Fußball

Die Bönener Fans vermissen den Stadionbesuch bei ihren Bundesliga-Klubs

Maximal 300 Zuschauer dürfen zu Beginn der Bundesliga-Saison in die Schalke-Arena. Das gilt auch für das Pokalspiel am Sonntag, bei dem Regionalligist FC Schweinfurt sogar auf sein Heimrecht verzichtete. 
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Maximal 300 Zuschauer dürfen zu Beginn der Bundesliga-Saison in die Schalke-Arena. Das gilt auch für das Pokalspiel am Sonntag, bei dem Regionalligist FC Schweinfurt sogar auf sein Heimrecht verzichtete. 

Attraktive Spiele stehen zum Bundesligastart in der kommenden Woche auf dem Programm der Ruhrgebietsklubs. Die Bönener Fans dürfen aber nicht in die Stadien.

Bönen - Der BV Borussia Dortmund trifft im heimischen Signal Iduna Park auf den Namensvetter aus Mönchengladbach. Der FC Schalke reist zum Saisoneröffnungsspiel am Freitag zum Meister und Titelfavoriten nach München. Stattfinden wird das alles – wie auch die Pokalspiele an diesem Wochenende – weiterhin ohne Fans, oder besser mit bis zu 300 in Nordrhein-Westfalen sowie 200 in Bayern.

Da fehle doch alles, was den Besuch beim Lieblingsklub ausmache, meinen die Mitglieder der beiden Bönener Fanclubs, der schwarz-gelben Generation Spielkultur und der Schalker Freunde. An Karten zu kommen, sei auch in normalen Zeiten schwierig, sagt Franco Maschke, wie „Kollege“ Peter Gröning seit Anfang der 70er-Jahre blauweiß gefärbt. „Bei der Limitierung hast du doch gar keine Chance an Karten zu kommen, vor allem nicht bei Auswärtsspielen. Schalke verschenkt die 300 Karten des Pokals an Helfer in der Coronakrise wie Krankenpfleger“, so Maschke weiter, „das ist in Ordnung. Ansonsten würde ich sagen, entweder alle oder keiner.“ Auch die Begrenzung auf 8500 Besucher wie bei RB Leipzig, lassen die Schalker Anhänger nicht gelten. „Da kommt doch keine Stimmung auf, das Stadiongefühl fehlt.“

BVB-Fan Helge Dollenkamp zeigt Verständnis

So sieht es auch BVB-Fan Helge Dollenkamp. „Es gehört ja wesentlich mehr dazu als der Fußball“, sagt der Vorsitzende der Generation Spielkultur. Wichtig sei auch das Erlebnis vor dem Spiel. „Man will schon, aber ein Stadionbesuch ohne die Stimmung vor dem Anpfiff ist nicht das Wahre“, sieht er die Limitierung kritisch. Dollenkamp hat aber auch Verständnis: „Man muss noch aufpassen, wieder Fans ins Stadion zu lassen“, sagt er. „Es ist ja nicht nur das Stadion, sondern auch die Anfahrt, ob mit Bus oder Bahn.“

Dollenkamp ist Dauerkartenbesitzer und eigentlich immer im Stadion, zuletzt im Februar beim 1:0 gegen Freiburg. „Aber Dauerkarten sind ja erst einmal auf Eis gelegt, bis alle wieder ins Stadion dürfen“, erklärt er. „Wenn Zuschauer erlaubt werden, sollen wohl die Karten unter den Dauerkarteninhabern verlost werden.“

Nach München gefahren wären Gröning und Maschke wie in den vergangenen Jahren gerne. Das Spiel und der Besuch der bayrischen Hauptstadt stehen fest im Terminplan der Schalker Freunde. „Geht ja aber nicht“, so Gröning. „Und noch schlimmer, wir haben ja an den ersten Spieltagen nur Knallerspiele auswärts.“ Auf die Bayern folgt ein Besuch bei RB Leipzig, dann im Oktober das Revierderby in Dortmund. „Da wird sich dann auch zeigen, wo Schalke steht.“ Sonst wagen die beiden keine Prognose über das Abschneiden ihrer Elf.

Was ist drin für den BVB?

„Champions League sollte wohl wieder drin sein“, traut sich Dollenkamp eine Prognose bei den Schwarz-Gelben. „Für alles andere braucht man auch einfach mal Glück. Ich habe aber irgendwann mal gesagt, Meister werden ohne Feier ist auch nicht schön, das kann Bayern machen. Aber in Dortmund wollen wir das auch dann auch feiern.“

Beide Fangruppen bevorzugen weiterhin die Bundesliga vor dem Fernseher, bis Corona in die Geschichtsbücher entschwindet. „Kluft ja, Tröte nicht, und Bier verschütten nur, wenn wir draußen im Garten gucken“, meint Dollenkamp augenzwinkernd zu diesem für echte Fans eher fragwürdigem Event. Er, Maschke und Gröning sehnen den Stadionbesuch herbei. Die Fankultur zu leben geht eben nur dort.

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