Felix Masuch hat ein Faible für Geschwindigkeit

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Beim Downhill heißt es für Felix Masuch bremsen und lenken bei höchster Konzentration. Jeder Fehler kann zu einem Sturz führen.

BÖNEN - Das Mountaibike ist das liebste Spielzeug von Felix Masuch. Denn der Sportler liebt die Extreme. Zum einen sind es die körperlichen Herausforderungen, die ihn im Sport reizen. Zum anderen das gute Gefühl, den sprichwörtlichen inneren Schweinehund überwunden zu haben.

Denn das, was der 27-jährige Bönener macht, verlangt intensives Training also jede Menge Selbstdisziplin. Masuch fährt Downhill und Enduro im Bergkamener Verein Team Gravity Passion, der Radsportabteilung des SuS Oberaden.

„Ich bin eigentlich recht spät damit angefangen – so mit 21 oder 22 Jahren“, erinnert er sich an die eher untypische Karriere. Die meisten in dem Metier steigen vom BMX um. Der gebürtiger Bönener war zuvor schon einmal Landesmeister für die TuS-Hapkidos, fährt Wakeboard, jagt beim Kitesurfen über die Wellen. Masuch hat durchaus ein Faible für Geschwindigkeit. Als er „Gravity“-Chef Christian Flüß und das Rennteam der Bergkamener kennenlernte, war der nächste Schritt vorgegeben: Masuch kaufte sich das entsprechende Downhill-Bike. „So ein Mittelklasse-Teil für zweieinhalbtausend Euro“, sagt er. Die Ausrüstung kostet. Der Abteilungsleiter im Service eines Reinigungsmaschinen-Herstellers leistet es sich. Als Mechatroniker-Meister und Techniker weiß er schließlich wie wichtig zuverlässiges Equipment ist.

Inzwischen besitzt der Bönener fünf Räder – nicht nur Moutainbikes: „Nee, da ist auch ein Rennrad und ein Bahnhofsfahrrad dabei.“ Der Weg zu den ersten Wettkämpfen war nicht lang. Das Raben Race im Warsteiner Bikepark stand 2008 für den Beginn. „Ich war gleich gut dabei“, sagt er. Die motorische Vorbildung und Körperbeherrschung aus den gelernten Sportarten half. „Man wird schnell schneller – messbar.“

Sich mit anderen messen, ist Masuch wichtig. Beim „Dirt Master“ in Winterberg fuhr er unter die Top 30 der 200 Hobbyfahrer unter den insgesamt 2000 Bikern. „Da sind dann mehr als 40 000 Zuschauer an der Strecke“, unterstreicht er den Stellenwert der Sportart. Spektakulär sei auch der Kurs in Steinach. „Da fährst du wie von einer Skisprungschanze über eine anderthalb Meter hohe Kante in einen Steinbruch rein – rechts und links Publikum.“

Masuch genießt aber auch die stillen Momente auf der Strecke. „Das Downhill-Eldorado sind die Portes du Soleil in den französischen Alpen – da gibt es so viele Strecken das man immer für sich fahren kann – und das auf 2000 Meter Höhe in dieser grandiosen Kulisse mit Blick auf den Mont Blanc.“

Die 15-minütigen Abfahrten dort, jede mit Liftanbindung, sind fünf bis sechs Kilometer lang, die in Winterberg zum Vergleich nur 1600 Meter. Die Alpen sind eine extreme sportliche Herausforderung – auch für die Fitness. „Fünf Minuten können sehr lang werden“, sagt Masuch. Trotz Sesselliftanbindung schlaucht die Abfahrt. Downhill heißt Bremsen, Lenken und das Gleichgewicht halten unter vollster Konzentration und Anspannung. Immer mit der Prämisse, das Geschwindigkeitslimit auszureizen. Masuch holt sich die Kondition im Winter beim Badminton und Schwimmen. „Aber ich denke, jetzt allmählich ist auch die Muckibude angesagt“, erklärt der Bönener.

Immer populärer werde momentan das Endurofahren. Heißt: Nicht nur abwärts, sondern auf Rundkursen auch aufwärts. Rennen der Spezialized-SRAM-Enduro-Series werden über 40 Kilometer mit 1000 Höhenmetern gefahren.

Die „Megavalanche“ am berühmten Tour-de-France-Pass Alpe d´Huez mit Massenstart über den Gletscher Pic Blanc ist ein nächstes Traumziel des Böneners. Zumindest was den Sport auf zwei Rädern betrifft. Denn der 27-Jährige hat längst ein neues Hobby: Momentan macht er den Pilotenschein für den Gleitschirm.

Außer gelegentlicher Prellungen und Schürfwunden ist Masuch von Verletzungen bisher verschont geblieben. Er weiß um die Gefahren solcher Extremsportarten. Aber er weiß auch, was er sich und seinem Körper zutrauen kann. - ml

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