Interview

RSV-Kapitän Sören Feldmann: Verbandsliga eine „schöne Herausforderung“

Sören Feldmann RSV Altenbögge
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„Der Sprung in die Verbandsliga ist riesig.“ Sören Feldmann erwartet eine harte Saison für den RSV, sieht aber großes Potenzial in der Mannschaft.

Die Handballer des RSV Altenbögge stehen in den Startlöchern. Am Sonntag beginnt die Verbandsliga-Saison, in die die Bönener als Aufsteiger gehen. Sören Feldmann erwartet ein ganz anderes Level als in der Landesliga. Der Kapitän im Interview.

Bönen – Für den RSV Altenbögge beginnt am Sonntag mit dem Heimspiel gegen den TV Verl das Abenteuer Verbandsliga. Als Spitzenreiter der Landesliga sind die Bönener Handballer in der Abbruch-Saison aufgestiegen. Jetzt wollen sie nach der langen Pause einen guten Start hinlegen, um den Grundstein für den Klassenerhalt zu legen.

Kapitän Sören Feldmann, der einst mit der HSE Hamm die Verbandsliga-Meisterschaft feierte, sprach im Interview vor dem Testspiel gegen die SG Menden Sauerland-Wölfe II (siehe Kasten) mit Boris Baur über die neue Spielklasse, die lange Vorbereitung und die Zeit in Quarantäne.

