Leichtathletik

Grünes Licht für den Ultraballonlauf

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Das Hygienekonzept des Böneners Jan-Phlipp Struck hat auch das Gesundheitsamt Unna überzeugt.

Der Bönener Jan-Philipp Struck darf seinen Ultraballonlauf am 1. und 2. August starten. Das Gesundheitsamt Unna genehmigte jetzt das  vom Veranstalter vorgelegte Hygienekonzept.

Bönen – Stillsitzen, sich den Gegebenheiten fügen, das ist nichts für Jan-Philipp Struck. Der Bönener Ultraläufer regte in der Coronaauszeit mit den Ballonathons private Sololäufe auf vorgeschlagenen Strecken an. Und er hielt eisern fest an seinem Plan, auch im Sommer 2020 einen Ultraballonlauf anzubieten. Seit vergangener Woche steht die Ampel auf Grün. Das Gesundheitsamt des Kreises Unna hat das Hygienekonzept  für einen Lauf mit 150 Teilnehmern genehmigt.

Die Strecken kommen gut an

 „Theoretisch ist es der vierte Ballonlauf, je nachdem, wo man anfängt zu zählen, der erste war ja privat bei meinen Großeltern im Garten, dann der im Winter in Flierich. Als offizieller Wettkampf der DUV (Deutsche Ultramarathon Vereinigung) ist es der zweite, der zweite Sommerlauf“, sagt Struck. Erster Start der acht Läufe mit insgesamt 161 Kilometern ist am 1. August, 10 Uhr, am Bürgerhaus Alteheide in Unna. Die Strecken, gemessen wird wieder in Meilen, 5, 10, 15, 20 Meilen, sind dieselben wie im vergangenen Jahr. Ein Grund: „Die Strecken kamen gut an“, sagt Struck. Zudem befindet sich der Bönener momentan in der Ausbildung zum Polizeibeamten. „Da wusste ich nicht, ob ich es zeitlich schaffe, neue Strecken herauszufinden.“ 

Schon 144 Meldungen

Die aktuellen Teilnehmerzahlen, am Donnerstag waren es schon 144, bestätigen ihn. Der Modus bleibt ebenfalls. Jeder läuft, soviel er will, setzt aus, wann er will. Wer fünf Meilen absolviert, bekommt ein Finisher T-Shirt. Die, die 50 Meilen durchhalten, werden geehrt. Mehr als 50 berechtigen die Sportler zur Abgabe eines Barfußabdrucks inklusive Unterschrift auf einer zwei mal sechs Meter großen Tafel, einer Hall of Fame. 

Wegfallen werden in diesem Lauf die Medaillen und die Kältekammer, in der die Läufer im vergangenen Jahr entspannen konnten. „Dafür können sie ein Eis in Kamens Innenstadt schlecken“, unkt Struck. Coronabedingt fällt das Sportler-Büfett diesmal weg. Die Teilnehmer können sich an der Verpflegung beteiligen. Es wird aber keine Selbstbedienung, sondern eine Essensausgabe geben. Apropos Coronaschutzverordnung: „Mein dreiseitiges Hygiene- und Gesundheitsschutzkonzept ist ja jetzt schon wieder hinfällig. Jetzt dürfen 30 Kontakt haben, 300 teilnehmen. 

Nur 150 Startplätze vergeben

Das war in der vorherigen nicht so. Da war die Teilnehmerzahl noch auf 100 begrenzt. Ich habe aber gesagt, ich will das mit 150 machen, das ist eine kleine Steigerung. Letztes Jahr haben 120 teilgenommen.“ Knackpunkt seien der Start und die Anmeldung. Die Lösung: Zehn Personen werden jeweils im Abstand von einer Minute starten. Die Veranstaltung wird komplett draußen stattfinden. „Zwei Toiletten sind vorhanden. Ich überlege auch, einen Toilettenwagen aufzustellen. Draußen werden zwei Gartenduschen installiert. Ansonsten werden am Bürgerhaus, das ja schon seit Mai wieder auf hat, auch Desinfektionsautomaten stehen.“

 Platz ist außerhalb des Bürgerhauses genug. Wer möchte, kann ein Zelt mitbringen. Nur das Orgateam bekommt Zugang ins Bürgerhaus. „Das Schöne ist ja, dass beides, Mitlaufen und Helfen, bei dieser Veranstaltung möglich ist“, erklärt Struck. Helfer stünden bereit, erfuhr der Veranstalter aus einer während der Ballonathon-Episode entstandenen Whatsapp-Gruppe mit 140 Teilnehmern.

Das Interesse ist sehr groß

 „Fantastisch“, blickt Struck auf die acht einzeln absolvierten Halbmarathons in acht Wochen zurück. „Insgesamt haben 300 Läufer mitgemacht, da kam eine Strecke von 30 000 Kilometern zusammen. Da ist eine richtige Community entstanden.“ Die Läufer dankten dem Bönener für das Ausgucken der Strecken mit einer gemeinsamen Spende. Das Interesse am Laufen ist groß. „Viele machen ja 30, 40 Läufe im Jahr. Das geht ja nun nicht, da die meisten abgesagt wurden.“ Struck musste bisher noch keine Sportler ablehnen. „Aber wir haben jetzt erst mit der Werbung angefangen. Die Erfahrung zeigt, dass viele Läufer in der letzten Woche melden. Dann werde ich ablehnen müssen. Aber ich habe vor, eine Warteliste einzurichten, falls Plätze wieder frei werden. Es bleibt bei den 150 Teilnehmern.“ Der Ultra-Ballonlauf solle seinen familiären Charakter behalten.

Ideen für weitere Veranstaltungen

 Sehr viele planen, diesmal alle Läufe zu absolvieren. Zumindest setzten sie in der Anmeldung acht Kreuze. Im Gegensatz zum vergangenen Jahr finden sich auch einige Lauffreunde Bönen in der Liste sowie weitere Sportler aus der Region. Dass die zweite Sommeredition des Ultraballonlaufs ein Erfolg wird, dessen ist Struck sich sicher. „Ich werde selber die 100 Meilen mitlaufen“, sagt der Polizist in Ausbildung. Unsicher sei allerdings, ob er den Montag in der Polizeiwache Lünen nach der Strapaze frei bekommt. „Angefragt habe ich natürlich schon“, sagt er. 

Energie für beides hat der Bönener wohl genug. Ideen für weitere Veranstaltungen auch: Zum Beispiel das „Seven in Heaven“, sieben Marathons in sieben Nächten im November.

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