VfK stürzt SpVg mit Derbysieg von der Tabellenspitze

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Björn Kempe (links) traf in der Nachspielzeit zum Nordbögger Siegtreffer, Ruchan Akman flog unmittelbar zuvor vom Platz.

BÖNEN -  Norbert Gerdes hatte das richtige Näschen: „Jetzt fällt das Tor. Der Ball geht in den Winkel“, meinte der Betreuer des VfK Nordbögge vor dem Freistoß von Björn Kempe aus 19 Metern Torentfernung. Gerdes behielt recht, denn Kempe zirkelte das Leder in der Nachspielzeit unhaltbar ins obere linke Eck zum 2:1 (1:1)-Siegtreffer der Gastgeber über die SpVg Bönen an der Feuerwache.

„Ich habe sofort gemerkt, dass der Ball reingeht“, meinte Kempe zu dem schönen Schlenzer. Der entschied ein Derby, das vor allem durch intensive Zweikämpfe auffiel sowie durch Platzverweise und Verletzungen hin und her wog, bis es nach dem Abpfiff zu unschönen Szenen beim einem Handgemenge mit Spielern und Zuschauern beide Mannschaften kam. „Das muss nicht sein“, meinte VfK-Spielertrainer Dennis Juraschuk, der wie sein Kollege Aki Maurischat Akteure beider Teams als Übeltäter ausgemacht hatte.

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Derby-Tag in Nordbögge

Der Unparteiische spielte für den Verlauf der Partie keine unwesentliche Rolle, da es ihm nicht gelang, durch sein Auftreten die von Beginn an hitzige Derby-Atmosphäre zu beruhigen. Und der zudem zwei zumindest grenzwertige Platzverweise gegen Oliver Rothkamm (54.) und Ruchan Akman direkt vor dem Freistoß, der zum 2:1 führte, verteilte.

„Das war ein Hin und Her mit dem glücklicheren Ende für uns“, meinte Juraschuk zu den packenden 90 Minuten, in den nur die Torchancen rar gesät waren. Die erste leitete die SpVg wegen eines Missverständnisses zwischen Hakan Elik und Hristos Solakis an der Außenlinie für den VfK ein. Rothkamm schnappte sich die Kugel, doch seine Hereingabe beförderte Sven Peschel auf Bönens Keeper Marco Behrend (10.).

Danach hatten die Gäste zwar mehr Ballbesitz, agierten aber zumeist mit hohen, langen Pässen, die postwendend zurückkamen. „Wir haben die erste Halbzeit wieder verpennt und wieder kein Fußball gespielt“, ärgerte sich Maurischat, dessen Team vor dem Spitzenspiel am kommenden Sonntag die Tabellenführung an den FC Pelkum verlor.

Kurz vor dem Wechsel ging der VfK in Führung, als Rothkamm, der zuvor schon per Kopf nach einem Freistoß am stark parierenden Behrend gescheitert war (34.), die Flanke von Marc Aschmoneit aus kurzer Distanz in die Maschen köpfte (43.).

Maurischat reagierte in der Pause, wechselte Niclas Arenz und den A-Jugendlichen Sören Symmank ein. Druck entfaltete sein Team aber erst nach der Ampelkarte gegen Rothkamm, der Dominik Sorge nach einem Befreiungssschlag umgerannt hatte. „Ein Allerweltsfoul“, meinte selbst der SpVg--Coach. In Überzahl gelang Bönen der Ausgleich, als Kevin Scheibke den schönen Pass von David Gözütok an Andre Juraschuk vorbeischob (67.). Scheibke köpfte kurz darauf über das Tor. (71.). Doch dann schlug bei den Gästen das Verletzungspech zu. Erst musste Sorge mit einem Muskelfaserriss raus (73.), wenig später ging es auch für Arenz mit Verdacht auf Bänderriss nicht weiter (82.). „Hätten wir weiter in Unterzahl gespielt, hätte die SpVg vielleicht das Spiel gedreht“, meinte Juraschuk.

So bekam der VfK noch einmal ein Übergewicht. Zunächst lenkte Behrend den Schuss von Juraschuk über die Latte (75.) und parierte gegen den direkt vor ihm auftauchenden Aschmoneit mit einem starken Reflex (85.) Auf der anderen Seite zeigte Andre Juraschuk sein Können bei Gözütoks Kracher (77.). Dann kam die Nachspielzeit und Kempes goldenes Füßchen. - bob

VfK: A. Juraschuk – Aschmoneit D. Juraschuk, Kromke, von Glahn – Kempe, Kul – Hein (68. Hoffmann), Müller (85. Lenser), Peschel (82. Poljsak) – Rothkamm

SpVg: Behrend – Öncül, Holtbrügger, Sorge, Solakis (46. Symmank) – Elik (46. Arenz), Akman – Wittwer (62. Gözütok), Dincer, Güney – Scheibke

Tore: 1:0 Rothkamm (43.), 1:1 Scheibke (67.), 2:1 Kempe (90.+2)

Gelb-Rote Karte: Rothkamm wegen wiederholten Foulspiels (54.)

Rote Karte: Akman wegen Schiedsrichterbeleidigung (90.+1)

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