Bönener Sportabzeichenprüfer ziehen an einem Strang 

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Dirk Presch, Friedrich Rademacher, Adolf Langer und Klaus-Georg Knippelmeyer erörteterten den Stand der Dinge.

Bönen - „Früher“ liefen Versammlungen der Sportabzeichenprüfer im Herbst ganz ähnlich ab wie Mitgliederversammlungen in anderen Vereinen. Der Obmann eröffnete die Versammlung im Haus Timmering, begrüßte die Gäste, manchmal gab es Ehrungen. Das alles war einmal.

Die Gäste, bis 2015 ziemlich regelmäßig der sportaffine Bürgermeister Rainer Eßkuchen und die beiden Vorsitzenden des Ratsausschusses Familie, Sport und Kultur, Detlef Pilz und Thomas Köster, sprachen Hymnen auf das Ehrenamt. Es folgte der Bericht des Obmanns und zum Abschluss ein gemeinsames Essen. Ein ritueller Ablauf wie bei Mitgliederversammlungen von Vereinen.
Die Prüferversammlung ist aber kein Verein, braucht also auch keinen Vorsitzenden oder Obmann. Seit Anfang des Jahres ist der Posten durch den Weggang von Felix Karwoth sowieso vakant. Die Suche des Gemeindesportverbandsvorsitzenden Dirk Presch blieb erfolglos und wird auch nicht weiter offensiv betrieben.

Position des Obmann wird in Frage gestellt

„Brauchen wir überhaupt einen Obmann“, fragte Prüfer Dieter Freitag am vergangenen Mittwoch provokant. Die Antwort seiner Kollegen war ihm bekannt: „Nein.“ Es sei besser Entscheidungen demokratisch zu fällen. Genau das stellten die Prüfer in dieser Saison nämlich fest. Untereinander sprachen sie sich ab, wer zweimal im Monat am Mittwoch die Leichtathletikprüfungen abnimmt. Freitag wurde ausgeguckt, die Resultate zu sammeln, Helga Schermer übernahm die Minisportabzeichen der Kindergärten. Freitag und Erwin Gurski werden dafür sorgen, dass die Ergebnisse nach Ende der Saison zum Kreissportbund gelangen, zurück gehen die Urkunden an Presch. Die Prüferanwärter GSV-Kassiererin Sandra und Sportjugendbeauftragte Caroline Deutsch werden sie für die Verleihung aufbereiten.

Frischer Wind im "alten" Gremium

Es weht ein frischer Wind durchs alte Gremium, nicht nur optisch sichtbar durch die Teilnahme des fast kompletten GSV-Vorstands. Die zweite Prüferversammlung in diesem Jahr verlief nämlich sehr kommunikativ – im positiven Sinn. „Früher“ wurde meist über Änderungen der jeweiligen Prüfungsordnung gemeckert, jetzt wird konstruktiv diskutiert. Es gibt einige Baustellen, was das Sportabzeichen betrifft. Da ist nicht nur der allgemeine Rückgang der Teilnehmerzahlen. Niemand konnte genau sagen, wer von den 20 Prüfern auf der aktuellen Liste überhaupt noch bereit ist, Prüfungen abzunehmen. GSV-Geschäftsführer Friedrich Rademacher wird alle anschreiben und nachfragen, ob sie bereit sind weiterzumachen. Interessenten dürfen in der kommenden Saison unverbindlich schnuppern. Das Sportabzeichen muss wieder zum Begriff werden, da waren sich alle einig. Das umzusetzen stellt sich als schwieriger heraus. „Die Jugend kennt kein Sportabzeichen“, meinte Presch. Er will die Jugendfeuerwehr ins Boot holen, hat zudem einen Termin mit MCG-Chef Dr. Peter Petrak vereinbart – das Marie-Curie-Gymnasium unterstützt die Teilnahme am Sportabzeichen bisher so gut wie gar nicht. „Man braucht eine Initialzündung an den weiterführenden Schulen“, weiß Ex-Sportlehrer Klaus-Georg Knippelmeyer, „wenn man einen Lehrer findet, der dahintersteht funktioniert das.“

Den Realitäten Rechnung tragen

Öffentlichkeitsarbeit funktioniert heutzutage nicht ohne neue Medien – darin waren sich alle einig. „Eine Homepage steht ganz oben auf der todo-Liste“, erklärte Presch, „es soll aber kein entweder oder sein.“ Der Schaukasten an der Schranke wird weiter bestückt, die Zeitung informiert. Einen, der die Homepage baut, habe man bisher aber nicht an der Hand. Die Ideen sprudelten, konkretes gab es auch. Der Termin für die feierliche Verleihung der Sportabzeichen steht mit dem 16. Februar (17 Uhr). Es soll auch wieder ein Rahmenprogramm des Musikkarussells geben. Und die ausgeschiedenen langjährigen Prüfer werden auf der Bühne der Goetheschule geehrt. Bei der Verleihung wird die Anzahl, nicht die Farbe der Sportabzeichen genannt. Das Familiensportabzeichen bekommen auch Alleinerziehende. Ein Elternteil plus Kind, auch wenn das Kind unverheiratet außer Haus wohnt, ist dieMinimalvoraussetzung. „Wir müssen der Realität Rechnung tragen“, erklärte Presch zum Arbeitsessen.

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