Emotionale Rückkehr

Stehende Ovationen für Südamerika-Rückkehrer des RSV Altenbögge

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Dennis Geckert (links) am Colca Canyon in Peru

Der Handballer des RSV Altenbögge musste ein halbes Jahr auf seinen geliebten Sport verzichten. Am vergangenen Wochenende gab er sein emotionales Comeback.

Bönen - Dennis Geckert packte im September seine Sachen und verreiste. Ein halbes Jahr war er in Südamerika unterwegs, durchwanderte gleich sieben Länder. Seit zwei Wochen ist der Handballer des RSV Altenbögge zurück in Deutschland – und gab am vergangenen Wochenende sein emotionales Comeback. 

„Es war immer ein Traum von mir, alleine zu verreisen“, berichtet der Lehramtsstudent der Fächer Sport und Biologie. Ehemaliger Student, um genau zu sein, machte der 27-Jährige im vergangenen Sommer einen dicken Haken hinter sein beendetes Studium. 

"Wenn nicht jetzt, wann dann?"

„Wenn nicht jetzt, wann dann?’ habe ich mich gefragt. Bevor es ins Arbeitsleben für mich geht, wollte ich meine freie Zeit nutzen“, so Geckert, der sich im Mai für ein Praxisjahr in seiner Heimat bewerben wird. Gesagt, getan, setzte der Bönener Handballer seinen Plan um und flog nach Mexiko. „Für mich war es wichtig, alleine zu verreisen, um so die Sprache schneller zu lernen und neue Kontakte zu knüpfen“, berichtet der 27-Jährige, der sich südwärts auf den Weg machte und sich sein Taschengeld als Animateur in den Hostels verdiente: 

„Ich habe als Sportlehrer mit den Kindern und Erwachsenen gearbeitet“, berichtet Geckert. Über die langen Sandstrände Kubas und den Vulkan Antigua in Guatemala ging es für den Bönener nach Peru und auf den Machhu Picchu. Alleine war er nie: „Es ist relativ einfach, Kontakte zu knüpfen. In jedem Hostel habe ich neue Leute kennengelernt, mit denen ich ein Stück weitergereist bin“, so Geckert. 

Über die "Todesstraße" zur Salzwüste Boliviens

So auch beim Mountainbike-Fahren über die berüchtigte „Todesstraße“ und dem Wandern durch die Salzwüste Boliviens. Endstation: Peru. „Für mich war es die optimale Reisedauer. Natürlich hätte ich gerne noch mehr gesehen, aber nach einem halben Jahr unterwegs freute ich mich schon auf die Heimat“, sagte Geckert. 

Und auf den Handball. „Von der Weltmeisterschaft habe ich in Bolivien so gut wie gar nichts mitbekommen. Ab und zu habe ich Berichte gelesen, mehr allerdings auch nicht“, so Geckert, der sich auf seinen Reisen „im Rahmen der Möglichkeiten“ mit Kraftübungen fit hielt, bevor es in den deutschen Handball-Landesliga-Alltag zurück ging. 

Geburtstagsüberraschung für die Schwester

„Die ersten Tage in der Heimat waren richtig gut“, freut sich der 27-Jährige. „Ich habe meine Schwester mit einer früheren Ankunft überrascht, sie wurde nämlich an diesem Wochenende 30“, schmunzelt er. Das runde Leder ließ er ebenfalls nicht lange warten: „Den Handball habe ich, neben meiner Familie und meinen Freunden natürlich, am meisten vermisst“, so Geckert, der erst vor zwei Wochen ins stürmische Nordrhein-Westfalen zurückkehrte. 

Sein Comeback folgte bereits eine Woche später: Beim Heimspiel gegen den TV Brechten (29:19) wechselte RSV-Coach Tino Stracke seinen lang vermissten Schützling in der Schlussphase ein. Die Zuschauer erhoben sich und klatschten Beifall für ihren Handballer: „Das Spiel war zu diesem Zeitpunkt bereits entschieden. Ich gebe zu, dass ich etwas überfordert war mit dieser Situation“, so Geckert, dem ein Treffer nicht mehr gelang. 

Von linksaußen traf er zunächst den Pfosten, dann war Brechtens Torhüter Reimann im Weg: „Drei Mal habe ich geworfen, rein gehen wollte der Ball allerdings nicht“, nahm er die Situation mit Humor. Vielmehr überwog die emotionale Komponente. 

Schulterverletzung setzt Geckert außer Gefecht

Auch, weil Geckert in den kommenden Wochen auf sein geliebtes Spiel verzichten muss: „Ich habe eine Schulterverletzung, die mich in den kommenden Wochen außer Gefecht setzen wird. 

Das kommt natürlich zum ungünstigsten Zeitpunkt, da ich jetzt genügend Zeit und Lust hätte, meinem liebsten Hobby nachzugehen. Die Reha beginnt bald, dann versuche ich, so schnell wie möglich wieder spielen zu können“, so Geckert.

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