Breitensprt

Bönener Sportvereine zögern mit einem möglichen Neustart des Übungsbetriebs

+
Auch die Bönener Reitvereine zögern noch mit einem möglichen Neustart des Übungsbetriebes.

Die Bönener Sportvereine warten mit Blick auf den möglichen Neustart auf Anweisungen der Fachverbände

Bönen - Das öffentliche Leben kommt langsam wieder in Gang. Geschäfte dürfen mit Rücksicht auf die hygienischen Bestimmungen geöffnet werden. Die Schulen in NRW öffnen am kommenden Donnerstag für die vierten Klassen der Grundschulen. Außen vor sind bisher die Sportvereine, auch wenn einige Verbände wie der Tennis- oder Tischtennisbund bereits Druck in Richtung politischer Gremien aufbauen, indem sie Konzepte erstellen, wie Vereinssport ermöglicht werden könnte.

In Hamm will der Stadtsportbund (SSB) den aktuell anstehenden politischen Entscheidungen nicht vorgreifen, hat allerdings die Vereine angesprochen und sie gebeten, einen Strategieplan für einen Neustart zu erstellen. „Das haben wir nicht gemacht, die Vereine hier vor Ort gehen mit der Situation aber immer noch ganz entspannt um“, meint Dirk Presch, Vorsitzender des Gemeindesportverbands. Er schränkt aber auch ein, dass das Gremium im Gegensatz zum SSB Hamm oder dem Kreissportbund Unna (KSB), ausschließlich ehrenamtliche Mitarbeiter hat, die gar nicht die Zeit hätten, sich mit einem Thema zu beschäftigen, bevor denn die Politik etwas entschieden hätte.

Matthias Hartmann, Geschäftsführer des KSB, bestätigt, dass auch die kreisliche Dachorganisation bisher keine Empfehlung ausgesprochen hat. Und er verweist auf die einzelnen Fachverbände. „Die sollten ihre Mitglieder informieren und ihnen Maßnahmenkataloge an die Hand geben. Wir sind auch zu weit weg von den Vereinen vor Ort. Den direkten Kontakt haben die Stadt- und Gemeindesportverbände.“

Die Bönener Vereine, die keinen Kontaktsport ausüben, haben durchaus verschiedene Ansichten zu einem Wiederbeginn des Trainingsbetriebs. Hier eine Umfrage:

Lisa Kissing, Pressesprecherin des Reit- und Fahrvereins Nordbögge/Lerche: Wir haben ansatzweise schon darüber nachgedacht, werden auf einer Vorstandssitzung in der nächsten Woche darüber reden. Einfach ist es nicht, den Schulpferdebetrieb wieder aufzunehmen. Die Kinder dürfen sich die Ponys nicht gegenseitig übergeben, das soll der Reitlehrer übernehmen. Die Schulpferde müssen zudem fertig bereit stehen. Ich denke aber, wenn es möglich ist, werden wir es machen. Hygienemäßig dürfte es im Reitsport keine Probleme geben. Die Reiterliche Vereinigung tagt aber nächste Woche auch noch einmal, unter anderem mit dem Thema Einzelunterricht. Danach entscheiden wir.

Sabine Kroll, Vorsitzende des Reitvereins Hacheney: Solange wir mit Beschränkungen leben müssen, denke ich nicht, dass wir aufmachen. Einige sehen das zu optimistisch. Falls es passt, haben auch wir natürlich einen Plan B. Die Schulpferde sind in den letzten Wochen nur bespaßt worden. Die müssen sich auch wieder umstellen. Und es muss für die Reiter auch ein Anreiz bestehen, wieder mit dem Training zu beginnen – die Turniere sind ja alle abgesagt. Wir werden langsam anfangen, wenn ein Vereinsleben wieder möglich ist und zunächst einmal die Anlage auf Vordermann bringen. Ich persönlich denke, man sollte nicht zu früh starten.

Marvin Manz, TuS Bönen, Mehrspartenverein: Wir haben heute Abend eine Online-Vorstandssitzung. Dort werden wir einiges in der Richtung besprechen. Wir wollen versuchen, Sachen möglich zu machen, ohne einzelne Abteilungen zu bevorzugen. Wir wollen ein Sportkonzept auf die Beine stellen. Es herrscht aber noch keine Klarheit. Wir sind aber auf die Ideen der anderen angewiesen, da wir ja aus verschiedenen Sportarten kommen. Ich denke aber, die Ideen werden kommen. Outdoorsport wie Leichtathletik und Laufen wird sicher eher möglich sein. Ansonsten wollen wir eine Umsetzung des Trainings auf digitaler Ebene forcieren, technische Hilfestellung in dem Bereich anbieten.

Michael Klein, Lauftrainer der Lauffreunde Bönen: Ich lehne mich nicht aus dem Fenster, solange keiner etwas genaues weiß. Erwachsenensport könnte ich mir schon vorstellen, die sollten das Risiko abschätzen können, handeln ja eigenverantwortlich. Kinder hängen aber gerne aufeinander, spielen miteinander. Und wenn ich Einzeltraining im Wald anbieten würde, verscheuch ich die doch.

Holger Reinert, Jugendleiter Schachverein Bönen: Die Schachgemeinde ist sehr verunsichert. Vom Schachbund kommen seit zehn Tagen keine neuen Nachrichten. Es ist alles in der Schwebe, auch ob und wie der Spielbetrieb von der Bundesliga bis zur Kreisklasse überhaupt abgeschlossen wird. Rein praktisch gesehen, können wir den Mindestabstand am Brett nicht einhalten. Außerdem kann man nicht verhindern, dass Figuren angefasst werden, die der andere angefasst hat. Und die sind dankbare Überträger von Bakterien und Viren. Für den Schachverein Bönen gilt außerdem, dass der Vorteil, dass Jung und Alt zusammenspielt, sich in einen Nachteil verwandelt. Wir können die 15 Jugendlichen in drei Gruppen schlecht von den Älteren als Risikogruppe trennen. Die sind die Betreuer. Aus Risikoerwägungen würde ich sagen, auch in Abstimmung mit unseren Spielleiter Gernot Medger, warten wir mit der Wiederaufnahme des Trainingsbetriebs, auch wenn wir es alle leid sind, nur online zu spielen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare