Im Juniorenfußball

Bönener Vereine fürchten um Nachwuchs - ist E-Sport eine Alternative?

+
Hallenfußballturniere für die Jüngsten werden in diesem Winter nicht angeboten.

Die neuerliche Corona-Zwangspause im Sport trifft alle. Kinder zum Beispiel können ihren natürlichen Bewegungsdrang nicht ausleben, sind mit Blick auf die für sie passende Sportart sowieso meist in einer Findungsphase.

Bönen – Es ist eine schwierige Situation für die Bönener Vereine, in dieser Situation den Nachwuchs zu halten. Wäre es nicht möglich, ein Trainingsangebot aufrecht zu erhalten, da die Kinder und Jugendliche gemeinsam in die Schule gehen, sich auch privat treffen? „Wir haben ja nur eine Jugend, eine B, die konnte schon das letzte Qualifikationsspiel gegen TuRa Bergkamen nicht spielen wegen Coronafällen in beiden Teams“, erzählt Heinz Piezocha als Jugendsprecher der SpVg Bönen.

"Froh, überhaupt eine Jugendmannschaft zu haben"

 „Ich stehe aber voll hinter der Entscheidung, aber es ist auch klar, das die Jungs und Trainer Senol Oturak, der ja selbst zur Risikogruppe gehört, enttäuscht sind. Es ist zu auch schwierig zu differenzieren, wer, wann mit wem trainieren könnte, weil sie sich auch sonst begegnen. Wir sind ja froh, dass wir überhaupt noch eine Jugendmannschaft haben, trotz der schlechten Bedingungen. Ohne Kunstrasen haben wir als Verein kaum ein Argument, zu uns zu kommen. Es ist jetzt der zweite Lockdown. Einige der Jugendlichen werden frustriert sein und sich fragen: Was soll das eigentlich?“, sieht Piezocha die Gefahr des Verlusts. 

Alternativangebote der SpVg? Die sind fern.  „Wir haben überlegt, anstelle des Jugendhallenturniers um die Weihnachtsfeiertage, das ja abgesagt ist, im Vereinsheim ein Fifa-Turnier am Computer zu spielen. Mal gucken, ob wir dürfen.“ 

"Bemüht, immer Sport anzubieten"

Gar keine Jugend hat aktuell der TVG Flierich-Lenningsen, zumindest keine Fußball spielende. „Wir haben vor Ort viele junge Leute“, sagt Jugendvorsitzender Felix Rademacher. Vielleicht bilden von denen einige in Zukunft wieder ein Nachwuchsteam. Momentan frequentieren sie die unterschiedlichen Kinder- und Jugendsportgruppen in der Ermelinghalle. Auch die setzen momentan ihre Angebote aus. 

„Wir sind als Verein bemüht, immer Sport anzubieten. Was nicht geht, geht nicht, wir müssen unserer Verantwortung gerecht werden, uns regelkonform verhalten“, erklärt Rademacher. „In den Gruppen sind auch Kinder aus verschiedenen Schulen, das Kinderturnen läuft sowieso mit Eltern.“ Da sei es schwierig, nur die zusammenzubringen, die sich auch sonst treffen. 

Ein Lichtblick: Per Videokonferenz arbeiten die neuen Sporthelfer Jannika Haase, Theresa Berghoff, Tim Steinacker, Merlin Sänger und Sebastian Hinkelmann an ihrer Qualifizierung. Sie entwickeln in der Auszeit mit Hilfe von Übungsleiterin Anke Rademacher eine Didaktik für die Sportangebote des TVG. „Wenn der Lockdown beendet ist, sind wir wieder präsent als Verein.“ Gordon Brumberg findet das Ende vor dem Anfang der Fußballsaison der Junioren schade. „Wir wären am Wochenende gestartet“, so der Jugendleiter des VfK Nordbögge, der die Jugendklassen komplett besetzt. „Ich denke auch, das Jahr ist durch bis Februar. Man kann ja nicht von 0 auf 100, müsste im Dezember, wenn der Lockdown endet, ja erst trainieren.“ 

Saisonabbruch eine zu harte Maßnahme

Einen Abbruch fände Brumberg zu hart. Die hypothetische Möglichkeit, wenigstens zu trainieren, den Kindern ein sportliches Angebot zu machen, sieht er nicht. „Bei uns spielen auch Jugendliche, die nicht aus Bönen kommen. Außerdem stehen je nach Altersklasse Eltern, Großeltern, Geschwister und Freunde am Rand. Da ein Hygienekonzept durchzusetzen, können wir als Verein gar nicht stemmen.“ Die Kontaktsperre sei für den Verein zu schnell gekommen, meint Brumberg, Alternativangebote, das Vereinsleben aufrecht zu erhalten, würden momentan fehlen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare