Tennis

TV RW Bönen startet mit zwei Partien in die Sommerrunde

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Matthias Ruthmann beobachtet, wie Carsten Schlüter den Ball schlägt.

Tennis ist der Sport, der sich als erstes vom Virus befreit hat. Wettkämpfe sind seit vergangenen Montag, 8. Juni, erlaubt. Am Wochenende begann die Sommerrunde auf der Platzanlage des Tennisvereins Rot-Weiß Bönen mit zwei Partien.

Bönen – Die Ligaspiele der Herren 50 am Samstag gegen den Gelsenkirchener TK und der Herren 30 am Sonntag gegen TuS Westfalia Hombruch, beide in der Ruhr-Lippe-Liga beheimatet, standen dabei unter verschiedenen Vorzeichen.

„Wir wollen. Es geht um den Aufstieg“, erklärt Matthias Ruthmann. Die Nummer vier der Herren 30 hat sein Match gerade gewonnen, genießt die Atmosphäre auf der vom Familienanhang gut besuchten Anlage. Wie auch Mannschaftskamerad Marco Nielinger neben ihm. Er hat allerdings das Pech, gleich zum Saisonstart aus dem Team herausgelost worden zu sein. „Wir sind ja zu siebt“, erklärt Ruthmann. Nielingers „Frust“ hält sich in Grenzen, auf eine Woche mehr oder weniger kommt es nach der Corona-Auszeit schließlich auch nicht mehr an. Und nächste Woche steht schon das nächste Spiel in Herne an.

Während bei den Herren 30 nur zwei Mannschaften zurückgezogen haben, vier Spieltage anstehen, sieht es bei den Herren 50 anders aus. Die Hälfte der acht Mannschaften hat zurückgezogen, die Gruppe wurde mit dem Dortmunder TK 98 aus der Parallelstaffel aufgefüllt. „Die Motivation fehlt. Irgendwie ist alles anders wegen der Auflagen“, sagt Mannschaftssprecher Meinolf Dittrich. Sein Team werde nur mitspielen. „Es gibt ja keine Absteiger“, begründet er die eigene Demission. „Und ich bin ja hier nun einmal Coronaschutzbeauftragter. Wenn ich spiele, hab ich das drumherum nicht so im Blick.“

„Wir sind ja die schlechteste Mannschaft in dieser Liga, die drei anderen wollen aufsteigen“, gibt Folke Wölfer zu. „Es sind für uns drei organisierte Freundschaftsspiele. Wir haben gemeldet, weil wir spielen wollten. Aber es ist eher ein sehr persönlicher Wettkampf, wer auf dem Platz der bessere ist.“ Das bestätigt auch Dirk Radine nach gerade erfolgter klarer Niederlage. „Der Gegner war eine Nummer zu groß, aber ich spiele gerne“, sagt er. „Es war wichtig, dass irgendwas passiert im Sport. Joggen passt nicht zu mir, ich bin auf dem Tennisplatz groß geworden.“

„Diese Saison ist Jojo für mich“, gibt sich Mannschaftskamerad Michael Zimmermann als Wortschöpfer. „Das ganze Miteinander fehlt ja komplett.“

Als Verantwortlicher in Sachen Pandemie und Vereinsgastwirt hat Dittrich an diesem Nachmittag nicht viel zu tun. Tennisgäste gibt es ganze drei, eine Gruppe Spaziergänger genießt ein Getränk auf der wieder eröffneten Terrasse. „Ich habe aber auch die ganze Zeit einen größeren Ansturm an Tennisspielern erwartet“, sagt er, „das ist schon komisch, weil alle doch nachgefragt haben, wann es denn endlich losgeht.“

Am Sonntag bekommt Dittrich dann dank der Ehefrauen, Kinder und Eltern der Herren 30 deutliche mehr zu tun. Alle bis auf die Spieler müssen schriftlich erklären, dass sie die Hygieneregeln einhalten, die Kontaktdaten werden festgehalten. „Hier auf der Anlage ist es ja einfach, hier gibt es nur einen Zugang. Es sind gute Voraussetzungen hier“, lobt Ruthmann die Umsetzung bei seinem Heimatverein. Als Mitarbeiter des Westdeutschen Tennisbundes weiß er von äußerst unterschiedlichen Gegebenheiten bei den Vereinen. „Wir haben Konzepte für alle 54 Gesundheitsämter im Verbandsgebiet erarbeitet, besser als wenn jeder der 800 Vereine dem Amt ein eigenes Konzept vorlegt.“ Dieses erste Wettkampfwochenende stünde sicher unter der Beobachtung der Behörden. Vielleicht würden bei Infektionsfällen die Anlagen wieder dicht gemacht, die Saison endgültig abgeblasen. Er rechne aber nicht damit. „Eigentlich ist es ja wie immer, nur dass wir und die gegnerische Mannschaft an zwei verschiedenen Tischen sitzen müssen.“

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