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Der scheidende Spielertrainer des VfK Nordbögge lässt seine Zukunft offen

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Von: Tobias Kurz

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Der scheidende VfK-Spielertrainer lässt seine Zukunft offen
Die Nachfolger stehen parat: Ob der scheidende VfK-Spielertrainer Lars Lenser weiter als Spieler für B-Kreisligisten auflaufen wird, ist derzeit noch offen. © Markus Liesegang

Eine Saison im Tabellenkeller der Fußball-Kreisliga B1 liegt hinter dem VfK Nordbögge. Ab dem vierten Spieltag kam der VfK nicht mehr über den elften Tabellenplatz hinaus, nach mieser Hinrunde ging die Abstiegsangst um. Im Vereinsvorstand reifte zu dem Zeitpunkt der Entschluss, im Sommer einen Neustart auf der Trainerposition zu wagen. Bekanntgegeben wurde die Verpflichtung des Fliericher Duos Bastian Eickhoff und Florian von Glahn erst im April – als Spielertrainer Lars Lenser die Mannschaft wieder in die Spur gebracht hatte.

Bönen – Ohne Frage ein unglücklicher Zeitpunkt, doch Lenser schluckte seinen persönlichen Stolz herunter. „Ich werde in Nordbögge angemeldet bleiben und gehe mit dem Verein nicht im Groll auseinander“, betonte er. Kicken will der 36-Jährige entweder für die Altherrenmannschaft oder weiterhin für die erste Mannschaft – nur dann als Spieler unter dem neuen Gespann. „Ich habe mich mit den beiden schon unterhalten, ich kann mir das vorstellen. Ich habe ja nichts gegen Flo oder Basti“, sagte er.

Nach zwei von der Corona-Pandemie geprägten, schwierigen Trainerjahren legt er zumindest als Übungsleiter eine Pause ein. „Ein neues Trainerangebot kam auch nicht“, sagte Lenser ehrlich, der damit auch nicht mehr rechnet. „Die Vorbereitung läuft bei den meisten ja schon.“

Sein Fazit der abgelaufenen Saison fällt gemischt aus. Die Abstiegssorgen waren nach einer beeindruckenden Serie im Frühjahr (13 Punkte aus sechs Spielen) beseitigt, ehe im Schlussspurt erneut ein Knick folgte. „Es steckt mehr in der Mannschaft, als sie letztendlich über eine Saison hinweg gezeigt hat“, sagte Lenser. „Die Phase nach der Winterpause hat gezeigt, was möglich ist, wenn sich alle auf Fußball konzentrieren.“ Phasenweise fehlte ihm aber der Fokus. „Man konnte sehen, was passiert, wenn die Trainingsbeteiligung nicht passt, wenn sonntags Maiwanderung oder sonstwas vorgeht“, haderte er. Es bleibt der Eindruck einer Mannschaft, die nicht alles aus sich rausgeholt hat – wofür Lenser aber auch Verständnis hat. „Dass man mal eine Delle drin hat, ist normal bei den jungen Spielern“, sagte er. Der Altersschnitt des Nordbögger Kaders liegt bei 24 Jahren. Nur Lenser (36), Sven Koslowski (34) und Sascha Hölscher (33) reißen die Marke spürbar nach oben.

Nachwuchsarbeit funktioniert

Die Perspektive, die Lenser seinen Nachfolgern hinterlässt, ist vielversprechend. Die Nachwuchsarbeit beim VfK funktioniert, zur kommenden Saison sollen weitere A-Jugendliche aufrücken. Während der vergangenen Spielzeit erhielten Fynn Täuber, der seit der Winterpause in der Startelf gesetzt ist, Julian Klotz und Niklas Schaumann schon Spielzeit. „Das ist sehr positiv, dass wir in den ohnehin schon jungen Kader weitere 18-Jährige eingebaut haben“, freute sich Lenser.

Positiv überraschten den Trainer vor allem Lucio Marques Correia und Dominic Stöhr. Das Duo rückte vor der Saison aus der U19 auf und machte nach Kapitän Luke Schnieber die zweit- und drittmeisten Spiele. „Dass die Jungs in ihrem ersten Jahr so einen Riesensprung machen, ist schon klasse. Beide hatten am Anfang gerade fußballerisch noch ein paar Probleme, aber haben immer besser reingefunden“, lobte Lenser. Die Leistung von Sturmtalent Täuber sei ohnehin hervorzuheben. „Wenn du als A-Jugendlicher in der Rückrunde sieben Tore schießt, ist das nicht ganz so verkehrt“, meinte er schmunzelnd.

Abgänge sind Stand jetzt keine bekannt, Lenser hinterlässt ein bestelltes Feld. „Dass dieses Team ordentlich Punkte sammeln kann, hat es schon bewiesen“, blickte der „scheidende“ Coach zuversichtlich auf die kommende Spielzeit und schob augenzwinkernd nach: „Dafür muss die Mannschaft aber länger als sieben Wochen mitziehen.“

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