Fußball

IG-Routinier Kücük: "Die Bezirksliga ist für viele Neuland"

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Die vielen Neuzugänge haben den Konkurrenzkampf bei der IG erhöht. „Da wird im Training richtig reingehauen“, freute sich Hüseyin Kücük über die intensiven Einheiten.

Bönen - Mit dem Aufstieg in die Bezirksliga hat die IG Bönen ihr erstes Etappenziel erreicht. Im Sommer kamen viele hochkarätige Neuzugänge ans Schulzentrum, doch Hüseyin Kücük bremst all diejenigen, die von einem Durchmarsch sprechen. Im Gespräch mit Boris Baur erklärt der zentrale Mittelfeldspieler, dass er keine großen Unterschiede zwischen der Kreis- und der Bezirksliga sieht, dass für die IG die menschliche Komponente ganz wichtig wird und was er mit seinen 31 Jahren als Zweitältester im Team noch lernen kann.

Man spricht bei Neulingen gerne von einer Aufstiegseuphorie,. Ist die bei der IG noch vorhanden oder ist das zu lange her?

Hüseyin Kücük: Das ist zu lange her, sage ich mal. Nach der Tragödie (Fatih Dündar vom TSC Kamen starb in der Nacht nach dem Entscheidungsspiel – Anm. d. Red.) haben wir auch keine große Feier gemacht. Jetzt konzentrieren wir uns schon auf die neue Aufgabe und die neue Saison.

Mit welchen Erwartungen geht die IG denn in die kommende Spielzeit?

Kücük: Wir werden von den anderen als Favoriten dargestellt. Für mich ist es ein Reiz, oben mitzuspielen. Und das sind auch meine Erwartungen, dass wir oben mitspielen.

Im Gegensatz zu vielen anderen im Team kennen Sie die Bezirksliga von früheren Stationen. 

Kücük: Ich habe früher für Wiescherhöfen, TSC Hamm und SVF Herringen gespielt. Da gab es viele Mannschaften aus Hamm. Das war gut und die Duelle haben viel Spaß gemacht. Jetzt kenne ich die Mannschaften fast gar nicht.

Und was ist anders im Vergleich zur Kreisliga A?

Kücük: Viel Unterschied zur Kreisliga A ist da nicht. Wir hatten dort schon gute Gegner. In der Kreisliga gibt es auch Mannschaften, die das Zeug für die Bezirksliga haben. Man sollte die Kreisliga A nicht unterbewerten. Ich denke, dass es jetzt genauso wird. Die anderen Mannschaften in der Bezirksliga haben auch gute Spieler, die schon höher gespielt haben. Das wird eine interessante Liga.

Sie sind nun seit einem Jahr bei der IG. Hat sich in der Zeit etwas verändert, an den Strukturen oder anderem?

Kücük: Viel geändert hat sich nicht. Der Verein hat viel für uns getan. Er hat die Trainingsanlagen in Hamm organisiert, und dafür sind wir auch dankbar. Wir müssen nicht mehr auf Asche trainieren. Da machen die Einheiten dementsprechend Spaß.

Die IG hat viele Neuzugänge verpflichtet. Wie gut hat sich die Mannschaft schon gefunden?

Kücük: Wir mussten uns erst zusammenfinden, das ist uns gelungen. Wir haben gegen hochklassige Gegner gut mitgehalten, da hat man das gesehen. Außerdem hatten wir im letzten Jahr einen kompletten Umbruch, jetzt haben wir aber den Kern behalten und neue Spieler dazugeholt. 

Was erwarten Sie von den Neuzugängen?

Kücük: In der Mannschaft steckt viel Qualität. Das ist auch bei den Neuen so. Ich kenne viele persönlich ja ganz gut. Sie helfen uns auf jeden Fall weiter.

Sie waren in der vergangenen Saison einer der Führungsspieler. Im Sommer kamen nun viele Leute hinzu, die höherklassig gespielt haben. Hat sich Ihre Rolle dadurch verändert?

Kücük: Ich sehe das eher nicht so. Ich bin ja auch der Zweitälteste im Kader. Aber ich kann viel lernen von Erdal Kaleoglu. Er ist ein sehr guter Spieler und er macht das sehr gut. Aber ich kann auch von den Jüngeren noch lernen. Wichtig ist, dass wir uns gut verstehen und uns gegenseitig helfen.

Der Kader ist sehr groß. Jeder hat von seinen bisherigen Stationen die Erwartungen, zu spielen. Könnte es da zu Unruhe kommen?

Kücük: Ehrlich gesagt, sehe ich da kein Problem. Letztes Jahr hatten wir elf Spieler und dahinter zwei, drei zum Wechseln. Dann war keiner mehr da. Jetzt haben wir alle Positionen doppelt besetzt und der Nächste kann jederzeit einspringen. Das gibt automatisch einen Konkurrenzkampf. Dadurch machen die Trainingseinheiten viel Spaß. Da wird richtig reingehauen. Wir helfen uns aber auch gegenseitig. Klar wollen alle spielen, der Trainer macht es jedoch sehr gut. Und wenn dann sonntags die drei Punkte kommen, werden sich alle freuen – das ist das Wichtigste. Da hat man auch in den Freundschaftsspielen gesehen, wie die Spieler von außen mitgegangen sind.

Das Startprogramm, in dem es meist gegen Mitaufsteiger geht und in dem die vermeintlich großen Kaliber fehlen, scheint es gut mit Bönen zu meinen.

Kücük: Ich kenne die Mannschaften nicht, aber Geseke wird nicht umsonst aufgestiegen sein. Wir freuen uns riesig auf das erste Spiel und wir wollen unsere ersten Punkte einsammeln. Die ersten zwei Wochen sind für uns sehr wichtig, weil wir am dritten Spieltag frei haben.

Wer sind vermutlich die Mitkonkurrenten?

Kücük: Ich habe die Liga letztes Jahr auf dem Papier verfolgt. Rheda und Wiedenbrück waren gut, und ich gehe davon aus, dass sie wieder oben mitspielen werden. Drensteinfurt war robust und wird auch oben dabei sein. Die anderen Mannschaften habe ich mir aber gar nicht angeschaut, wichtig waren unsere sechs Wochen Vorbereitung.

Wann ist die Saison für die IG erfolgreich verlaufen?

Kücük: Wir werden von Spiel zu Spiel gucken. Wir wollen in der Hinrunde so viele Punkte wie möglich holen, und dann für die Rückrunde schauen. Die Bezirksliga ist für viele Neuland, weil sie aus der Oberliga oder Westfalenliga kommen. Die Bezirksliga ist anders. Da wird richtig gekämpft. Wir müssen uns erst da reinfinden.

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