Fußball

Die IG und der erhoffte Start nach Maß

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Die Landesliga ist für Rechtsverteidiger Ersin Kusakci wie viele andere Spieler bei der IG Neuland: Er spielte bislang immer höher.

Bönen – Geht es nach der IG Bönen, könnte die Saison in der Fußball-Landesliga direkt nach dem Start gleich wieder abgepfiffen werden. Nach dem ersten Spieltag grüßt der Aufsteiger dank der knappen Ergebnisse der Konkurrenz und dem eigenen 3:1-Sieg im Kreisderby gegen den SuS Kaiserau von der Tabellenspitze. Und in die Westfalenliga möchte der spendierfreudige Präsident Kemal Cakir ja sowieso über kurz oder lang.

Nun wird der Staffelleiter den Bönenern den Gefallen einer verkürzten Saison natürlich nicht gewähren. Doch dass die Mannschaft von Trainer Ferhat Cerci nach den aufeinanderfolgenden Meisterschaften in der Kreis- und Bezirksliga auch in der neuen Liga eine gute Rolle spielen kann, zeigte sie am vergangenen Sonntag – auf zweierlei Arten.

Erste Hälfte: viel Spielkontrolle, aber zu wenig Ertrag

Da war zum einen die erste Hälfte, in der die IG ein hohes Maß an Spielkontrolle ausübte. Egal, ob es der Vorjahreszwölfte Kaiserau mit einem ruhigen Spielaufbau probierte oder über zweite Bälle versuchte, sich weiter vorne zu behaupten, die Bönener eroberten das Spielgerät schnell zurück. Entweder setzten sie den SuS früh unter Druck und zwangen ihn so zu Fehlern oder sie behaupteten sich in den Zweikämpfen. Die Führung zur Pause war hochverdient.

Nach dem Ausgleich in der 54. Minute entwickelte sich eine offene Partie. Die IG bekam schnell den Unterschied zum Vorjahr zu spüren. „In der Bezirksliga war nicht die Qualität wie in der Landesliga. Fehler werden eiskalt bestraft“, meinte Offensivakteur Adem Cabuk. „Wenn wir das 2:0 machen, kommt Kaiserau nicht in die Situation, wie der SuS es in der zweiten Halbzeit machen konnte“, sagte Cerci und kritisierte die Chancenverwertung.

Bönen vermeidet mit Glück einen Rückstand


Bönen hatte den Gegner im Spiel gelassen, der mit einem guten Angriff diese Chance nutzte und anschließend mit viel mehr Selbstvertrauen auftrat. „Kaiserau hat mehr Druck gemacht“, erkannte auch Neuzugang Ersin Kusakci: „In der ersten Hälfte hätten wir den Sack zumachen müssen.“

Bönen hatte durchaus Glück, dass Kaiserau die Partie nicht sogar drehte. Zwei dicke Möglichkeiten ließ der SuS aus. „In dieser Phase hätten wir besser gegen den Ball arbeiten müssen“, so Cerci. Doch der Aufsteiger zeigte spätestens in der Schlussphase den zweiten Grund, warum er oben mitspielen kann. Der Trainer brachte mit seinen Wechseln neuen Schwung.

Riesige Qualität von der Bank

Zübeyir Kaya konnte gegen erschöpfte Gegner zu seinen Tempodribblings ansetzen, mit den Neuzugängen Serhad Seyfullah Gün und Ilker Algan musste sich Kaiserau zusätzlich auf zwei andere Spielertypen als zuvor einstellen. Letztlich konnte der SuS, der personell angeschlagen ins Schulzentrum gekommen war, diesem neuen Druck nicht mehr folgen.

Auch wenn das 2:1 aus Bönener Sicht etwas glücklich entstand, weil Torwart Lukas Beßmann eine Flanke unterschätzte, im Nachgreifen gegen Kaya knapp zu spät kam und einen Elfmeter verursachte. Okan Güvercin, der sechste zum Einsatz gekommene Neuzugang, verwandelte (77.) und Bönen bekam Oberwasser. „Wir haben dann wieder Vollgas gegeben“, so Kusakci. In den letzten zehn Minuten besaß die IG vier Großchancen, nutzte davon immerhin eine durch Algan.

Die ersten Spiele sind zum Kennenlernen

Cerci wird froh gewesen sein über die Power, die seine Mannschaft hintenraus entfaltete, obwohl er seinen Toptorjäger Ercan Taymaz und in Koray Basar einen weiteren Offensivmann sogar noch komplett außen vor ließ. „Wichtig war es, dass wir mit einem Sieg starten. Das ist der IG in den Vorjahren nicht gelungen“, hat sich Kusakci informiert. „Nach dem Aufstieg sind die ersten Spiele ein Kennenlernen für uns“, sagte Cabuk und ergänzte: „Die Landesliga ist Neuland für einige von uns.“

Das ist bei einem Aufsteiger eigentlich auch die Regel. Bei der IG liegt das allerdings daran, dass viele Akteure in ihrer Karriere vor allem noch höher aufgelaufen sind und die jetzige Klasse übersprungen haben – sowie Cabuk und Kusakci.

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