Carlotta Voß startet mit dem Rennrad durch

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Carlotta Voß fuhr in diesem Jahr bei Radrennen häufig in der Spitzengruppe mit.

BÖNEN -  Es ist ein ganz „normaler“ Herbsttag im Leben der Lenningser Familie Voß – ein sportlicher eben: Mutter Heidrun nutzt ihre Freizeit, um im Mergelteichwald zu laufen. Tochter Carlotta wechselt nach dem Interview-Termin in der WA-Redaktion rüber ins „Bad & Sauna“, um an ihrer Schwimmtechnik zu feilen – oder einfach Spaß zu haben. In der Familie Voß gehört beides zusammen.

Von Markus Liesegang

„Schwimmen ist nicht so meins“, erklärt sie mit Blick auf die Triathlon-Disziplin, die den Familienmitgliedern Voß am wenigsten liegt. Die 14-Jährige folgt nämlich ihrem Vater Marcus sowohl als Radsportlerin beim RSV Unna als auch in seiner Leidenschaft für den Ironman-Sport. Auch Marcus Voß, in den 80er-Jahren Nationalkaderfahrer der Junioren-Rennradler, ist eher auf dem Trockenen zuhause. „Eigentlich mag ich ja das Schwimmen, auch das Freiwasser, und ich war ja auch in der DLRG, aber nicht diese Enge im Wasser beim Triathlon“, erzählt die Schülerin des Marie-Curie-Gymnasiums.

Das Talent hat sie wohl geerbt. Radrennsport betreibt sie erst seit einem Jahr. „Ich bin über den Triathlon dazu gekommen“, erklärt Carlotta Voß. Den „Dreikampf“ übt sie nämlich schon seit vier Jahren aus. Die Raddisziplin absolviert die Schülerin „auf einem ganz normalen Rennrad.“ Und im Sattel hat die 14-Jährige großen Erfolg. Beim Giro Münsterland im Oktober wurde sie Zweite über 26 Kilometer in der U 15-Klasse, in Dortmund Vize-Westfalenmeisterin im Derny, am Nikolaustag fuhr sie im Omnium der Winterbahnmeisterschaft NRW auf Platz zehn. Bei den Deutschen Meisterschaften in Queidersbach (Pfalz) stürzte sie allerdings. „Da hab ich wohl nicht aufgepasst“, erklärt sie lapidar.

Als verbissen ehrgeizig kann man Carlotta Voß nicht bezeichnen. Ihre Streckenzeiten, Statistiken, hat sie nicht im Kopf. „Ich mag einfach die Geschwindigkeit und will vorne mitfahren“, erzählt sie. Natürlich würde sie gerne weiter in den Landeskader berufen werden. „Mal sehen, ob ich die Normen schaffe“, sagt die Lenningserin. Momentan hat sie umgesattelt: Für den Winter gab es ein Crossrad, zum Beispiel für den Weser-Ems-Cup. Den fuhr sie in der nächsthöheren Altersklasse U 17, dabei wird sie erst im kommenden Jahr 15. „Dann kann ich über die Sprintdistanz im Triathlon starten“, freut sich Carlotta Voß. Ein weiterer Schritt in der sportlichen Karriere des Mädchens.

„Ich könnte mir vorstellen, Bundesliga zu fahren“, blickt sie voraus, „vielleicht später auch beruflich etwas mit Sport zu machen.“ Zukunftsmusik. Carlotta Voß ist eigentlich ein ganz „normales“ Mädchen – nur eben neugierig sportliche Grenzerfahrungen zu sammeln.

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