Rennrollstuhlfahren

Schmitz zu den World Games nach Dubai

+
Ab in die Sonnne: Denis Schmitz fährt bei den World Games und dem Grand Prix in Dubai um Medaillen.

Bönen – Die Weltmeisterschaft in Dubai ist in diesem Jahr der Höhepunkt von Denis Schmitz. Der Rennrollstuhlfahrer der RGS Bönen sieht gute Chancen die Norm zu schaffen. Derzeit sorgt der Winter allerdings für ungünstige Trainingsbedingungen. Gut also, dass Schmitz Anfang Februar mit dem Deutschen Behindertensportverband (DBS) nach Dubai fliegt.

Erst vor zwei Wochen erhielt Vater und Trainer Rüdiger Schmitz den Bescheid des Verbandes, dass sein Sprössling Denis bei den IWAS-World-Games (den Weltspielen der International Wheelchair & Amputee Sports Federation) vom 10. bis 16. Februar in der Metropole starten kann. Anschließend bleibt Schmitz, der diesmal von seiner Mutter Andrea begleitet wird, noch zwei Wochen auf der arabischen Halbinsel. Erst bestreitet er ebenfalls in Dubai den Grand Prix, anschließend reist er ins benachbarte Emirat Schardscha, wo ein weiterer Wettkampf stattfindet. Schardscha ist dabei ein gutes Pflaster, stellte der Bönener, der in der Schadensklasse T33 antritt, dort doch im Vorjahr einen Europarekord über 1500 Meter auf.

Fast noch wichtiger als die Rennen sind in dieser frühen Phase des Jahres die Trainingsmöglichkeiten für den Rennrollstuhlfahrer. Schon im Vorjahr zeigte sich Rüdiger Schmitz von den Sportanlagen „extra für Behinderte“ begeistert. Gemeinsam mit Mutter Andrea wird der Silbermedaillengewinner der EM 2018 in Berlin die rund drei Wochen intensiv nutzen. Das sonnige Wetter sollte die Motivation für die Trainingsläufe deutlich erhöhen. „In Dubai kann man gucken, wie man aus dem Winter gekommen ist“, ist Rüdiger Schmitz auf die Zeiten des RGS-Athleten gespannt.

Die wahrscheinliche WM-Norm dürfte machbar sein

Bei den World Games wird Schmitz Rennen über 100, 200 und 400 Meter bestreiten. Für die WM im November an gleicher Stelle steht für ihn erneut nur die kurze Distanz auf dem Programm. Aufgrund der vielen Schadensklassen sind die Wettbewerbe reduziert. Noch ist die Qualifikationsnorm, die der Bönener für sein WM-Ticket erfüllen muss, nicht veröffentlicht. Rüdiger Schmitz rechnet mit einer Zeit knapp über 20 Sekunden. „Das müsste er schaffen“, sagt der Trainer mit Verweis auf die Bestzeit von 19.59 Sekunden über die 100 Meter.

Als Coach kann er zwar nicht mit in die Emirate reisen, hat aber dennoch alle Hände voll zu tun. In nächster Zeit soll ein neuer Rennrollstuhl gekauft werden, der alte aus dem Jahr 2015 „war ja einiges unterwegs und ist durch“, sagt Rüdiger Schmitz. Außerdem wurde nach der EM weiter an der Position gefeilt. Denis sitzt nun höher und hat kleinere Greif-räder für die Beschleunigung. „Das Einsteigen beim alten Rollstuhl ist zu schwierig geworden“, erklärt Rüdiger Schmitz, warum die Neuanschaffung in Höhe von 4000 Euro ohne die bereits besorgten Karbonräder nötig wird.

Einlagerennen beim Istaf in Berlin

Derzeit muss das alte Gerät noch herhalten. Der Olympiateilnehmer von 2016 in Rio de Janeiro trainiert auf seinem Rollstand im Haus oder fährt in eine rollstuhlgerechte Halle nach Münster. Zwei Alternativen für den Winter, die allerdings nicht so gut sind wie die Laufbahn im Herderstadion in Unna, das der Bönener normalerweise aufsucht.

Am Wochenende kehrt Denis Schmitz dann nach Berlin zurück. Beim Istaf-Indoor-Meeting der Leichtathleten wird der Bönener mit seinem Kollegen aus der Gruppe „Go for Tokio“ ein Showrennen bestreiten. Die Olympischen Spiele 2020 sind das eigentliche Ziel für Schmitz – das hatte er schließlich schon direkt nach der Rückkehr aus Rio erklärt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare