Uwe Manz und das Verkehrschaos bei Olympia

+
Der Bönener Kampfrichter im Ringen, Uwe Manz, nutzte seine freie Tage um beim olympischen Golf-Turnier vorbeizuschauen.

Rio de Janeiro   - Nach Jens Lang ist auch der zweite Bönener bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro angekommen. Uwe Manz ist in Brasilien als Kampfrichter im Ringen tätig und flog am vergangenen Mittwoch über den großen Teich. Gestern begannen dort die Wettbewerben in seiner Sportart. „Das wird direkt stressig. Das sind viele enge Kämpfe in den ersten Runden“, sagte Manz am Morgen auf dem Weg zu den Wettkämpfen in der Carioca Arena 2.

Stressig war es für Manz aber auch vorher schon, denn die Verkehrsbedingungen in der Millionen-Metropole Rio ließen den Bönener ganz schön ins Schwitzen kommen. „Beim ersten Mal war es eine Katastrophe. Obwohl wir unsere Akkreditierungen haben, wollte uns keiner zum Olympia-Park fahren“, so Manz. Aus der angesagten Abfahrtszeit von 8 Uhr wurde schnell 8.35 Uhr und vor Ort fehlte dann dem Fahrer die Akkreditierung, was erneute Diskussionen und Verzögerungen auslöste. „So geht das die ganze Zeit. Für zehn Kilometer benötigt man 60 Minuten und mehr“, berichtet Manz.

Am Freitag wurden die Kampfrichter eingekleidet. Der Bönener war dafür über fünf Stunden unterwegs. „Für die Einkleidung habe ich nur 20 Minuten gebraucht“, beschreibt Manz die teilweise doch erwartet chaotischen Gegebenheiten in Rio. So verpasste er ärgerlicherweise das Wasserspringen, für das er eine Karte gehabt hatte.

Pech hatte Manz auch bei seinem Besuch der Christus-Statue am Samstag. Die Wege waren völlig überlaufen und als er mit seinem Schiedsrichter-Kollegen Michael Faller aus Neuss oben angekommen war, war Cristo Redentor von Wolken umgeben.

Bönener begeisterter Zuschauer beim Golf

Gelohnt hat sich dagegen der Besuch beim Golf. Der Hobbyspieler folgte am ersten Tag bei bestem Wetter Martin Kaymer auf dem neuen Parcours. „So nah ist man bei keiner Sportart dran“, sagte er begeistert. Deshalb organisierte sich der Bönener für den darauffolgenden Tag gleich noch einmal Karten. Nun beobachtete er den zweiten Deutschen, Alexander Cejka, und verlebte trotz des Regens einen schönen Tag. Das olympische Golfturnier war insgesamt gut besucht, auch wenn einige Spieler ihre Runde fast alleine drehten mussten. Bei den Stars drängten sich die Zuschauer. Das ist in Rio ansonsten anders. In vielen Stadien fallen die gähnend leeren Hallen auf. Beim Tennis-Finale von Angelique Kerber, bei der Gold-Show der deutschen Dressurreiter oder am Wochenende bei der Leichtathletik blieben viele Plätze leer. Manz findet das komisch. Im Vorfeld war ihm gesagt worden, fast alles sei ausverkauft. „Jetzt gibt es für alles Karten“, berichtet er: „Und im Olympiapark ist es voll. Das ist nicht zu verstehen.“ Fürs Ringen hofft er auf eine volle Hütte, denn viele Zuschauer machen den erfahrenen Mattenrichter längst nicht mehr nervös.

Die Stimmung vor Ort sei trotz allem auf jeden Fall gut. „London 2012 ist aber nicht zu schlagen“, hat Manz nach vier Tagen allerdings schon festgestellt. - bob

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare