Kart

Bönener fordert internationale Konkurrenz heraus

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Um sich mit starker Konkurrenz zu messen, fährt der Bönener Daven Harder mit seinem Kart in dieser Saison Rennen in Belgien und Frankreich.

Bönen . Weil in Deutschland die Konkurrenz nicht stark genug ist, tritt der Bönener Kartfahrer Daven Harder in dieser Saison bei einer Serie in Belgien und Frankreich an. Das bedeutet für die Familie einen großen Aufwand, sogar die Schule ist betroffen. „Das ist nicht nur ein Hobby. Mein Kind will mehr“, sagt Mutter Olga.

15 Jahre wird Daven Harder in diesem Sommer alt, und für seine Motorsportkarriere hat er große Ziele. Liebend gerne würde er später im Formel-Sport auf sich aufmerksam machen. Nachdem er vergleichsweise spät vom Kartslalom zum -rennen gewechselt war, befindet er sich derzeit auf der Überholspur.

Beschleunigung bis auf 150 km/h

2019 – seiner zweiten Saison – stieg er nicht nur auf einen stärkeren Motor um, sondern fuhr damit auch gleich wieder vorne mit, qualifizierte sich unter anderem für das Saisonfinale der besten Fahrer seiner Altersklasse in Deutschland. Jetzt suchte er mit seiner Familie, die ihn tatkräftig unterstützt, nach einer neuen Herausforderung, um sich weiter zu verbessern. Von der Junior- wechselte er in die Seniorenklasse, und dort fiel die Entscheidung nach monatelanger Recherche auf die Iame-Serie-Benelux. Dort misst er sich mit seinem 30 PS starken Gefährt, dass auf eine Spitzengeschwindigkeit von 150 km/h beschleunigt, auch mit Fahrern aus Russland, Schweiz, Schweden und China.

Neue Regeln und fremde Sprachen

Einen vergleichbaren Wettbewerb gibt es hierzulande zwar auch, da in Deutschland aber anderes Material gefahren werde, zum Beispiel bei den Reifen, hätten die heimischen Fahrer bei internationalen Meisterschaften Probleme, erklärt Olga Harder. Ambitionierte Fahrer würden sich daher andere Serien suchen.

Der Wechsel nach Belgien, wo vier der fünf Rennen ausgetragen werden (ein weiteres in Frankreich) zog einen großen logistischen Aufwand nach sich. Zwar behält der Bönener seinen Vorjahresboliden und den Motor, doch er benötigte einen Vertrauten in den Benelux-Staaten, da Bauteile nur von belgischen oder niederländischen Händlern stammen dürfen und zudem am Rennwochenende ordnungsgemäß verplombt werden müssen. Die Harders hoffen, den richtigen Mann gefunden zu haben. „Wir müssen viel lernen“, gibt Olga Harder zu. Es gebe Veränderungen des Materials und am Motor im Vergleich zum Vorjahr, dazu komme die sprachliche Barriere. Alles wird nun auf Englisch und Französisch geregelt.

Testlauf am Wochenende

Auf einen Rennstall verzichten die Harders derzeit noch. „Nach dem Ende der vergangenen Saison haben sich viele Teamchefs gemeldet“, berichtet Mutter Olga allerdings von „stundenlangen Gesprächen“. Eine Übereinkunft kam bislang jedoch nicht zustande. So ist das „Familienunternehmen“, zu dem auch Vater Valentin und der zwölfjährige Bruder Dustin gehören, der bereits mit großem Eifer an dem Kart herumschraubt, am Wochenende, 22./23. Februar, bei einem Testwochenende in Belgien auf sich gestellt. Der Bönener wird dabei erstmals seine Konkurrenten und die Abläufe kennenlernen, gleichzeitig will er präsentieren, denn die Veranstaltung ist auch eine Talentsichtung, bei der sich die jungen Fahrer für eine zusätzliche Förderung ins Gespräch bringen können.

Befreiung von der Schule für die Rennen

Ernst wird es erstmals vom 13. bis 15. März. Die Veranstaltungen dauern im Vergleich zur Vorsaison nun immer drei Tage, weshalb sich der 14-Jährige von der Schule befreien lassen muss. „Das war das Erste, um das wir uns gekümmert haben“, freut sich Olga Harder über grünes Licht von der Leitung der Humboldt-Realschule. Bereits am Freitag ist das offene Training, in dem die Piloten die richtige Abstimmung für die Strecke ausprobieren. Am Samstag steht das Qualifying sowie zwei Rennen auf dem Programm. Die rund 100 Starter in der Serie werden dabei auf drei Gruppen verteilt, die jeweils besten 10 fahren am Sonntag die Gesamtsieger aus.

Umfangreiches Training auch neben der Kartbahn

Daven Harder muss als einer der jüngsten Teilnehmer sein Kart übrigens noch mit Gewichten beschweren. Neben seinen fahrerischen Eigenschaften trainiert er schon lange im Kraft- und Ausdauerbereich. „Das merkt man ihm schon an“, sagt die Mutter. Ihr Sohn will schließlich fit genug sein, um auch gegen die internationale Konkurrenz möglichst wieder weit vorne mitzumischen.

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