Rennrollstuhlfahren

Schmitz verpasst WM-Norm, aber es gibt noch Hoffnung

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Denis Schmitz hofft noch auf eine Nominierung für die WM. Die hohe Norm dazu ist er allerdings dieses Jahr nicht gefahren.

Nottwill – 15 Stunden im Auto, fast 700 Kilometer pro Strecke in nur zwei Tagen hin und wieder zurück – und alles für ein 100-Meter-Rennen. Trainer Rüdiger Schmitz hat am Wochenende noch einmal einen großen Aufwand betrieben, damit sein Sohn Denis die Norm für die Weltmeisterschaft der Paraleichtathleten in Dubai doch noch knackt. Vergeblich, denn der Rennrollstuhlfahrer des RGS Bönen verpasste in der Schweiz die nötige Bestzeit.

In Nottwill am Sempachersee in der Nähe von Luzern waren die Bedingungen optimal, doch Schmitz fuhr kein gutes Rennen. „Er konnte das, was er im Trainingslager gemacht hat, nicht auf die Bahn bringen“, meinte Vater Rüdiger. Die Frequenz der Armschläge am Rollstuhl reichte nicht, um eine Topzeit zu erreichen. Nach 20,19 Sekunden war der Bönener im Ziel – eine Sekunde über der Norm. Der Lauf war allerdings insgesamt langsam, denn auch der Sieger blieb eine Sekunde über seiner Bestmarke. „Für den einen Versuch war es das wert, die 1300 Kilometer zu fahren“, meinte Rüdiger Schmitz nach der Enttäuschung dennoch.

Drei Zehntelsekunden fehlen zur Norm

Für Denis Schmitz bleibt es damit in dieser Saison bei einer persönlichen Rekordmarke von 19,44, aufgestellt in Narbonne. Das sind exakt drei Zehntelsekunden über der geforderten Norm für die WM. Trotzdem sieht Rüdiger Schmitz noch eine „minimale Chance“ für seinen Filius. „So wie es aussieht, haben nicht so viele die Norm geschafft, wie es Startplätze gibt“, erklärt er. Deshalb könnte der RGS-Sportler nachrücken.

Anfang September findet eine Nominierungssitzung der Paraleichtathleten im Deutschen Behindertensportverband statt, wo eine Entscheidung über die Starter des deutschen Teams in Dubai getroffen wird.

Lehrgänge in Berlin, Tokio und Lanzarote

Egal ob Denis Schmitz dann die Zusage für einen Start bei der Weltmeisterschaft erhält oder nicht, in den kommenden Wochen erwartet den Bönener ein volles Programm. Ende August wird er mit dem Team „Go for Tokio“ ein Trainingslager in Berlin bestreiten und dann auch ein Showrennen am 1. September beim Istaf im Olympiastadion fahren.

Für den 9. September wurde Schmitz von Marion Peters, der Bundestrainerin Paraleichtathletik, eingeladen, als einer von nur fünf Athleten zu einem Leistungslehrgang nach Tokio zu fahren. Dort solle geguckt werden, wie die Bedingungen sind und wie die Behinderten damit klar kommen, erklärt Rüdiger Schmitz. So zählen beispielsweise auch ein Blinder und ein Sportler mit einer Prothese zum Nationalteam. In der japanischen Hauptstadt werden 2020 die Olympischen und die Paralympischen Spiele ausgetragen.

Kaum aus Tokio zurück, fliegt der Bönener Rennrollstuhlfahrer Ende September nach Lanzarote zu einem weiteren Lehrgang. „Es gibt also genug, wo er sich dran hochziehen kann“, sagt der Vater.

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