Lage für SpVg spitzt sich langsam zu

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Ruchan Akman musste angesichts der angespannten personellen Lage bei den Bönenern gegen Liesborn hinten links aushelfen.

BÖNEN - Zwei Drittel der Saison in der Fußball-Bezirksliga sind absolviert, und die SpVg Bönen droht so langsam den Anschluss zum rettenden Ufer zu verlieren. Vier Punkte beträgt der Abstand des Aufsteigers auf den ersten Nicht-Abstiegsplatz nach 20 Spieltagen.

Vier Punkte, das klingt auf den ersten Blick nicht viel, das Problem der Bönener ist allerdings, dass sich der Kreis der potenziellen Abstiegskandidaten immer weiter verkleinert. Schon zum Tabellenelften TSC Hamm hat die SpVg mit 17 Punkten als Vorletzter acht Zähler Rückstand. Wirklich in Reichweite liegen eigentlich nur der VfL Sassenberg mit 21 Zählern und der SV Lippstadt II mit 22. Und die Oberliga-Reserve „habe ich nie als Absteiger auf der Rechnung gehabt“, sagte Liesborns Trainer Ralf Bellenhaus am Sonntag stellvertretend für seine Zunft.

Das unterstreicht der SVL nach einer verkorksten Hinserie in der Rückrunde eindrucksvoll, führt diese Wertung mit 13 Punkte sogar vor Gesamtspitzenreiter Westfalia Rhynern II. Die Lippstädter haben ihre Mannschaft in der Winterpause mit Oberliga-Spielern aufgerüstet, was auch Bönen zu spüren bekam. Dennoch war die SpVg vor vier Wochen am Rehbusch die einzige Mannschaft, die nicht gegen den SVL verlor. Für Bönen jedoch kein Grund zur Freude, kassierte die Mannschaft von Trainer Axel Maurischat den Ausgleich zum 2:2 erst in der Nachspielzeit.

Der Treffer war gleich doppelt bitter für die SpVg, gingen doch nicht nur zwei Punkte in letzter Sekunde flöten, sondern verpuffte auch eine mögliche Initialzündung für die nächsten Wochen. Stattdessen musste Bönen gegen Rhynern II und Ahlen erneut in der Schlussphase Zählbares kostende Gegentreffer hinnehmen. Nach dem Rückstand gegen Westfalen Liesborn am vergangenen Sonntag, diesmal in Minute 69, schienen sich die Gastgeber nicht mehr mit Überzeugung gegen die Niederlage zu stemmen. Mit dem Selbstvertrauen ist es eben nicht so weit nach nur zwei Punkten aus den ersten vier Spielen des Jahres.

Maurischat verweist auf die angespannte Personalsituation seiner Mannschaft, die ihm die Arbeit erschwert. Gegen Liesborn fielen ihm mit Yusuf Güney, Sören Symmank und Malik Öncül drei Außenverteidiger aus. „Ich habe keine Alternativen“, beklagt sich Maurischat trotz dreier Wintertransfers. Mit Ruchan Akman zog der Trainer einen von der Sechser-Position für die Lücke auf Linksaußen ab. Dort werden wiederum schon Hakan Elik, Tobias Wittwer und David Wündisch wegen Verletzungen schmerzlich vermisst. Die Dynamik von Wittwer und Elik sowie die Abgeklärtheit von Wündisch geht Bönen aktuell eklatant ab. Das wirkt sich natürlich auch auf das Spiel nach vorne negativ aus. Die drei Offensivkräfte Kevin Scheibke, Sedat Cakir und Niclas Arenz hingen gegen Liesborn über weite Phasen in der Luft.

So machte sich mit zunehmender Spielzeit eine düstere Stimmung am Rehbusch Bahn. Abstiegsangst eben. Dabei haben die Bönener in dieser Saison bereits bewiesen, dass sie mit nahezu jeder Mannschaft mithalten können. Selbst den Tabellenzweiten SuS Bad Westernkotten schlug die SpVg in der Hinrunde. Und just zu dem reist das Team am kommenden Sonntag. Es wäre ein guter Zeitpunkt, mit einer erneuten Überraschung für den ersten Sieg im Jahr 2015 zu sorgen. - bob

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