Fißball

Cerci wird laut: Hilbeck kontert IG aus

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Hilbecks Neuzugang Mergim Deljiu (rechts gegen Mohammed Bulut) brachte die Gäste in der 52. Minute in Führung. Am Ende war die IG-Niederlage verdient.

In der Kabine wurde Ferhat Cerci richtig laut. Minutenlang redete der Trainer der IG Bönen auf seine Spieler ein. Die hatten bei ihrem ersten Pflichtauftritt im Jahr 2020 nach einer weitgehend indiskutablen Leistung zuhause mit 1:2 (0:0) gegen den abstiegsbedrohten SV Hilbeck verloren. „Das war zu wenig Einstellung, Laufbereitschaft, Leidenschaft und Zweikampfverhalten“, sagte er anschließend, nachdem er sich etwas beruhigt hatte.

Die Hilbecker jubelten dagegen nach dem Schlusspfiff des Nachholspiels am Bönener Schulzentrum über drei unerwartete Punkte, mit denen sie den Anschluss zu den Nichtabstiegsplätzen wieder herstellten. „Wir hatten in den ersten 15 bis 20 Minuten zu viel Respekt, aber dann sind wir immer besser ins Spiel gekommen“, meinte SVH-Coach Heiko Hofmann glücklich. Seine Mannschaft hatte genau den Willen und Einsatzbereitschaft gezeigt, die Cerci vermisst hatte. Mit kompromissloser Abwehrarbeit zog der Außenseiter dem Favoriten den Zahn, der im Aufstiegsrennen einen schweren Rückschlag hinnehmen musste. „Wir sollten jetzt den Ball mal lieber flach halten“, gestand der IG-Trainer enttäuscht ein.

Drei Neuzugänge in der Startelf

Cerci hatte alle drei Winterneuzugänge von Beginn an gebracht, Zübeyir Kaya agierte wieder als Linksverteidiger, da Can Bozkurt und Okan Güvercin doch fehlten. Jesse Kuhn lief in der Innenverteidigung auf, Ogün Gümüstas hinter Yasin Acar als hängende Spitze. Doch gerade die Stürmer hingen bis zu ihren Auswechslungen nach rund einer Stunde völlig in der Luft. „Offensiv hatten wir keine Durchschlagskraft“, kritisierte der Trainer sein gesamtes Potenzial für die vorderen Positionen.

Bönen hat zu Beginn Pech

Die Partie wäre vermutlich anders gelaufen, wenn Ilker Algan nach vier Minuten, die einzige Unsauberkeit von Hilbecks Schlussmann Christopher Sander genutzt hätte. Nach einer Volleyabnahme von Gümüstas kam er an den Abpraller, verfehlte aber aus kurzer Distanz das Tor. Pech auch, dass Gümüstas in der siebten Minute allein auf das leere Tor zulief, aber zu Unrecht wegen Abseits zurückgepfiffen wurde. Den langen Ball von Michael Oscislawski hatten der herausgelaufenen Sander und seine Vorderleute verfehlt, weil die Kugel auf dem Platz versprungen war. Acar blieb passiv und griff nicht ein.

Platz eine "Katastrophe"

Bönen gelang also nicht die frühe Führung, obwohl der Gastgeber gerade zu Beginn die Partie im Griff hatte. Algan (10.) und Gümüstas (15.) verzeichneten weiterer Abschlüsse. Langsam stand Hilbeck, das lange kaum in der gegnerischen Hälfte auftauchte, allerdings immer kompakter. Adem Cabuk schoss noch aus spitzem Winkel knapp vorbei (23.). Das war es aus Sicht der Bönener, die es viel mit langen Bällen probierten, weil der hucklige, nicht gewalzte Rasen das Kurzpassspiel verlangsamte. „Der Platz ist eine Katastrophe. Der Schiedsrichter wollte eigentlich gar nicht anpfeifen“, meinte Cerci.

Hilbeck gehört die Schlussphase

In der Schlussphase der ersten Hälfte kamen die Gäste sogar erstmals auf. IG-Keeper Marcel Klemmer war aber gegen Ahmet Acar und bei der anschließenden Ecke gegen den auf der Linie durchgestoßenen Yasin Toy zur Stelle (38.). Unmittelbar vor dem Pausenpfiff verzog Philipp Schnettker aus 16 Metern.

Hofmann vermisst die Bönener Spielidee

„Wir haben sogar den saubereren Fußball gespielt“, konstatierte Hofmann, der zwar die individuelle Klasse des Gegners anerkannte: „Eine Spielidee habe ich aber vermisst.“ Das galt vor allem in Durchgang zwei, nachdem die Hilbecker mit einfachsten Mitteln in Führung gegangen waren. Sander fing eine Ecke ab, seinen Abschlag unterschätzte Kaya. Neuzugang Mergim Deljiu bediente Nazim Hadzibulic, der noch an Klemmer scheiterte, doch Deljiu war zur Stelle (52.). Kurz darauf verpasste Hadzibulic eine flache Hereingabe von Anil Sariman nur knapp. „In der zweiten Halbzeit war es mit dem Rückenwind ein anderes Spiel“, meinte Hofmann.

IG verfällt in Hektik - Hilbeck setzt den zweiten Konter

Die IG verfiel in Hektik, was dem Gast das Verteidigen leicht machte. „Da müssen wir die Ruhe bewahren“, so der IG-Coach. Serhat Gün zog aus 16 Metern zu überhastet ab (57.), Koray Basar prüfte Sander nach einer Einzelaktion (75.). Sechs Minuten vor Schluss sorgte Hadzibulic bei einem weiteren Konter für das vorentscheidende 0:2. Cabuk traf nach einem Flipperball im Strafraum zum Endstand. „Mit vier, fünf Mann kann man kein Spiel gewinnen. Wir hatten zu viele Totalausfälle“, kritisierte Cerci.

IG:  Klemmer – Kusakci, Kuhn, Oscislawski, Kaya – Cabuk, Yilmaz, Algan, Born (46. Gün) – Gümüstas (60. Bulut), Y. Acar (64. Basar)
SVH:  Sander – Hünnies, Peppersack (90.+4 Mugisha), Danne, Siepmann (33. A. Acar) – Jabri (90.+1 Schriek), Toy, Schnettker, Saraman – Hadzibulic, Deljiu (88. Markovski)
Tore: 0:1 Deljiu (52.), 0:2 Hadzibulic (84.), 1:2 Cabuk (87.)

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