TuS-Damen über Umweg zum Auftaktsieg

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Zwischenzeitlich funktionierte der Block der Bönenerinnen (von links Stefanie Buhl und Lisa Maruhn) richtig gut.

Bönen - Beim ersten Anlauf in der Volleyball-Verbandsliga vor zwei Jahren hatte es lange gedauert, bis die TuS Bönen die ersten Punkte eingefahren hatte. Nach dem Wiederaufstieg startete das Team von Trainer Jochen Schönsee nun zwar mit einem 3:2 (25:22, 25:22, 17:25, 19:25, 15:11)-Sieg gegen Union Lüdinghausen II, doch als der erste Jubel über den Erfolg verklungen, mischten sich auch kritische Töne unter.

„Wir haben einen Punkt verschenkt“, sagte Schönsee klipp und klar. Er war mit der Leistung seiner Mannschaft über weite Strecke nicht einverstanden, schüttelte während der Partie immer wieder verzweifelt den Kopf ob der irritierenden Aktionen und Fehler seiner Schützlinge. Und das nicht nur im dritten und vierten Satz, in denen die TuS phasenweise völlig neben der Spur war.

Zunächst bewiesen die Bönenerinnen aber Moral. Denn nach einem völlig verkorksten Start, der aufgrund von haarsträubenden technischen Mängeln zu einem 5:11-Rückstand führte, riss sich der Gastgeber in der Goethehalle zusammen. Schönsee hatte in seiner Aufstellung kräftig rumgewechselt, ehe die TuS ins Spiel fand. Doch dann zeigte Bönen, welches Potenzial in der Mannschaft steckt. Aus einem 10:16 wurde dank konzentriertem und druckvollem Spiel bald eine 17:15-Führung. Bis zum 21:21 blieb es ausgeglichen, dann setzte sich die TuS endgültig ab. Besonders die Blockarbeit funktionierte in dieser Phase gut. Zudem nutzte Bönen gegen das junge Union-Team seine körperliche Überlegenheit aus.

Im zweiten Durchgang ging erst einmal so weiter. Über 6:3 und 10:5 schien die TuS einem ungefährdeten Satzgewinn entgegenzueilen. Doch dann setzte der Schlendrian bei den Bönenerinnen ein. Über 14:13, 17:17 und 21:22 drehte Lüdinghausen den Abschnitt. Die Gäste profitierten dabei von leichten Fehlern des Gegners. Erst als es was schon zu spät war, riss sich die TuS wieder zusammen, dominierte erneut und fuhr den Satz mit 25:22. Lisa Maruhn krönte ihre Angabenserie mit einem Ass.

Nach dieser moralischen Keule für Lüdinghausen war der Weg zum schnellen Bönener Erfolg eigentlich vorgezeichnet. Doch scheinbar waren sich auch die Gastgeberinnen ihrer Sache zu sicher. „Sie haben gedacht, ‘Jo, die haben wir’ und haben gleich eine Niveaustufe niedriger gespielt“, sagte Schönsee. Das Problem: Im Gegensatz zu den ersten beiden Durchgängen fand die TuS diesmal nicht wieder den Weg aus dem Tal heraus. Das Zuspiel wurde fehlerhaft, das Timing bei den Schmetterbällen stimmte nicht mehr. Die Gäste hatten es leicht.

Kurzzeitig verkürzte Bönen zwar nach einem 1:5-Rückstand auf 6:8 und 9:10, verlor dann aber endgültig den Faden. Über 10:14 und 13:19 war der Satz deutlich mit 17:25 futsch. Besonders ärgerlich waren die vielen verschlagenen Angaben, die sich die Gastgeberinnen leisteten. Und im vierten Abschnitt wurde es noch schlimmer. Wieder geriet die TuS mit 1:5 ins Hintertreffem. Lüdinghausen schaffte es problemlos (9:6, 18:12, 20:13 und 25:19) in den Tiebreak. Auch Schönsees Wechsel zündeten nicht mehr.

Im Entscheidungssatz zeigten die Bönenerinnen aber wieder ihr anderes Gesicht. Von Beginn an bestimmten sie die Ballwechsel, leisteten sich erst kurz vor Schluss den einzigen Angabenfehler und nach einer schnellen 5:2-Führung eigentlich nie mehr in Gefahr. „Die Mannschaft hat es selbst erkannt, und hat wieder mit Selbstvertrauen geschlagen“, sagte Schönsee. 8:4, 12:8 und 14:10 waren die Zwischenstände. - bob

TuS: Zimmerers, Karkowski, Gohrke, Salaw, Tewes, K. Buhl, Maruhn, Schlensog, Menger, S. Buhl, Rinschede, Scharwej (n.e.)

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