Rennrollstuhlfahrer muss umplanen

Coronavirus beeinträchtigt Saison von Denis Schmitz

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Bangt um die EM-Norm: Denis Schmitz.

Weil der Bönener Rennrollstuhlfahrer zur Risikogruppe gehört, verzichtet Denis Schmitz auf Wettkämpfe in den Arabischen Emiraten. 

Bönen – Am Donnerstag wollte sich Denis Schmitz in das Flugzeug nach Dubai setzen. Wie in jedem Jahr finden dort und im Nachbaremirat Schardscha die ersten Wettkämpfe des Jahres statt, in denen die internationale Elite der Rennrollstuhlfahrer um die Norm für die Paralympics 2020 in Tokio kämpft. Doch die Ausbreitung des Coronavirus macht dem Athleten des RGS Bönen einen Strich durch die Rechnung.

„Wir sind da ein bisschen vorsichtig“, begründet Vater und Trainer Rüdiger Schmitz den Schritt: „Menschen mit Typ-1-Diabetes wie Denis gehören zu einer gewissen Risikogruppe. Wir haben uns entschieden, dass wir das Risiko nicht eingehen werden. Die Gesundheit geht vor.“ Der Deutsche Behindertensportverband (DBS) habe alle Kader-Athleten darüber informiert, die Situation genau zu überdenken, sagt Schmitz.

Schmitz geht es dabei nicht anders als vielen Weltklasse-Sportlern dieser Tage. Die Ausbreitung des Covid-19-Virus wirft die komplette Planung durcheinander. Die Schweizer Nationalmannschaft der Behinderten hat die Reise in die Emirate komplett abgesagt. Auch Familie Schmitz hat den gebuchten Flug storniert, der Wettkampf am kommenden Wochenende in Schardscha wurde mittlerweile abgesagt.

Absage bringt Schmitz in die Bredouille

Ob fünf Tage später der Grand Prix in Dubai ausgetragen wird, ist ungewiss. Das Trainingslager des DBS auf Lanzarote ab Ostern wäre der nächste geplante Termin. Der Verband wolle abwarten, wie und wo sich die Krankheit weiter ausbreitet, so Rüdiger Schmitz

Bezüglich der sportlichen Ziele bringt die Absage der wegen der optimalen Bedingungen beliebten Reise nach Dubai den RGS-Sportler in eine Bredouille. Bis April muss Denis Schmitz die Norm für die Europameisterschaft Anfang Juni in Bydgoszcz (Polen) erfüllen. Ein Wettkampf mit adäquater Bahn findet bis dahin nicht statt. Eine Normzeit von 19,18 Sekunden über die 100 m, dem einzigen in seiner Schadensklasse T33 ausgeschriebenen Rennen, ist der Bönener noch nie gefahren. Seine Bestmarke aus dem Vorjahr liegt bei 19,34.

Der Trainervater hofft nun auf eine Sonderregelung wegen der besonderen Umstände. Doch die Problematik geht weiter. Um bei den Paralympics dabei zu sein, ist eine 18,19 erforderlich. „Wir machen unser Programm und gucken dann, was geht“, sagt Rüdiger Schmitz. Das Programm sieht angesichts des nasskalten Wetters vor allem Training auf der Rolle vor. Möglichst bald wollen Vater und Sohn aber wieder raus, auf die Bahn des Herderstadions in Unna. „Wir trainieren Arme und Körper, damit nicht zu viel verloren geht“, so Rüdiger Schmitz.

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