Fußball

Corona-Verdachtsfall bei der SpVg

Ein Spieler der SpVg zeigte nach dem Pokalspiel gegen Kamen mögliche Corona-Symptome und wartet nun auf sein Testergebnis.
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Ein Spieler der SpVg zeigte nach dem Pokalspiel gegen Kamen mögliche Corona-Symptome und wartet nun auf sein Testergebnis.

Die Corona-Pandemie zieht weiter durch den Fußballkreis Unna-Hamm. In der Gemeinde haben sich bereits Spieler der IG Bönen I und II infiziert, weshalb die Mannschaften in Quarantäne mussten. Letzteres galt auch für die erste Mannschaft des TVG Flierich-Lenningsen, die gegen die IG-Zweite gespielt hatte und deren Akteure daher als erste Kontaktpersonen galten. Jetzt bangt die SpVg Bönen.

Nach dem Pokalspiel am Mittwoch gegen den VfL Kamen (4:6 nach Elfmeterschießen) spürte ein SpVg-Spieler Symptome, die der Coronavirus auslösen kann. Da diese nicht verschwanden, machte er am Donnerstag einen Test und informierte anschließend den Verein. Das Ergebnis wird erst am Montag erwartet. Aufgrund der unsicheren Lage sagte die SpVg daraufhin vorsichtshalber die für Sonntag angesetzten Begegnungen seiner beiden Mannschaften in der Kreisliga A1 und B1 ab.

Beide Teams führen zur gleichen Zeit ihr Training am Rehbusch durch und es gibt auch private Kontakte der Spieler untereinander außerhalb des Fußballs. Gegner wäre die Erst- beziehungsweise die Zweitvertretung des SVF Herringen gewesen.

Schon einige Spielausfälle in der Kreisliga A1

Auch den VfL Kamen informierten die Verantwortlichen. Der hat allerdings eh bereits spielfrei, weil der FC Pelkum, bei dem die Kamener hätten antreten sollen, noch bis Montag in Quarantäne ist. Der FCP hatte vor zwei Wochen gegen den VfK Weddinghofen gespielt, bei dem im Anschluss ein positiver Coronatest bekannt geworden war. Am vergangenen Sonntag hätte wiederum die SpVg gegen die Bergkamener gespielt, doch auch diese Partie fand nicht statt. In der Kreisliga A1 fallen coronabedingt zum zweiten Mal vier Spiele in Folge aus.

„Jetzt müssen wir erst mal das Ergebnis abwarten“, wissen die Verantwortlichen am Rehbusch noch nicht genau, wie es weitergeht. Das weitere Vorgehen der Gesundheitsämter hängt davon ab, ob der Test positiv oder negativ ist. Liegt keine Erkrankung vor, können die Bönener sofort wieder zur Normalität übergehen. Im anderen Fall müssten alle, die am Mittwoch im Pokal gespielt haben (auch der Gegner) oder am Montag beim Training der Ersten mitgemacht haben, wohl in Quarantäne. Was mit den Akteuren der zweiten Mannschaft bei einem positiven Resultat ist, war noch unklar.

Arenz stellt die Sinnfrage nach Fußball in Coronazeiten

Die Bönener hoffen bis dahin, dass der Kelch an ihnen vorübergeht. Eine Quarantäne hat schließlich nicht nur Auswirkungen auf den Sport. „Man müsste sich Gedanken machen, ob es weiter Sinn mit dem Fußball macht“, meint der Sportliche Leiter Niclas Arenz mit Blick auf die berufliche Seite. Bei weitem nicht alle können die 14 Tage zuhause im Homeoffice verbringen und dementsprechend trotzdem für ihre Firma im Einsatz sein. „Einmal ist es vielleicht akzeptabel für die Arbeitgeber der Spieler“, spricht Arenz über Grundsätzliches.

Seine Gedanken: Die Geduld der Firmen wird begrenzt sein, wenn ständig irgendwelche Mannschaftssportler des Betriebs zwei Wochen lang ausfallen, weil es im eigenen Team oder beim Gegner einen Coronafall gegeben hatte. Derzeit dürfen 30 Fußballer an einem Spiel teilnehmen, das sind 30 potenzielle Quarantäne-Kandidaten. „Da werden einige sagen, ich kann mir das nicht leisten – und mit dem Fußball aufhören“, erklärt Arenz die möglichen Folgen. Mannschaften, bei der nicht ein Spieler jemals infiziert gewesen ist, könnten in Personalnot geraten, wenn einigen das Risiko einer Quarantäne zu groß ist und deshalb Nachteile bei der Arbeit befürchten.

Der Verband ist gefordert

Arenz sieht angesichts der aktuellen Entwicklung mit steigenden Corona-Zahlen in der Umgebung, in ganz Nordrhein-Westfalen und letztlich in ganz Deutschland und den dazugehörigen Folgen auf den Sportplätzen so langsam die Fußball-Funktionäre in der Pflicht. „Das ist ein Problem, mit dem sich der Verband auseinandersetzen muss.“ Hendrik Dördelmann, Co-Trainer der ersten SpVg-Mannschaft und auch im Bereich der sportlichen Leitung bei den Bönenern tätig, bringt noch eine andere Facette mit ins Spiel. „So viele Begegnungen fallen jetzt aus. Ich weiß gar nicht, wann die alle nachgeholt werden sollen.“

Geht die SpVg tatsächlich in Quarantäne, käme sie schon auf drei ausgefallene Partien. Flierich und die IG-Teams kommen auf jeweils zwei Begegnungen. Und auch beim VfK Nordbögge waren die zweite und die dritte Mannschaft, zudem die TVG-Reserve, schon von Spielabsagen betroffen. In Hamm ist am Wochenende unter anderem das Landesliga-Derby zwischen der SG Bockum-Hövel und dem TuS Wiescherhöfen abgesagt worden. Ausfälle hat es bereits in eigentlich allen Ligen mit Teams aus dem Fußballkreis Unna-Hamm gegeben.

Die offiziellen Nachholtermine dürften damit langsam voll sein, weitere Partien müssten in die Woche gelegt werden, was die Problematik von der Verfügbarkeit von Spielfeldern aufwirft. Denn auch im Jugendbereich sind Spiele wegen der Corona-Pandemie abgesetzt worden.

In der Schule wird genauer nachgefragt als beim Fußball

Arenz und Dördelmann – beide Lehrer – ziehen in punkto Quarantäne im Sport den Vergleich zur Schule. Dort werde, so erklären sie aus eigener Erfahrung, nach einem positiven Test genau gefragt, wer die Sitznachbarn sind und hatte längeren Kontakt mit der Person hatte. „Beim Fußball scheint das völlig egal zu sein. Da müssten alle in Quarantäne“, wundern sich beide.

Noch ist es am Rehbusch nicht soweit. Es heißt abwarten, was der Test bringt. Bis dahin gibt allen mit auf den Weg: „Jeder sollte so oder so vorsichtig sein.“

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