. Dann hab ich den in Bremen entdeckt. Besonders lockte die ausgelobte Medaille mit den Stadtmusikanten als Motiv“, sagt Gillmann zu ihrer Motivation. Lauffreund Munk folgte seiner Tradition und wollte Gutes tun: „Der Lauf ist ja auch ein Spendenlauf“, bemerkte er.

Den Titel Silvesterlauf trägt auch die jährliche Veranstaltung in Unna. Karin und Dieter Freitag liefen zum Jahresende die 6-km-Distanz in der Kreisstadt.

Zeiten spielten bei den wenigsten eine Rolle. „Ohne jemanden überholen zu können, ohne, dass es um etwas geht, sind Bestzeiten schwierig“, erklärt Willingmann. Es werde schwierig, dorthin wieder zurückzufinden.

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