Bönener Volleyball-Frauen ziehen sich aus der Verbandsliga zurück

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Keinen Nachfolger von Michael Salaw haben die Bönener Frauen gefunden. Darum zieht sich das Team aus der Verbandsliga zurück.

Traurige Nachricht für alle Volleyballfans. Die Damen der TuS Bönen ziehen ihre Mannschaft aus der Verbandsliga zurück. „Wir sind sehr traurig“, erklärte Mittelangreiferin Kim Varlemann in ihrer neuen Rolle als Mannschaftssprecherin.

Bönen – Mit dem Rückzug nach dem sportlichen Klassenerhalt endet für die Volleyballdamen eine sechsjährige Berg- und Talfahrt mit Auf- und Abstieg. Die letzte „Konferenz“ der Mannschaft am Montagabend hätte aber nur diese Konsequenz zugelassen, sagte Varlemann. Aber eigentlich sei der „Drops schon gelutscht“ gewesen. „Wir hatten ein Henne-Ei-Problem“, beschieb die stellvertretende Vorsitzende des Hauptvereins das Geschehen der letzten Monate. 

Keinen neuen Trainer gefunden

Nach dem Rücktritt von Michael Salaw suchte die Mannschaft vergeblich einen neuen Coach. Der „Markt“ ausgebildeter, passender Trainer war allerdings schnell leergefegt. Zudem kam die Schwierigkeit dazu, in der Corona-Zwangspause ein Probetraining durchzuführen. Die finanziellen Mittel der TuS sind außerdem endlich. Zwischenzeitlich dachte der Vereinsvorstand sogar an ein Fundraising, um einen neuen Übungsleiter zu finden.

Spielgemeinschaft mit Werne im Gespräch

 Zerschlagen hat sich die Idee, mit dem TV Werne eine Spielgemeinschaft zu bilden. „In Werne war man der Idee gegenüber durchaus aufgeschlossen“, erzählt Varlemann. Eine solche hätte auch den Charme gehabt, die Leistungslücke zwischen der Oberligamannschaft und der TV-Reserve in der Bezirksklasse zu verkleinern. „Die jungen Werner Spielerinnen oder die, deren Positionen in der Oberligamannschaft stark besetzt sind, hätten dann ab und an mit uns in der Verbandsliga spielen können“, erklärt die TuS-Volleyballerin. Warum auch diese Option fehlschlug? Es fehlte weiter ein Trainer. 

Einige Spielerinnen auf dem Absprung

Zwischenzeitlich suchten einige Spielerinnen des sowieso schon ausgedünnten Kaders nach Alternativen. „Es war bekannt, dass Spielerinnen uns verlassen würden“, so Varlemann. Stella Salaw werde zum SuS Oberaden in die Landesliga wechseln. Die Stellspielerin kehrte nach Babypause erst zur Rückrunde der abgeschlossenen Saison zurück. So wie Jessica Sauli. Die Außenangreiferin, die ebenfalls längere Zeit wegen der Geburt eines Kindes fehlte, wird künftig für den ehemaligen Ligakonkurrenten Lüner SV am Netz stehen. „Das ist absolut verständlich, da sie ja in Selm wohnt und Lünen einfach näher ist“, sagt Varlemann. 

Auch Rinschede und Buhl zum Lüner SV

Nach Lünen gehen auch Ricarda Rinschede und – auch für die Restmannschaft überraschend – Ur-Bönenerin Katharina Buhl. Die Außenangreiferin war nach einer Volleyballpause erst in dieser Saison wieder eingestiegen. Ein anderes TuS-Urgestein, Nadine Wilmes, pausiert sowieso wegen Schwangerschaft. Lisa Richert wolle kürzer treten. Varlemann selbst „hält die Augen offen.“ 

Die Verbandsligaära der TuS war nicht nur durch steten Abstiegskampf gekennzeichnet. Trainer- und Spielerinnenwechsel kennzeichneten die letzten sechs Jahre. 2014 stieg die TuS-Sechs mit Trainer Michael Salaw auf. Ein Jahr später übernahm Jochen Schönsee, der später die Werner Damen wieder in die Spur brachte. Nachdem er aufgab und dann kurzzeitig Hardy Linke an der Bank stand, kehrte Salaw zurück. 

Vor drei Jahren erfolgte ein großer Umbruch bei den Spielerinnen. Damals stand Bönen ebenfalls vor dem Rückzug der Mannschaft, da Doreen Scharwey, Sabrina Schlensog, Jana Menger, Ricarda Rinschede und Stephanie Buhl sich abmeldeten. Mit Katharina Allwang vom SV Aasee aus Münster und den Schwerterinnen Andrijana Pekovic, Diana Ufer, Kathrin und Nadine Zilske sowie Pamela Gornicka kamen gleich sechs neue Spielerinnen hinzu. 

Hoffen auf Landesliga-Start in 2021

Die Hoffnung, dass es 2021 zur Wiedergeburt einer TuS-Volleyballmannschaft, dann in der Landesliga geben wird, hat Varlemann noch nicht aufgegeben. „Wir werden schauen, wer dann bereit ist, für uns zu spielen.“ Davon ab rechnet die Volleyballerin noch nicht damit, dass diese Saison wegen der nicht überstandenen Pandemie regulär ablaufen wird.

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