Fußball

Kurtovic will bei der IG „vorangehen“

Immer mittendrin im Getümmel: Innenverteidiger Damir Kurtovic (Mitte) will der IG helfen, in die Westfalenliga aufzusteigen.
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Immer mittendrin im Getümmel: Innenverteidiger Damir Kurtovic (Mitte) will der IG helfen, in die Westfalenliga aufzusteigen.

Innenverteidiger Damir Kurtovic verstärkt seit dieser Saison die IG Bönen und will helfen, den Sprung in die Westfalenliga zu schaffen.

Bönen - Über eine kunterbunte Vereinsvita verfügt Damir Kurtovic, neuer Innenverteidiger des Landesligisten IG Bönen. Der heute 30-jährige Hammer entwuchs der damals erfolgreichen Bundesligajugend von RW Ahlen und ging zu 1860 München. Zwischenzeitlich wechselte er zudem aus der Oberliga in die Bezirksliga und von dort wieder zurück in die fünfthöchste Spielklasse. Fixpunkte gibt es in diesem sportlichen Lebenslauf durchaus. So spielte Kurtovic zweimal für die Hammer SpVg, zweimal auch für den Kreisligisten Eintracht Werne. Von dort wechselte er in diesem Sommer ans Bönener Schulzentrum.

Hohe Ambitionen

„Es muss passen, die Ambitionen, die sportlichen Ziele von mir und dem Verein müssen die gleichen sein“, sagt er. „Zu 1860 München bin ich damals gegangen, weil Jürgen Kohler mich wohl mit der Ahlener A-Jugend in der Bundesliga gesehen hatte und unbedingt haben wollte“, erzählt er. „Es stand im Raum, dass er neuer Trainer in München werden sollte. Kohler ging dann gar nicht nach München. Der neue Trainer bei 1860 kannte Kurtovic natürlich nicht. Eine Anekdote am Rande. In München dachten sie, ich käme vom VfR Aalen (auch eine Trainerstation von Weltmeister Kohler, die Red.).“

Auf dieses Missverständnis, weiteren Zwischenstationen beim MSV Duisburg II und Ahlen, folgte für den gebürtigen Bosnier die erste Episode bei der Hammer SpVg. „Zwei Jahre waren es. Dort habe ich dann Ferhat Cerci, zunächst noch als Mitspieler, später als Trainer kennengelernt. Ich habe mich dort wohl gefühlt. Und eigentlich hatte ich vor, dort zu kicken, bis ich 36 bin“, erinnert sich Kurtovic an eine individuell stark besetzte Oberliga-Mannschaft im Hammer Osten. „Ich hab mich mit diesem Klub identifiziert“, sagt er. Der Bruch kam, als Kurtovic beruflich sehr eingespannt war, kaum Zeit für sich fand. Er trat auf die Bremse, ging erst zum TSC Hamm, dann aber doch wieder in die Oberliga, zur Westfalia in Herne. Der Innenverteidiger sucht immer die sportliche Herausforderung.

Physis als Stärke

„Mein Anspruch ist es, immer voran zu gehen“, sagt er. Das galt für den Bundesligaspieler in der Jugend als auch für den 30-Jährigen. „30 ist doch nur eine Zahl“, sagt Kurtovic. Das Alter sei für ihn kein Grund, kürzer zu treten. „Ich arbeite an meiner Fitness schon mein Leben lang, bin in vielen Sportarten aktiv.“ Dazu komme, dass ein Abwehrspieler sowieso immer mehr machen müsse als zum Beispiel ein Stürmer. „Ich lebe doch auf dem Platz von meiner Physis“, unterstreicht Kurtovic.

Zurück zum sportlichen Lebenslauf: Nach kurzem Intermezzo bei Eintracht Werne heuerte er erneut bei der Hammer SpVg an. Bis der Saisonabbruch durch Corona den Fußball in den ersten Schlaf schickte. Zeit zu überlegen für Kurtovic, wo es am Ball weitergehen sollte. Die Entscheidung fiel recht schnell. Obwohl „nur“ Kreisliga hatte es in Werne doch gut gepasst mit ihm und dem Verein.

„Dort habe ich dann die paar Spiele bis zum erneuten Saisonabbruch mitgemacht. Unter anderem das Kreispokalspiel gegen die IG Bönen. Da habe ich die erstmals erlebt. Das ist schon eine tolle Mannschaft. Obwohl: Wir haben lange mithalten können, haben nicht viele Chancen zugelassen.“

Trainer Cerci ist eine Respektperson für Kurtovic

Einige Spieler der Bönener kennt Kurtovic aus seinen elf Seniorenjahren. Mit Ismail Budak spielte er schon in der Ahlener A-Jugend. Seinen neuen Trainer kennt er wie erwähnt von der Hammer SpVg. Gewisse Charaktereigenschaften der beiden decken sich. „Er ist ehrgeizig, akribisch und manchmal pingelig“, beschreibt er Cerci. „Und er weiß, was ich kann“, erwähnt Kurtovic. „Und, wo ich mich noch verbessern könnte.“ Trotz des langen gemeinsamen Wegs bleibt Cerci für ihn die Respektperson. „Eine gewisse Distanz ist da. Das sollte aber auch so sein zwischen Spieler und seinem Trainer.“

Seine Stärken und Schwächen gibt Kurtovic ungern preis. „Das sollen andere beurteilen. Eine Stärke ist vielleicht der Fleiß, an mir zu arbeiten“, gibt er dann doch zu Protokoll.

In seinem neuen Team fühlt sich der Hammer wohl. „Es ist wie Verwandtschaft. Das sind top Jungs – sportlich wie menschlich.“ Das Verständnis sei auf dem Platz sowieso da. „Die haben ja auch alle höher gespielt, da versteht man sich schnell.“

Kaum Foulspiele

Das Ziel der IG Bönen ist bekanntlich der Aufstieg in die Westfalenliga. „Ich persönlich werde von Woche zu Woche schauen, meine Aufgabe in der Mannschaft erfüllen“, sieht Kurtovic eine Voraussetzung dafür. Das tat er bislang. In den Vorbereitungsspielen, im Pokal und zuletzt am Sonntag im ersten Meisterschaftsspiel gegen TuS Altenberge. Er strahlt Ruhe aus, ist kommunikativ, ordnet die Defensive und lässt für den Gegner kaum etwas zu – und das, ohne Foul zu spielen. Bemerkenswert außerdem: Kurtovic fand tröstende Worte für den Altenberger Unglücksraben Henrik Wilpsbäumer, dem das Eigentor zum 7:0 passierte. „Passiert. Weiter geht’s“, versuchte er den TuS-Kapitän wieder aufzubauen. Fair.

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