Der Abstieg trübt die Stimmung nicht

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Nach seinem letzten Spiel als Trainer ließen die TuS-Damen ihren Coach Michael Salaw hochleben.

BÖNEN - Die Volleyballerinnen der TuS Bönen lagen sich nach dem letzten Ballwechsel der Relegationsrunde in den Armen, hüpften gemeinsam im Kreis und zelebrierten in der Goethehalle lautstark die Welle mit den vielen Fans.

Es sah so aus, als ob die Mannschaft gerade ausgelassen den Aufstieg in die Verbandsliga feiern würde. Doch das Gegenteil war der Fall, die Bönenerinnen sind nach einem Jahr wieder aus dieser Spielklasse abgestiegen, weil sie nur Platz in ihrer Gruppe belegt haben.

„Wir wollten bei unserem letzten Auftritt in der Verbandsliga noch einmal ein schönes Spiel zeigen, und das ist uns gelungen. Da waren viele Emotionen im Spiel“, erklärte Trainer Michael Salaw, die eigentlich nicht zum Ergebnis passenden Mienen. Dass die Bönenerinnen am Sonntagnachmittag kein Trübsal bliesen, lag aber auch daran, dass der Abstieg schon einen Tag vorher festgestanden hatte.

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Raus mit Applaus 

Durch die glatte 0:3 (10:25, 23:25, 17:25)-Niederlage bei Vo.R. Paderborn tendierten die Chancen auf den Klassenerhalt bereits Richtung Nullpunkt. Paderborn hatte bereits am Freitag mit 3:2 gegen den TV Jahn Rheine gewonnen, war als Sieger der Relegation also aufgestiegen, als die TuS mit Rheine Platz zwei ausmachte. Bönen behielt nach einer starken Leistung mit 3:1 (25:18, 25:18, 23:25, 25:14) die Oberhand und feierte den erhofften Abschlusssieg.

Eine winzige Chance auf den Klassenerhalt gibt es für die TuS noch. Dazu müssten allerdings drei Mannschaften ihre Spielberechtigung für die Verbandsliga zurückgeben. Im Bönener Lager rechnet damit jedoch niemand.

In Paderborn hatten die TuS-Damen einen schwarzen Tag erwischt. „Das war katastrophal, ein Totalausfall auf allen Positionen“, sagte Salaw und lobte nur Britta Dröge für ihre überzeugende Vorstellung. „Aber das reicht halt nicht“, so Salaw. Nach dem desolaten ersten Satz gestaltete Bönen den zweiten immerhin offen, doch der dritte Durchgang ging wieder klar an das junge Paderborner Team. „Die haben super Aufschläge gemacht. Wir haben deshalb das ganze Spiel unsere Annahme nicht in den Griff bekommen“, sah Salaw im Aufsteiger die bessere Mannschaft, die mit deutschen Nachwuchskader-Spielerinnen bestückt ist. „Wir hätten Paderborn selbst an einem guten Tag wohl nicht geschlagen“, meinte Salaw: „Der Sieg war absolut verdient.“

Und so ging es für Bönen am Sonntag gegen Rheine nur noch darum, sich ordentlich aus der Verbandsliga zu verabschieden. Und das tat die TuS. Allen voran Sarah Deutsch, der Salaw einen „genialen Tag“ attestierte: „Das war ihr beste Spiel in den vergangenen Jahren“, lobte der Trainer seine Angreiferin. Bönen lag schnell mit vier Punkten vorne und verteidigte die Führung bis zum Satzende. Im zweiten Durchgang verspielten die Gastgeberinnen zwar eine 6:1-Führung, zogen aber prompt wieder mit 17:10 davon und ließen nichts mehr anbrennen. Im dritten Abschnitt war die Konzentration nicht mehr ganz so hoch. Ein Drei-Satz-Erfolg hätte die TuS im Vergleich mit anderen Relegationszweiten sogar noch einen Platz besser dastehen lassen. So ist Bönen mit 3:4 Sätzen und -2 Punkte drittbester Zweiter hinter DJK Rheinkraft Neuss (3:3/+4) und TB Höntrop (3:3/-15).

Unbeeindruckt davon zeigte die TuS-Damen im Schlussdurchgang noch einmal eine Demonstration ihrer Stärke, ließen Rheine über 6:2, 12:5, 15:10 und 19:11 keine Chance. „Wir sind froh, dass der Druck jetzt von den Schultern ist. Deswegen ist der Abstieg gar nicht so schlimm. In der Landesliga muss sich die Mannschaft keine Sorgen machen“, sagte der scheidende Coach Salaw. Über seinen Nachfolger wollen die Bönener Spielerinnen in den nächsten Woche beraten. Zwei Kandidaten sind zum Probetraining eingeladen. Danach soll eine Entscheidung fallen. Ansonsten macht die Mannschaft nach zwei kräfteraubenden Jahren mit zwei Relegationen erst einmal Pause. - bob

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