Herr Feldmann, über sechs Monate haben Sie und Ihre Teamkollegen nun kein Punktspiel mehr bestritten. Wie sehr juckt es vor dem Saisonstart in den Fingern?
Schon sehr. Wir freuen uns darauf, dass wie wieder unter Wettkampfbedingungen spielen dürfen. Das steht ganz außer Frage.
Und es geht gleich in einer neuen Spielklasse weiter. Was macht die Verbandsliga für Sie aus?
Das ist nochmal ein völlig anderes Level als die Landesliga. Das haben wir in der Vorbereitung schon festgestellt, als wir gegen Verbandsligisten gespielt haben. Das ist ein ganz anderes Niveau. Die Fehler, die man macht, werden viel eher bestraft. Das Tempo und die Härte sind höher. Das wird eine schöne Herausforderung für uns, denke ich.
Mit welchen Zielen geht der RSV denn in die neue Saison?
Der Klassenerhalt ist ganz klar das Ziel für uns als Aufsteiger. Und es kommen da ja noch einige unbekannte Komponenten hinzu wie die Ligeneinteilung mit den unbekannten Gegnern. Und dann weiß keiner, wie es mit Corona weitergeht. Wir haben das ja bei uns gesehen. Das geht ratzfatz. Das sind Faktoren, die völlig unbekannt sind.
Was muss die Altenbögger Mannschaft denn besser machen als in der Meistersaison, damit es mit dem Klassenerhalt klappt?
Wir müssen die eigenen Fehler minimieren – und eine kompakte Deckung stellen. Wir dürfen uns keine Auszeiten nehmen. In der Verbandsliga kriegst du nichts geschenkt. Wenn du da einen Gang zurückschaltest, wird das konsequent bestraft. In der Landesliga ist uns das mit den Auszeiten ja durchaus passiert. Wir hatten in der vergangenen Saison Spiele, die haben wir in der Schlussphase noch gedreht. Das wird jetzt nicht mehr so einfach.
Durch den verspäteten Saisonbeginn war die Vorbereitung sehr lang. War man dem Ganzen irgendwann überdrüssig?
Die Vorbereitung war so lange wie nie. Nach dem Lockdown haben wir erstmal angefangen zu laufen. Nach der Lauf-Challenge waren wir dann schon ganz froh, dass wir den Ball wieder in die Hand nehmen konnten. Das Laufen reicht auch irgendwann. Aber ich denke, wir haben eine sehr gute Basis geschaffen. Man hatte noch nie so viel Zeit, sich auf so ein Level zu bringen. Ich sehe die lange Vorbereitung nicht als Nachteil. Es gab keinen Zeitdruck, es war viel entspannter. Allerdings brauchte es die doppelte Zeit, um nach der langen Pause wieder reinzukommen. Das Handballspielen verlernt man zwar nicht, aber es braucht ein bisschen Zeit, um sich wieder an die Abläufe zu gewöhnen. Aber ich glaube, das hat gut geklappt. Unsere Vorbereitungsspiele waren ja schon ganz gut, da war Vieles, was ganz gut aussah.
Die Vorbereitung wurde Anfang September wegen eines positiven Coronatests eines Ihrer Mitspieler und der Quarantäne für alle Akteure unterbrochen. Wie geht man mit so etwas um?
Hausarrest ist nie schön. Aber man ist sich des Risikos bewusst, wenn man unter Leute geht oder seinen Freizeitaktivitäten nachgeht, dass das passieren kann. Vielleicht waren die 14 Tage sogar gut, um die Köpfe freizubekommen. Der Trainer wird das allerdings sicher anders sehen, weil ihm in der Vorbereitung auf die Saison Zeit verloren gegangen ist.
Wie haben Sie denn die Zeit in Quarantäne rumbekommen? Ist Ihnen die Decke auf den Kopf gefallen?
Ich habe ja frisch Nachwuchs gekriegt (lacht). Da geht die Zeit ganz schnell um. Aber es ist schon eine große Einschränkung, man darf das Haus ja nicht verlassen. Wenn man das selber nicht erlebt hat, dann kann man das nicht wirklich nachvollziehen. Und man hat sich das ja nicht selbst auferlegt, sondern ist dazu gezwungen.
Der Sonntag, an dem Sie erstmals wieder das Haus verlassen durften, war sicher wie eine Befreiung?
Das war so auf jeden Fall. Man genießt es, wieder mit dem Hund Gassi zu gehen oder mit den Kindern nach draußen zu können. Man genießt solche Banalitäten richtig.
Haben die zwei Wochen Zwangspause der Mannschaft sportlich geschadet?
Nein, ich glaube nicht, dass wir sportliche Einbußen genommen haben. Wir haben danach gegen Hagen II, einem Aufsteiger in die Oberliga, ein gutes Spiel gezeigt und uns gut verkauft (31:31 – Anm. d. Red.). Das war so eine Art Brustlöser für uns, weil wir gesehen haben, was möglich ist, wenn jeder sein Ding durchzieht. Wir haben ein Riesenpotenzial in der Mannschaft, wenn wir das abrufen. Daran haben die 14 Tage nichts geändert.
Was erwarten Sie denn von der Verbandsliga-Saison? Wie groß ist der Sprung von der Landesliga?
Der Sprung ist riesig. Du bist Aufsteiger, da musst du dich erst einmal an die neue Umgebung gewöhnen. Einige von uns haben ja auch noch nie so hoch gespielt. Die Liga ist für sie Neuland. Als Aufsteiger kann es dann so und so laufen.
Der RSV hat sich im Vergleich zur Vorsaison mit drei Spielern verstärkt. Wie ist Ihr Eindruck von den Neuen?
Das sind Spieler, die menschlich sehr gut zu uns passen. Jan Weber ist eine gute Ergänzung zu Dominik Weigel am Kreis. Er ist ein echter Kämpfertyp. Bei Christian Ihssen ist es so, dass wir Bedarf im Tor hatten. Ich glaube, er kann ein gutes Gespann mit Jone (Dirk Joneleit – Anm. d. Red.) bilden, weil sie verschiedene Torhütertypen sind. Und Laurens Stoffer hat in den Wochen nach der Pause einen Riesensprung gemacht. Ich glaube, er ist da jetzt so richtig bei uns angekommen. Auch wenn man das vielleicht bisher von außen nicht so sieht, aber er wird uns in der Saison noch richtig weiterhelfen. Vielleicht hat es bei ihm einfach Klick gemacht.

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