Fußball

Die Ungewissheit quält die Bönener Kicker

Ralf Thiemann, Trainer der SpVg Bönen II, hat derzeit überhaupt keinen Kontakt zu seinen Spielern.
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Ralf Thiemann, Trainer der SpVg Bönen II, hat derzeit überhaupt keinen Kontakt zu seinen Spielern.

Die Ungewissheit, wann und wie es im Amateurfußball weiter geht, quält derzeit auch die Bönener Kicker. Die Trainer haben angesichts der Zwangspause Probleme, überhaupt den Kontakt zu ihren Schützlingen aufrecht zu erhalten.

Bönen – Das letzte Saisonspiel bestritt der TVG Flierich-Lenningsen am 20. September, VfK Nordbögge trat am 27. des Monats letztmalig gegen den Ball, die Reserve der SpVg Bönen am 4. Oktober. Die erste Mannschaft der Bönener musste hingegen am 7. Oktober noch im Pokal gegen Kamen ran. Ebenso wie Landesligist IG Bönen in Holzwickede. Die Situation in Wartestellung – es ist längst nicht sicher, dass die Meisterschaft Mitte Januar fortgesetzt werden kann – ist schwierig für die Sportler. Wie halten die Mannschaftsverantwortlichen die Spieler bei Laune, halten die Trainer Kontakt, gibt es ein Alternativprogramm neben dem Fußball?

Ferhat Cerci (Trainer IG Bönen): Wir haben ja unsere Whatsapp-Gruppe, aber in der bin ich momentan wenig aktiv wegen meiner Knie-Operationen. Ich denke aber, dass die Spieler untereinander Kontakt haben werden. Ich werde nächste Woche telefonisch mit jedem einzelnen Kontakt aufnehmen. Eine Video-Konferenz mit allen zu veranstalten, wird bei unserem Kader schwierig: 22 Spieler zur gleichen Uhrzeit zusammenzubringen ist nahezu unmöglich. Wie´s weitergeht? Ich tendiere dazu, gegen Ende des Jahres Trainingspläne zu erstellen für den Fall, dass es im Januar wieder losgeht. Die Ungewissheit bleibt, aber es soll ja vor Weihnachten noch ein Statement vom Verband geben. Negative Infos aus der Mannschaft, dass jemand nicht mehr weitermachen will, habe ich keine gehört. Ich denke, die Jungs sind weiter heiß drauf, wieder Fußball zu spielen.

Hendrik Dördelmann (Trainerteam SpVg Bönen): Momentan ist es sehr ruhig. Es herrscht Ungewissheit. Ich persönlich gehe auch nicht davon aus, dass es vor Februar wieder los gehen wird. Trainingspläne verteilen wir nicht. Sporadisch sind wir über die Whatsapp-Gruppe in Kontakt. Mit Niclas (Arenz, sportlicher Leiter der SpVg, die Red.) telefoniere ich auch ab und an. Die Spieler kennen sich untereinander, sind befreundet, werden sicher auch zum Teil online spielen. Aber jeder einzelne schränkt sich ja auch privat ein in dieser Situation, hat weniger Kontakte. Alle scharren mit den Hufen, wollen wieder Fußball spielen, aber sind vernünftig. Zufällig hab ich neulich Lars Lenser getroffen, wir haben ja zusammen gespielt und kennen uns. Wir haben uns ausgetauscht, was wir so machen im Verein. Dahinter steckte der Gedanke: Machen wir das richtig, gibt es andere Wege.

Lars Lenser (Trainer VfK Nordbögge): Wir hatten zunächst lose über die Whatsapp-Gruppe Kontakt. Aber der ist weitestgehend eingeschlafen. Bei uns in der Mannschaft haben wir aber auch zwei Fraktionen. Eine junge um Spieler wie Jan-Niklas Dalley, die haben sicher Kontakt. Spielen vielleicht auch Fifa zusammen. Und dann die ältere Fraktion, dazu gehören dann Sven Koslowski oder ich. Ich bin zu alt für Online-Computerspiele und habe auch keine Zeit dafür. Wir sind Kreisliga B. Da stelle ich keine Fitnesspläne auf. Da müssen sich die Jungs schon selber aufraffen. Danny Strauß und ich laufen ab und zu gemeinsam. Und ich seh´s ja an mir selber, wie schwer es ist, sich zu motivieren, sich zu bewegen. Wir sind Fußballer, dazu gehört ja mehr als Bewegung – dumme Sprüche in der Kabine und, und, und. So weit ich weiß, hat noch keiner die Lust am Fußball so weit verloren, dass er die Fußballschuhe an den Nagel hängen will. Nikolaj Kirmse wurde wohl von Flierich angesprochen, ob er nicht dahin wechseln möchte. Ich habe auch eventuell zwei Neue aus meinem Umfeld. Mal gucken, ob es was wird. Es ist ja durchaus schwierig, die von uns zu überzeugen in der Auszeit.

Ralf Thiemann (Trainer SpVg Bönen II): Ich habe gar keinen Kontakt momentan. Die Mannschaft hat eine Whatsapp-Gruppe, da bin ich aber nicht drin. Sonst käme ich wahrscheinlich gar nicht mehr zum Schlafen. Wenn etwas Wichtiges ist, können die Jungs mich anrufen, außerdem würden mich Daniel Bednarek (Kapitän, die Red.) oder Yussuf Senel informieren. Ich denke, einige treffen sich privat, ab und zu, zu zweit oder dritt. Aber wie ich das einschätze, hat jeder Respekt davor, sich anzustecken, will mit der Familie Weihnachten feiern. Wenn der Kontakt intensiver wäre, käme bestimmt der Wunsch auf, miteinander spielen zu wollen. Es ist auch ansonsten still. Ich habe nicht mitbekommen, dass jemand von meinen Spielern, und es sind ja gute, von anderen Vereinen abgeworben werden.

Thorsten Müller (Trainer TVG Flierich-Lenningsen): Am Anfang hatten wir noch Mannschaftsabende per Zoom. Jetzt ist der Kontakt seit bestimmt einem Monat nicht mehr da. Wir wollen aber demnächst wieder etwas machen. Es ist schwer, sich und andere im Moment zu etwas zu motivieren. Ich persönlich habe im Gefühl, dass wir vor April ja nicht mehr anfangen zu trainieren. Stimmt, Nikolaj Kirmse hat uns zugesagt, wollte im Winter zu uns kommen. Er hat uns schon länger im Auge gehabt.

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