Fehlende Einnahmen

Solidarität mit Sponsoren: Klubs reagieren auf Coronavirus-Krise

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Statt in der Sporthalle könnten die Sponsoren des RSV Altenbögge bald im Internet werben.

Der Spielbetrieb in den Sportarten ist seit Wochen eingestellt. Einnahmen über Zuschauer gibt es nicht mehr, Sponsorengelder könnten ausbleiben, da die Unternehmen in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten.

Bönen – Auf der anderen Seite bleiben die Kosten für die Übungsleiter, Aufwandsentschädigungen für die Spieler oder scheinbar banale Dinge wie Rundfunkgebühren und Telefonrechnungen. Wie sieht die Situation vor Ort aus?

Abschließend beurteilen können die Vereinsvertreter RSV-Vorsitzender Karsten Schilling, Peter Hahnemann (SpVg Bönen) und TTF Bönen-Geschäftsführer Walter Darenberg die Situation natürlich noch nicht. Weder im Fußball, noch im Handball oder Tischtennis ist geklärt, ob die Saison zuende gespielt wird.

„Der Verband vertröstet uns bis jetzt“, sagt Darenberg. Am 4. Mai solle eine Entscheidung fallen, ob nur die Hinrunde gewertet, die Saison komplett annulliert wird oder ob die Tischtennisspieler die Spielzeit tatsächlich noch beenden. Letzteres bezweifelt der TTF-Geschäftsführer. Bei den ersten beiden Optionen stünden die Bönener gut da. Sportlich gesehen beklagt Darenberg also wenig. „Außer, dass mein Tischtennislehrgang in den Osterferien abgesagt werden musste und das bei 25 Voranmeldungen.“

TTF finanziell gut aufgstellt

Finanziell sei der Verein gut gebettet. „Wir können uns von den Mitgliedsbeiträgen ganz gut ernähren, zumal sich die Kassenlage in den vergangenen beiden Jahren verbessert hat“, erklärt Darenberg. „Sponsoren haben wir mehrere kleinere. Ich habe aber noch nichts gehört, dass die sich geäußert haben.“ Aufwandsentschädigungen würden sowieso nur an Spieler gezahlt, die entfernt wohnen.

„Wir haben mit Trainern und Spielern gesprochen. Die sind sehr einsichtig. Außerdem fällt Spritgeld momentan ja auch nicht an“, sagt Hahnemann zur Situation. „Natürlich fehlen uns Einnahmen, vor allem mit Blick auf das Vereinsheim.“ Von den Sponsoren hätte er noch nichts gehört. „Aber die Gespräche über die Plakatwerbung finden in der Regel erst Ende der Saison, ich denke im Juni, statt. Wir haben viele kleine Sponsoren. Das sehe ich positiv.“ Die SpVg werde abwarten, Schnellschüsse aus Aktionismus lehnt Hahnemann ab. Es sei momentan weder an eine Reduzierung von Mitgliedsbeiträgen gedacht. Noch stehe im Raum, dass der Verband einen Teil der Abgaben zurückzahle.

RSV im Wartemodus

Viele kleine Sponsoren hat auch der RSV Altenbögge. „Wir werden mit jedem einzelnen das persönliche Gespräch suchen“, verspricht Schilling mit Blick auf die schwierige wirtschaftliche Situation von Kleinunternehmern. „Wir fragen, wie sieht es aus, geht es weiter?“ Der Verein brauche Solidarität, wolle sich auf der Gegenseite aber auch solidarisch zeigen mit Spielern, Fans und Sponsoren.

Momentan sei der Handballverein im Abwartemodus. „Auf Dauer können wir uns die Aufwandsentschädigungen ohne Einnahmen natürlich nicht leisten.“ Zu den Heimspielen der ersten Mannschaft kommen im Schnitt mehr als 150 Zuschauer. Bei Partien der A-Jugend ist die Tribüne ebenfalls gut besetzt.

Spieler und Übungsleiter hätten sich noch nicht erklärt. Schilling rechnet aber mit deren Solidarität. Für Sponsoren eröffne sich die Möglichkeit über die Internetseite des RSV zu werben – quasi als Alternative zur Hallenplakatierung. „Wir brauchen aber etwas, dass wir draufstellen können.“

Ansonsten sei der Medienwart des RSV „nicht zu bezahlen“, sagt Schilling. Dieser, Dustin Wollek, hält den Verein viral. Die neueste Idee auf RSV-Altenboegge.de: der Podcast „Engelchen und Teufelchen“, ein witziger Schlagabtausch mit Dennis Geckert und Bernd Lublow.

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