Daven Harder hat sich der Start in Marienbourg anders vorgestellt

Bönener Karttalent in Belgien: Kolbenfresser schon vor dem Start

Daven und Valentin Harder mussten sich in Marienbourg länger um das Kart kümmern, als ihnen lieb war.
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Daven und Valentin Harder mussten sich in Marienbourg länger um das Kart kümmern, als ihnen lieb war.

Er ist wahrscheinlich der einzige Bönener Sportler, der momentan im realen Wettkampf steht: Kartfahrer Daven Harder fuhr am vergangenen Wochenende im belgischen Marienbourg bereits sein zweites Rennen in diesem Jahr – dies nach viel Pech mit der Ausrüstung allerdings mit mäßigem Erfolg.

Marienbourg – „Es war das schlechteste Ergebnis in seiner Karriere“, sagte Mutter und Teammanagerin Olga Harder nach dem Rennen der X30-Senior-Klasse. Aber auch aus schlechten Ergebnissen könne man Gutes ziehen: „Jeder Leistungssportler landet mal unten, steht auf und arbeitet noch härter an sich weiter“, erklärte sie.

Warum es soweit kam, dass Daven Harder es nicht in den Endlauf des zweiten Rennens der IAME-Benelux-Serie schaffte, war dabei gar nicht seine Schuld. Alles lief gut: Ein Covid19-Test absolvierte die Familie, die Realschule stellte Daven frei. Das Wetter war am vergangenen Wochenende ebenfalls perfekt, der Kurs trocken.

Optimale Voraussetzungen

„Die Organisation war schon, wie beim ersten Rennen, sehr gut“, lobte Olga Harder. 82 Starter meldeten am Freitag. Der „Papierkrieg“, Akkreditierung der Familienmitglieder für das Fahrerlager – alles verlief reibungslos und fix. Daven Harder wurde in Startergruppe zwei gelost. Eine Stunde vor den Testläufen waren auch die Reifen da. „Also stand uns zum Zeitpunkt nichts in Wege, besser abzuschneiden als beim letzten Mal“, erklärte die Teammanagerin.

Der Rennmotor der Harders war gerade frisch überholt worden und musste eingefahren werden. Doch im dritten Trainingslauf dann das Malheur. „Kolbenfresser“, bemerkt Vater Valentin Harder, der auch am Kart mitarbeitet, nüchtern. „Kann immer passieren.“ Glück auch für ihn: Er war nicht schuld. Bei der Motorrevision wurde schlicht vergessen, Öl nachzufüllen.

Als Ersatz dient der alte Trainingsmotor

Ersatz war in der Kürze der Zeit schlicht nicht zu beschaffen, nicht zu bezahlen und nicht einzufahren. 20 Minuten waren es noch bis zur technischen Abnahme. Unverrichteter Dinge wieder nach Hause zu fahren, das kam für die Familie nicht in Frage. Also wurde der Trainingsmotor eingebaut.

„Aber der ist alt und hat auch nicht diese Leistung“, sagt Valentin Harder. Daven Harder hatte von Beginn an keine echte Chance. „Es war für ihn frustrierend, nichts reißen zu können“, erzählt Olga Harder. Demotivierend. Beim Start aus den hinteren Reihen zeigte der Filius immerhin, was in ihm steckt, nahm der Konkurrenz mehrere Plätze ab, die er im Laufe von 13 Runden aber wieder verlor. Die Trickserei mit Übersetzung und Reifendruck half jedoch nicht wirklich. Olga Harder musste psychologisches Geschick beweisen, um Mechaniker und Fahrer aufzubauen.

Die gute Platzierung im letzten Qualifying blieb zwar erwartungsgemäß aus: Daven Harder fehlten als 78. am Ende sechs Plätze, um sich ins Finale zu fahren. Alles gegeben hatte er trotzdem. Selbst ein Ausflug ins Begleitgrün hinderte Daven Harder nicht daran, weiter zu fahren.

Abschluss an der Realschule genießt vorerst Priorität

Das nächste Rennen der Serie in zwei Monaten in Spa-Francorchamps wird Daven Harder aussetzen. Er schließt gerade die Realschule ab und wird anschließend aufs Gymnasium wechseln. Im August in Genk will er wieder mitfahren. Weiter vorne, wenn es nach dem Bönener geht. Bis dahin ist der Rennmotor schließlich wieder repariert. Gut für die strapazierte Familienkasse – die Werkstatt wird die Kosten übernehmen.

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