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Wöllert will nicht gegen die eigenen Schüler verlieren

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Von: Boris Baur

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Christoph Wöllert (rechts) hat auch viele Jahre lang das Trikot des VfK Nordbögge getragen, dort auch den Nachwuchs trainiert.
Christoph Wöllert (rechts) hat auch viele Jahre lang das Trikot des VfK Nordbögge getragen, dort auch den Nachwuchs trainiert. © Liesegang

Die Derby-Wochen für den VfK Nordbögge gehen weiter. Nach dem 0:4 gegen die IG Bönen II am vergangenen Wochenende steht nun am Sonntag um 14.30 Uhr die Partie beim TVG Flierich-Lenningsen an. Beim Gegner stehen mit Florian von Glahn, Kevin Garske und Christoph Wöllert drei Akteure im Kader, die lange das VfK-Trikot trugen. Einer davon hat sogar eine noch engere Verbindungen zu ein paar Fußballern der Mannschaften, die in der Kreisliga B1 spielen.

Bönen – Christoph Wöllert war zehn Jahre Jugendcoach beim VfK, zuletzt der A-Junioren, und hat in dieser Funktion Fynn Täuber, Lucio Correira, Benjamin Kurz und Domenic Stöhr trainiert, die mittlerweile bei Lars Lenser im Kader stehen, Correira und Kurz sogar als Stammspieler. „Für mich ist das was Besonderes. Ich habe die Jungs lange Zeit begleitet, aber am Sonntag muss die Freundschaft für 90 Minuten ruhen“, sagt der 29-Jährige vor dem Wiedersehen mit seinen alten Schützlingen. Seine ehemaligen Jungs werden besonders motiviert sein, ihm zu zeigen, was sie gelernt haben, da ist er sich sicher. Schon am vergangenen Sonntag wurde nach dem Spiel der Nordbögger gegen die IG geflachst, als einige Fliericher nach ihrer zuvor beendenten Partie in der Mark zur Feuerwache fuhren.

„Das wird ein spannendes Spiel, da wird keiner einem etwas schenken“, erklärt Wöllert, der noch mit den Wittenborns, Melvin Korth und Lenser gemeinsam für den VfK auflief. Da könnte es durchaus mal zur Sache gehen. Die TVG-Gruppe hat gesehen, dass die Nordbögger gegen Bönen gut in den Zweikämpfe waren, giftig agierten. „Das wird gegen uns auch passieren. Das wird ein Kampfspiel, gerade am Butterwinkel“, so Wöllert. Zumindest dann, wenn die Coronasituation oder die Witterungsverhältnisse den Anpfiff erlauben.

Jetzt Jugendtrainer in der Mark

Wöllert, der mittlerweile die A-Jugend des VfL Mark trainiert, war auf die Initiative von Florian von Glahn 2019 nach Flierich gekommen. Die Feuerwache, wo er seit der C-Jugend spielte, hatte er Ende 2015 verlassen. Nach dem Auseinanderbrechen der erfolgreichen A-Liga-Mannschaft von Dennis Juraschuk hatte er als einer der wenigen unter dem neuen Trainer Jürgen Serr weitergemacht. „Ich habe gesagt, ich gebe dem Ganzen eine Chance.“ Doch nach einem halben Jahr und nur vier Punkten hatte er die Nase voll und wechselte zur SpVg Bönen. Da er dort jedoch mit seinen Einsatzzeiten nicht zufrieden war, ging es nach eineinhalb Jahren weiter zu Preußen TV Werl. Dort hörte er 2018 aus beruflichen Gründen auf, ehe er zum Butterwinkel wechselte.

Seitdem schiebt ihn TVG-Coach Thorsten Müller je nach Bedarf über das Feld. „Ich habe gefühlt keine Position“, sagt Wöllert und lacht: „Ich spiele am liebsten Verteidiger, das ist das, was ich von kleinauf gemacht habe. Das kann ich am besten.“ Unter Juraschuk agierte er zunächst als Rechtsverteidiger, später auch im Zentrum. „Aber ich spiele da, wo Thorsten mich aufstellt. Hauptsache ich spiele.“ Angefangen hat hat das positionelle Nomadenleben Wöllerts unter Hendrik Dördelmann bei der SpVg. Der zauberte den Abwehrspieler irgendwann als Brecher in der Schlussphase aus dem Hut und beorderte ihn in die Sturmspitze. „Ich war auf einmal Stürmer und musste quasi das Spiel retten.“ Und das klappte: „Ich bin sehr oft in der 88. Minute oder so reingekommen und habe noch das Tor geschossen.“

Neues Selbstvertrauen

Nordbögge und Flierich trennt in der Tabelle nur ein Platz, dennoch ist der TVG als Zwölfter favorisiert, schließlich hat er acht Zähler Vorsprung und die deutlich bessere Formkurve mit zuletzt fünf Auftritten ohne Niederlage und elf erzielten Punkten. „Durch die kleine Serie haben wir viel Selbstvertrauen“, sagt Wöllert, das sei am Sonntag auch in der Mark beim 3:1-Sieg über den Tabellensechsten zu sehen gewesen.

Zu Beginn der Saison war das ganz anders. Nach sechs Spieltagen hatte die Germania nur einen Punkt geholt. „Wir sind nicht gut reingekommen, hatten viele Abspielfehler, und uns fehlte das Glück“, meint Wöllert: „Wir haben uns dann mal zusammengesetzt und ausgesprochen, gesagt, dass wir dies und das mal ändern müssen“, sieht er einen Grund für die Trendwende. Am System wurde gefeilt, Spieler auf andere Positionen gestellt. „Und wir haben Kritik auf dem Spielfeld auch angenommen. Da darf man keine Widerworte geben, sondern muss auch mal schlucken.“

„Wir wollen uns jetzt weiter in der Tabelle nach oben arbeiten, Punkte holen, damit wir da unten wegkommen“, zählt für Wöllert nur ein Sieg am Sonntag: „Für Nordbögge sieht es nicht rosig aus und ich wünsche mir, dass sie nicht absteigen, aber ein Derby will man immer gewinnen.“

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