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Der Weg der IG Bönen II zum Aufstieg in die Kreisliga A

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Von: Jan Lüke

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Der Blick der IG Bönen II geht in Richtung Kreisliga A (im Bild eine Jubelszene vom fulminanten 5:2-Erfolg beim härtesten Konkurrenten TuS 59 Hamm).
Der Blick der IG Bönen II geht in Richtung Kreisliga A (im Bild eine Jubelszene vom fulminanten 5:2-Erfolg beim härtesten Konkurrenten TuS 59 Hamm). © Baur Boris

Es dauerte bis zum letzten Angriff der Saison, ehe die letzte Entscheidung in der Kreisliga B (1) gefallen war. Mit dem 2:2-Unentschieden im Heimspiel gegen den TuS 59 Hamm sicherte sich die IG Bönen II am letzten Spieltag die Meisterschaft. 

Bönen - Beide Mannschaften standen vor dem Saisonfinale schon als Aufsteiger fest, im Spitzenspiel am Bönener Schulzentrum ging es Anfang Juni nur noch um den Titel der besten Mannschaft der Saison. Bönen reichte das Remis, Hamm hätte einen weiteren Treffer und den Sieg gebraucht, um die IG noch abzufangen. „Wir sind verdient Meister geworden“, befand IG-Trainer Gültekin Ciftci anschließend. „Wir haben die Liga über weite Strecken der Saison dominiert. Es wäre schade, wenn wir die Meisterschaft noch aus der Hand gegeben hätten.“

Die IG-Reserve war – genauso wie die erste Mannschaft des Klubs in der Landesliga – im vergangenen Sommer als Favorit in die Spielzeit gegangen. Wie die ‚Erste‘ wurde auch die ‚Zweite‘ dieser Rolle gerecht. Allerdings verlief der Weg der IG-Zweitvertretung, die Ciftci im Trainergespann mit Ayhan Sezer führte, zu Aufstieg und Meisterschaft wechselhafter. In den ersten Wochen der Spielzeit strauchelte das Team. Die IG ging zwar mit dem vermeintlichen besten Kader der Liga in die Saison, zusammengespielt aber hatte der zuvor noch nicht. Auch die Vorbereitung war nur kurz. „Wir mussten aus einem komplett neuen Kader eine Mannschaft machen. Wir haben bei null angefangen“, erzählt Ciftci. „Uns war klar, dass sich das finden und einspielen muss.“ Und so kam es denn auch: Die IG hangelte sich mehr schlecht als recht durch die ersten Wochen der Saison.

Am dritten Spieltag gab es im Derby gegen die TVG Flierich-Lenningsen den ersten Punktverlust (2:2), Anfang Oktober kassierte die IG beim SVF Herringen II nach einem kuriosen Platzverweis gegen Youssef Bouaid nach 37 Sekunden eine 1:6-Klatsche – der Tiefpunkt der Saison.

15 Siege in Serie

Erst Anfang November, am elften Spieltag, vor dem die IG hinter Lokalrivale SpVg Bönen II auf Platz sechs in der Tabelle zurückgefallen war, gelang die Wende – allerdings in beeindruckender Manier. Bönen gewann über den Jahreswechsel 15 Partien in Serie. Darunter war ein imposanter 5:2-Erfolg im Spitzenspiel beim TuS 59 Hamm im Dezember, mit dem die Ciftci-Elf seinerzeit erstmals die Tabellenführung übernahm. „So oft hintereinander zu gewinnen, ist eine Leistung – egal in welcher Liga“, sagt Ciftci. Erst als der IG wenige Wochen vor Saisonende der Aufstieg kaum mehr zu nehmen war, ließ der Dominator wieder nach. Dass der TuS am letzten Spieltag überhaupt noch die Chance bekam, der IG die Meisterschaft wegzuschnappen, lag auch daran, dass es den Bönenern an Konzentration und Kondition mangelte. „Am Ende war die Luft vielleicht etwas raus“, gibt Ciftci zu. „Aber wir haben unsere Mission erfüllt.“ In der Abschlusstabelle lief Bönen (67 Punkte) vor dem TuS (65) ein – und beide wiederum mit großem Abstand vor der SG Bockum-Hövel II (56) und dem ersten Nicht-Aufstiegsplatz.

„Es ist nie leicht, aufzusteigen, auch nicht als Favorit“, sagt Ciftci. „Ich bin stolz auf die Mannschaft und jeden einzelnen Spieler.“ Neben dem Top-Torschützen Raphael Thiemann, der in 25 Spielen 29 Treffer und damit einen mehr als Sturmkollege Sedat Cakir erzielte, hob der Bönener Trainer vor allem seine Routiniers hervor. Akteure wie Keeper Onur Muzaffer, Kapitän Tamer Saglam oder der immer wieder überragende Abwehr-Organisator Miguel Dotor-Ledo stabilisierten die Mannschaft. Sie sollen nun helfen, schnell in der Kreisliga A, in der auf die IG ein Derby mit der ersten Mannschaft der SpVg Bönen wartet, anzukommen. „Wir wollen die Mannschaft ergänzen und verjüngen, aber der Stamm bleibt zusammen. Das wird eine andere Situation als letzten Sommer“, erklärt Ciftci, der mit drei bis fünf Transfers rechnet. Mit einigen potenziellen Neuzugängen seien die Gespräche schon fortgeschritten.

Ciftci glaubt nicht an den Durchmarsch

IG-Trainer Ciftci rechnet allerdings nicht damit, dass die Bönener, die erst vor zwei Jahren aus der Kreisliga C aufgestiegen waren, auch in der Kreisliga A zum Durchmarsch ansetzen. „Viele glauben, dass wir in der Kreisliga A wieder aufsteigen. Aber wir wollen uns erst mal in der Liga etablieren.“ Mindestens eine gute Rolle darf man dem Aufsteiger allerdings im Kreisliga-Oberhaus zutrauen.

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