Valentin Kurz: Erfolgreich in den USA

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Valentin Kurz

Der Bönener Valentin Kurz spielt mit einem Stipendium in einem kalifornischen College-Team Fußball. Wegen der Corona-Krise ist er derzeit aber zuhause. 

Bönen  Das Semester läuft für den Psychologiestudenten Valentin Kurz noch bis in den Mai. Online, wie auch der Lehrbetrieb hierzulande gestaltet ist. Studienort des gebürtigen Böneners ist hingegen Morago in Kalifornien. Das St. Mary´s College, eine katholische Privatschule, besucht der 20-Jährige dank eines Sportstipendiums seit August 2019. Seine Aufgabe neben einem Bachelorabschluss ist es, das Soccerteam der Uni zu führen. Kurz ist zentraler Mittelfeldspieler, trägt bei den „Gaels“ – so werden die Sportteams des College genannt – die Nummer 13. Und der Bönener wurde gleich in seiner ersten Regular Season Meister der Western Conference.

Momentan lebt Kurz wieder zuhause. Vor knapp zwei Wochen kehrte er aus den USA zurück. Notgedrungen. „Der Fußball, alle SpringSports, sowohl Wettbewerbe als auch organisiertes Training, wurden vom Verband abgesagt“, erzählt er. „Für Fußball ist das jetzt nicht so tragisch, wir waren in der so genannten Off-Season. Die Saison war beendet.“ Seine Mannschaftskameraden und viele der rund 3 000 Studenten verließen die Uni schon Richtung Heimat. „Und lernen kann ich ja auch zuhause.“

Neue Saison beginnt im August

Die „Season“ in der höchsten nordamerikanischen Collegeliga läuft von August bis Dezember. „Zuletzt, eben im Frühling, hatten wir nur Freundschaftsspiele, Exhibition Games, und Training, die neue Saison startet erst im August.“

Die Gaels der abgelaufenen Saison bestanden zur Hälfte aus Amerikanern, zur anderen aus Ausländern. „Das Verhältnis wird sich aber ändern, einige Europäer haben den Abschluss, viele der Neuen, die Freshman, die jetzt zu uns stoßen, sind Amerikaner“, sagt Kurz.

Neben dem Bönener ist mit dem Verteidiger Valentin Sponer ein weiterer Deutscher im Team. Der spielte in der Jugend für den Nachwuchs des TSV 1860 München. Kurz‘ Fußball-Vita verzeichnet Borussia Dortmund in der B-Junioren-Bundesliga und den A-Junioren-Bundesligisten TSV Havelse (bei Hannover) als letzte Stationen vor dem USA-Abenteuer.

"Die ersten Wochen waren nicht so einfach"

Ganz leicht war der Wechsel an die Pazifikküste der Staaten für den damals 19-Jährigen nicht. „Die ersten Wochen waren nicht so einfach“, gibt er zu. Vor allem die Sprachbarriere machte Kurz zunächst zu schaffen. Das Verständnis sei nicht das Problem gewesen, aber das Mitreden. Kurz stand nicht gleich im Blickpunkt des 25-köpfigen Kaders. Besser wurde es mit Beginn des Semesters. Im Miteinander – und erst recht sportlich. Ab dem fünften Saisonspiel war Kurz Stammspieler. „Von den 17 Partien der Regular Season, also den zehn gegen Mannschaften anderer Conferences und sieben in unserer Western Conference, haben wir nur ein Spiel verloren“, berichtet der Bönener. In den folgenden Play-Offs der besten 32 Mannschaften aus den ganzen USA kam dann allerdings in der zweiten Runde nach einer 0:4-Niederlage gegen Santa Barbara das Aus. Die Gaels beendeten die Saison auf dem zwölften Platz landesweit. Kurz wurde in die Ehren-Elf der „Freshman of the year“ in der Western Conference gewählt.

„Das Niveau ist eigentlich hoch, viele der Ausländer kommen auch aus einer Fußballakademie größerer Vereine. Fußball wird hier aber schon anders gespielt. Anders als bei uns, treten Technik und Taktik in den Hintergrund, Athletik wird wesentlich höher bewertet.“ Soccer selbst besitze auch im Collegesport nicht den hohen Stellenwert wie zum Beispiel Basketball. „Wir haben keine Chearleader“, erzählt Kurz. Zuschauer ziehen allein wichtige Spiele der Play-Offs

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