Schwimmen

Das Seepferdchen kommt auf keine Badehose

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Aufgrund der Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus können Anfänger derzeit auch in Bönen nicht Schwimmen lernen.

Bönen – Es ist still geworden in der Bönener „Bad & Sauna“-Anlage. Keine Kinder planschen im Becken, keine Sportler ziehen kraulend ihre Bahnen. Seit über sechs Wochen ruht wegen der Coronapandemie auch hier der Betrieb. In Zeiten des Kontaktverbots kann kein Schwimmunterricht angeboten werden.

„Mitte März haben wir alle Kurse ausgesetzt, kurz bevor die Gemeinde die Hallen sowieso geschlossen hat“, blickt Elke Wegner vom TuS Bönen zurück. Der ursprüngliche Plan sieht eine Wiederaufnahme der Aktivitäten nach den Osterferien vor, die vier Anfängerkurse sollten am 29. und 30. April beginnen. Wegner hält das für utopisch. „Wir denken aktuell überhaupt nicht daran, dass es wieder losgeht. Ich glaube auch nicht daran, dass wir vor den Sommerferien wieder anfangen können“, rechnet sie mit einer langen Zwangspause. „Freizeitsport muss ganz am Ende der Kette stehen, erstmal muss man zusehen, dass die Wirtschaft wieder ins Laufen kommt.“ Um Verzicht komme man da nicht herum. Wegner erwartet, dass laufende Schwimmkurse abgesagt werden müssen und erst im Herbst wieder fortgesetzt werden können.

Auch Rettungsschwimmer warten auf Freigabe für Prüfungen

Weniger pessimistisch, wenn auch abwartend, gibt sich DLRG-Geschäftsführer Jan Schulte. „Wir können natürlich nicht abschätzen, wann man die Hallen wieder nutzen kann. Das liegt nicht in unserer Hand.“ Gleichzeitig hegt er zumindest die leise Hoffnung, dass einige noch vor dem Sommer ihre Rettungsschwimmerausbildung beenden können. „Seinen Rettungsschwimmer kann man schon zügig ablegen, wenn man gut trainiert ist. Viele arbeiten in unseren Kursen ja auch schon länger darauf hin.“ Für externe Absolventen wie Polizeibewerber sieht er dagegen schlechte Chancen. „Das könnte sehr knapp werden.“

Mit dem besseren Wetter startet auch die Saison für die DLRG-Wasserretter – Bönener sind bislang noch nicht im Einsatz. „Wir haben aber einige aktive Rettungsschwimmer, die eingesetzt werden können“, sagt Schulte. Die müssen sich aktuell in Eigenregie fithalten. Sicher eine Herausforderung ohne die Möglichkeit, Schwimmtraining zu absolvieren.

Was hilft ist Geduld

Bei der DLRG setzt man auf Geduld, ein konkreter Umgang mit der derzeitigen Ausnahmesituation wird intern noch besprochen, deshalb will Schulte keine Wasserstandsmeldungen bezüglich ausfallender Kurse abgeben. „Wir sind in keiner existenzbedrohenden Situation“, sagt er und fügt an, dass Forderungen vonseiten der Kursteilnehmer einkalkuliert werden müssten. „Es kann natürlich immer Rechtsfolgen geben. Das wissen wir nicht.“ Bei der TuS setzen die Verantwortlichen auf die Solidarität der Mitglieder. „Die restlichen Gebühren für die ausgefallenen Kurse schreiben wir den Teilnehmern erst einmal gut“, so Wegner. „Und sonst müssen wir hoffen, dass die Mitglieder uns treu bleiben, ihre Beiträge auch ohne Leistungen zahlen.“

Ein Ende kaum abzusehen

Doch was bedeutet der Wegfall von (Anfänger)-Schwimmkursen in der ganzen Nation? Steigt das Ertrinkungsrisiko im Sommer und die gleichzeitig geringere Zahl an Rettungsschwimmern? Das befürchtet Wegner nicht. „Ich glaube, dass das kein normaler Sommer wird. Ob Schwimmbäder, Funparks und Badeseen überhaupt wie gewohnt aufmachen können, wage ich zu bezweifeln“, sagt sie. Darüber hinaus sei eine erhöhte Vorsicht natürlich wichtig. „Wenn sich alle am Riemen reißen und gerade die Eltern achtgeben, wird das hoffentlich keine größeren Konsequenzen haben.“ Am Ende ist auch das kaum vorauszusehen, wie so vieles derzeit.

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